BVB-Neuzugang Donyell Malen von der PSV Eindhoven: Passt er als Nachfolger von Jadon Sancho?

Donyell Malen erhält beim BVB einen Fünfjahresvertrag.
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Donyell Malen: Der Werdegang des BVB-Neuzugangs

  • Malens Eltern trennten sich, als er noch ein kleiner Junge war. Mutter Mariska arbeitete als Taxifahrerin, Vater Robert war ebenfalls Profifußballer in Surinam.
  • Nach der Trennung wuchs Malen bei seiner Mutter in Westerland auf, einem Dorf mit ein paar hundert Einwohnern in Nordholland.
  • Dort lebte Malen bis zu seinem achten Lebensjahr und verbrachte viel Zeit bei seinen Großeltern - besonders dann, wenn die Mutter zur Spätschicht ausrücken müsste. Malens Oma war einst Torhüterin im Handball und stellte ihm oft sein damaliges Lieblingsgericht auf den Tisch: holländischer Eintopf mit einer Schüssel hausgemachtem Apfelmus.
  • Im Hof der Großeltern begann Malen zusammen mit Opa und Oma mit dem Fußballspielen - anfangs in Holzschuhen, den typisch niederländischen Clogs. Mit fünf schloss er sich seinem ersten Fußballverein an, VV Succes in Hippolytushoef.
  • Ein Jahr später war Malen bereits zu gut. Er wechselte für drei Jahre zum damaligen Viertligisten HVV Hollandia nach Hoorn, rund 40 Kilometer von seiner Heimat entfernt.
  • Ajax Amsterdam wurde dort auf Malen aufmerksam, mit neun ging er schließlich in die berühmte Jugendakademie des Hauptstadtklubs. In der U10 wurde er von Stürmer-Legende Dennis Bergkamp trainiert.
  • Sieben Jahre spielte Malen für Ajax' Nachwuchs, vorwiegend als Mittelstürmer. Im Februar 2014 debütierte er für die U14 der Niederlande. Nach Einsätzen für die U16 und U17 von Oranje ging er zum FC Arsenal, seine Mutter zog mit ihm nach London. Der Grund: langfristige Perspektivlosigkeit in Sachen Einsatzzeit bei den Ajax-Profis.
  • Bei den Gunners startete Malen in der B-Jugend, doch ihm wurden regelmäßige Trainingseinheiten bei der ersten Mannschaft versprochen. Erneut hatte er einen ehemaligen Weltklasse-Stürmer als Lehrmeister: Thierry Henry. Der Franzose trainierte damals die U23 und ließ Malen erstmals als Flügelstürmer auflaufen.
  • Die Versetzung fruchtete, in zwei Spielzeiten für Arsenals U18 und U23 gelangen ihm 44 Tore. Die Belohnung: Malen durfte in der Vorbereitung der finalen Saison von Trainer Arsene Wenger mit zur Asien-Tour der Profis. "Donyell macht sich sehr gut", sagte Wenger damals.
  • Auch sein Berater, der berüchtigte Mino Raiola, geriet ins Schwärmen: "Donnarumma ist mit 17 schon in der Nationalmannschaft, Moise Kean macht sich bei Juventus sehr gut, aber am meisten freue ich mich auf einen Spieler, der bereits bei einem Premier-League-Klub unter Vertrag steht: Donyell Malen vom FC Arsenal."
  • Es kam daher sehr überraschend, dass Malen am Deadline Day im August 2017 für 600.000 Euro zurück in die Heimat zur PSV Eindhoven wechselte. Bei Arsenal lief sein Kontrakt noch ein Jahr, der Verein wollte verlängern. "Es lief gut in England, doch ich wollte Arsenal verlassen, weil ich die Chance hatte, bei PSV zu unterschreiben. Diese Möglichkeit konnte ich mir nicht entgehen lassen", sagte Malen.
  • In einem Zweitliga-Derby gegen Stadtrivale FC Eindhoven feierte Malen schließlich am 8. September 2017 sein Debüt im Profifußball. Mit 2:1 setzte sich die zweite Mannschaft der PSV durch. Malen wurde eingewechselt, spielte auffällig - der Siegtreffer fiel vier Minuten vor Schluss.

Donyell Malen: "Vom Rückwärtssalto wurde mir schwindelig"

  • Nachdem er in den ersten sechs Partien nicht traf, schoss Malen zwei Monate später erstmals ein Tor im Seniorenbereich, beim 6:0 gegen Telstar gelang ihm gleich ein Doppelpack. Früher feierte er seine Treffer häufig mit einem Rückwärtssalto. Das bereut Malen heute: "Ich konnte das, aber mir wurde davon schwindelig. Es ist auch nichts, was man auf einem Fußballplatz machen sollte."
  • Malens gute Leistungen bei Jong PSV brachten ihn zum Ende der Meistersaison 2017/18 in den Profikader. Im Februar 2018 feierte er unter Coach Phillip Cocu sein Eredivisie-Debüt, in der Hinrunde der folgenden Spielzeit absolvierte er alle 17 Ligaspiele. Trotz nur eines Startelfeinsatzes kam Malen auf die beachtliche Quote von vier Toren und vier Vorlagen.
  • Nach dieser Saison folgte der nächste logische Schritt: Anfang September 2019 ließ ihn Bondscoach Ronald Koeman im EM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland erstmals für die Niederlande ran. Nur 21 Minuten nach seiner Einwechslung traf er zum 3:2, die Elftal siegte schließlich mit 4:2.
  • Nur wenige Tage später gelang Malen beim 5:0 gegen Vitesse Arnheim eine sensationelle Leistung: Er schoss alle fünf Tore für die PSV.
  • Zum Ende des Jahres verletzte sich Malen schwer am Knie, musste sich einer OP unterziehen und fiel acht Monate aus. Erst als Schmidt zur Saison 2020/21 von van Bommel übernahm, war Malen wieder einsatzbereit.
  • Mittlerweile steht Malen bei 116 Pflichtspielen für Eindhoven. Dabei gelangen ihm starke 55 Tore, 24 Treffer bereitete er vor. Für die Niederlande kommt er auf 13 Länderspiele (zwei Tore).
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