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Fussball

Pal Dardai nach Sieg von Hertha BSC bei Eintracht Frankfurt: "Ich checke das nicht"

SID
Pal Dardai darf nach dem Sieg der Hertha aufatmen.

Pal Dardai darf durchatmen. Durch den Erfolg in Frankfurt sitzt der Trainer von Hertha BSC wieder fester im Sattel.

Ganz lässig stand Pal Dardai da, keine Spur von großer Erleichterung oder gar einer Befreiung. Der Coach von Hertha BSC freute sich zwar über ein "traumhaftes Wochenende", wie ein Trainer, dessen Job gerade womöglich gerettet wurde, wirkte der Ungar aber keineswegs.

Druck gebe es für ihn nicht, lautete seine Erklärung, "vielleicht die Familie, die Frau leidet, die Kinder, aber ich checke das nicht. Für mich ist das ganz normal".

Seinen Spielern dagegen entging keinesfalls, wie wichtig dieses 2:1 (1:0) bei Eintracht Frankfurt nach einigen desaströsen Auftritten zuvor für Dardais Zukunft war. Durch den Erfolg sitzt der oft kritisierte und mehrfach angezählte Hertha-Coach vorerst wieder fester im Sattel. "Es war auch ein Sieg für den Trainer", betonte Marco Richter bei Sky.

Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic jubelte bei der gelungenen Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte über die "bislang beste Saisonleistung". Und er sprach Dardai am ARD-Mikrofon das "totale Vertrauen" aus. Der Trainer könne "ganz entspannt sein".

Dardai: Es geht nicht um den Trainer

Doch Dardai spielte die Bedeutung der Big Points in seinem 175. Bundesliga-Spiel als Trainer der Berliner herunter - über seine Situation wollte der 45-Jährige kaum sprechen. Es gehe schließlich "um die Jungs, nicht um den Trainer oder seinen Job", sagte er bei Sky.

Stattdessen hob Dardai die Entwicklung der Mannschaft und die erfolgreiche Arbeit in der Länderspielpause hervor. Und er wehrte sich einmal mehr gegen das Image der launischen Alten Dame, die trotz der Millionen von Investor Lars Windhorst weit entfernt von der Vision des "Big City Clubs" ist: "Bei uns herrscht gute Laune. Wenn das einer nicht glaubt, soll er kommen und es sich anschauen."

Nach dem dürftigen Saisonstart, den stark ausbaufähigen Leistungen oder dem überraschenden Abgang von Klubchef Carsten Schmidt aus privaten Gründen im Vorfeld waren genau daran erneut massive Zweifel aufgekommen - und Dardai wieder mal unter Druck geraten. Doch in Frankfurt zeigte die Hertha, dass sie mit einem klaren Plan und einer geschlossenen Teamleistung durchaus überzeugen kann.

"Die erste Halbzeit war perfekt. An solchen Tagen lohnt es sich, Bundesliga-Trainer zu sein", sagte Dardai, nachdem Richter (7.) und Jurgen Ekkelenkamp (63.) für den erleichternden dritten Saisonsieg im achten Spiel gesorgt hatten.

Eintracht: Erste Heimniederlage seit Juni 2020

Für die Eintracht war es dagegen die erste Heimniederlage seit Juni 2020, mehr als der Anschluss durch Goncalo Paciencia (78.) per Foulelfmeter gelang nicht.

Doch bei allem Rückenwind bremste Dardai die Erwartungen. "Ich bin ein einfacher Trainer, ich bin kein Zauberer", sagte er und erinnerte an die vielen Veränderungen im Sommer. Es gebe große Vereine, "die zwei Jahre gegen den Abstieg gespielt haben, um etwas zusammenzubauen. Das dauert."

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