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Fussball

Hertha-Trainer Korkut stellt sich dem Druck: "Habe nichts dagegen"

SID
Tayfun Korkut

Trainer Tayfun Korkut von Hertha BSC hat sich vor dem für ihn wohl entscheidenden Kellerduell bei Borussia Mönchengladbach gelassen präsentiert. "Ist doch ein schöner Satz: Verlieren verboten. Ich habe ja nichts dagegen. Und so nehme ich den auch. Ich habe meine Verantwortung hier und fokussiere mich darauf, dass wir zusammen mit der Mannschaft punkten", sagte der Coach am Donnerstag.

Zuvor hatte Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic für die Partie am Samstag (18.30 Uhr) Trainer und Mannschaft in die Pflicht genommen ("Wir müssen punkten"). Da Hertha aktuell auf dem Relegationsrang 16 steht und 2022 keines von bislang neun Pflichtspielen gewonnen hat, gilt die Begegnung mit dem Tabellen-13. für Korkut als Endspiel. Der 47-Jährige hatte erst im vergangenen November Pal Dardai ersetzt und holte in zwölf Ligaspielen neun Zähler.

Die Partie bei den Rheinländern, die nur vier Punkte vor den Berlinern liegen, begriff Bobic indessen als einmalige Gelegenheit. "Wir haben eine große Chance, einen Verein, der auch andere Ansprüche an sich selbst hat, mit reinzuziehen und näher heranzurücken", sagte der 50-Jährige. Die Gladbacher gewannen zuletzt lediglich eines von sieben Ligaspielen.

Korkut erklärte auch seinen Appell an die Mannschaft ("Scheiß auf mich!") aus dem Training vom Dienstag, der auf Social Media viel beachtet worden war. "Da haben noch zwei Sprachen gefehlt", sagte er über die Ansprache, die er in einem Mix aus Deutsch und Englisch gehalten hatte: "Aber dann wäre es wahrscheinlich zu lang gewesen. Das bin auch ich. Das gehört auch dazu. Jetzt ist es natürlich groß gemacht worden. Aber glauben Sie mir: Das kommt öfters mal vor." Wichtig, so Korkut, sei "die Botschaft" gewesen.

Bobic: "Nicht wichtig, jetzt über einen Film zu reden"

Für Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic haben die jüngsten Spannungen zwischen Hertha BSC und dem Investor Lars Windhorst keinen Einfluss auf den Abstiegskampf. "Es ist nicht wichtig, jetzt über einen Film oder eine Dokumentation zu reden", sagte Bobic. "Das hat mit dem Spiel auch wieder nichts zu tun. Wir fokussieren uns darauf."

Zuvor hatte die Sport Bild berichtet, dass Windhorst und seine Tennor Group eine Dokumentation über den Verein gestoppt hätten. Unternehmenssprecher Andreas Fritzenkötter sagte dem Blatt, der Film habe "weder den abgesprochenen Vorstellungen noch professionellen Ansprüchen" entsprochen, da sich unter anderem "ein hochrangiges Mitglied der Hertha-Geschäftsleitung vor laufender Kamera in ehrabschneidender und herablassender Weise über Herrn Windhorst als Investor" geäußert habe. Windhorst hatte seit seinem Einstieg im Jahr 2019 375 Millionen Euro investiert.

Laut Bobic spielten die Vorgänge um Windhorst "keine Rolle in der Mannschaft". Dennoch, so der Sportchef, wünsche man sich "in solchen Zeiten, dass der Zusammenhalt noch größer ist. Daran arbeiten wir." Die Berliner stehen in der Bundesliga auf dem Relegationsrang 16 und sind stark vom Abstieg bedroht. Mitte Februar hatte Windhorst bereits durch ein Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Capital für Wirbel gesorgt, in dem er die Hertha-Führung scharf kritisiert hatte.

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