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Fussball

Hertha BSC: Neuzugang Nader El-Jindaoui hat mehr Follower auf Instagram als der Verein

Von Andreas Pfeffer

Nader El-Jindaoui ist in den sozialen Netzwerken erfolgreicher als auf dem Fußballplatz. Jetzt wechselt er zur U23 von Hertha BSC.

Am Freitag verkündete Hertha BSC die Verpflichtung von Nader El-Jindaoui für seine U23-Mannschaft in der Regionalliga Nordost. An dieser Nachricht ist eigentlich in Zeiten der Sommerpause nichts Ungewöhnliches.

Dass ein Spieler vom Berliner Athletik-Klub zur zweiten Mannschaft der Hertha wechselt, findet in der Regel nur in den regionalen Medien Beachtung. Im Fall des 25 Jahre alten Deutsch-Palästinensers verhält sich das etwas anders.

Das liegt nicht an den sicherlich guten fußballerischen Qualitäten des 25 Jahre alten Mittelstürmers, sondern an seiner sehr erfolgreichen Karriere als Influencer und YouTuber. El-Jindaoui hat bei Instagram 1,6 Millionen Follower sowie 1,19 Millionen Abonnenten bei YouTube.

Zum Vergleich: Der YouTube-Kanal von Hertha BSC hat lediglich 67.400 Abonnenten, auf Instagram folgen dem Bundesligisten nur 238.000 Menschen.

"Es war schon immer mein Traum, eines Tages für Hertha BSC zu spielen. Durch die guten Gespräche mit dem Trainer und den Verantwortlichen bin ich absolut davon überzeugt, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Ich freue mich sehr und habe große Lust, mit den Jungs auf dem Platz abzuliefern", wird El-Jindaoui auf der Webseite des Vereins zitiert.

El-Jindaoui fährt schon seit einiger Zeit zweigleisig: Fußball und Social Media. Bereits in jungen Jahren produzierte er in Kooperation mit dem Sport­artikelhersteller adidas einige Kurzclips, die über seinen Werdegang und den Weg von seiner Verletzung zurück zum Fußball erzählten.

El-Jindaoui: Erfolgreicher YouTube-Kanal Jindaouis

Mit seiner jetzigen Frau Louisa, die er vor neun Jahren an einer Berliner U-Bahn-Station kennenlernte, gründete er 2019 den YouTube-Kanal Jindaouis, in dem sie hauptsächlich Challenges zeigten. Der Kanal fand mehr und mehr an Interesse. 2020 zählte er zu den fünf am schnellsten wachsenden Kanälen in Deutschland.

Ähnlich steil nach oben entwickelte sich zahlenmäßig auch sein Instagram-Account. In diesem lässt El-Jindaoui seine Follower an seinem täglichen Leben teilhaben. Auch das momentan sieben Monate alte Baby Imani dürfen sie darin beim Wachsen zusehen.

Finanziell scheint sich das alles sehr zu lohnen - mehr als der Fußball. "Ich habe nun weniger Druck, weil ich finanziell nicht mehr abhängig bin vom Fußball", sagte der Stürmer im vergangenen Jahr.

Hertha: El-Jindaoui soll U23 anführen

In all den Jahren des Aufstiegs in den sozialen Medien blieb er stets dem Fußball treu. El-Jindaoui spielte bislang für die zweiten Mannschaften von Fortuna Düsseldorf und Greuther Fürth, den SV Babelsberg 03 und den Berliner AK. In der Jugend war er für Tennis Borussia Berlin, Energie Cottbus und den Chemnitzer FC aktiv.

Im Seniorenbereich erzielte El-Jindaoui in 166 Spielen 30 Tore und bereitete 26 Treffer vor - alleine in der vergangenen Saison netzte er für den Berliner AK in der Regionalliga 14-mal ein. Dadurch wurde auch die Hertha auf ihn aufmerksam - und hat hohe Erwartungen an ihren neuen Spieler.

"Nader kommt mit der Empfehlung von über 100 Regionalliga-Spielen zu uns und wird unserer jungen Mannschaft mit seiner Erfahrung extrem guttun. Gemeinsam mit unseren drei Ausbildungshelfern Tony Fuchs, Cimo Röcker und Maurice Covic wird er unser Team führen. Darüber hinaus verfügt er über enorme Qualitäten im vordersten Drittel", sagte Herthas Akademie-Leiter Pablo Thiam bei seiner Vorstellung.

Auch die Social-Media-Abteilung wird sich sicher über seine Verpflichtung freuen. Mit seiner Hilfe kann die Followerzahl bei Instagram und YouTube wohl bald bisher unbekannte Bestwerte erzielen.

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