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Fussball

1. FC Köln: Poldi postet, Funkel trinkt - für Köln ist es "joot jejange"

SID
Am Ende war alles ganz einfach. Gegen die ausgelaugten Zweitliga-Profis von Holstein Kiel sicherte sich der 1. FC Köln in der Relegation fast mühelos den Bundesliga-Klassenerhalt.

Gegen die ausgelaugten Zweitliga-Profis von Holstein Kiel sicherte sich der 1. FC Köln in der Relegation fast mühelos den Bundesliga-Klassenerhalt. Am Tag danach vollzog der Klub einen Schnitt: Sportchef Horst Heldt muss gehen.

FC-Vereinsikone Lukas Podolski postete ein Jubelfoto, der scheidende Trainer Friedhelm Funkel nahm lachend die obligatorische Bierdusche mit Gelassenheit und Altersmilde hin. Nach dem 5:1 (4:1)-Relegationssieg bei Holstein Kiel und dem verspäteten Klassenerhalt war beim 1. FC Köln aber schnell wieder Schluss mit lustig: Am Sonntag wurde der zuletzt arg angezählte Sport-Geschäftsführer Horst Heldt entlassen.

Die Entscheidung bestätigten die Rheinländer am Sonntagabend. Unter Heldt, der im November 2019 zum FC gekommen war und noch einen Vertrag bis 2023 besaß, kämpfte der Traditionsverein beständig ums sportliche Überleben - auch wenn in Kiel mit einem Ausrufezeichen der siebte Abstieg noch einmal verhindert werden konnte. Den nötigen Umbruch sollen "bis auf Weiteres" Aufsichtsratsmitglied Jörg Jakobs und Ex-Torhüter Thomas Kessler anstoßen, ein Nachfolger soll "ohne Zeitdruck" gesucht werden.

Die Heldt-Trennung sei dem FC nicht leicht gefallen, sagte Vereinspräsident Werner Wolf: "Aber wir können mit der Zusammenstellung des Kaders und der sportlichen Entwicklung in der abgelaufenen Saison nicht zufrieden sein." Die Rettung gelang erst durch einen couragierten Auftritt in Kiel.

Kein einziges Mal in dieser Saison konnte der Bundesliga-16. vier Tore in einer Partie erzielen. Aber als es für die Gäste darauf ankam, reichten dafür 36 Minuten. Für Funkel der beste Beleg für die große Moral seiner Truppe: "Wir waren schon abgeschrieben, man gab uns keine Chance mehr. Aber die Mannschaft ist imponierend aufgetreten."

Jonas Hector: "Wissen, das der FC für die Stadt Köln bedeutet"

Auch weil das Team im wichtigsten Spiel dieser Spielzeit einen echten Leader auf dem Platz hatte. Kapitän Jonas Hector glich per Kopfball schon nach drei Minuten den 0:1-"Rückstand" gegen den Zweitligisten aus dem Hinspiel aus, erstickte die wenigen strukturierten Offensivaktionen der Norddeutschen meist schon im Keim und war überall auf dem Platz zu finden.

"Wir wissen, was der FC für die Stadt Köln bedeutet. Das ist eine ganz innige Bindung. Wir wollten einfach etwas zurückgeben", sagte der Ex-Nationalspieler vor dem Rückflug nach Köln, wo sich eine Rettungsparty auf der FC-Geschäftsstelle anschloss. Hector packte selbst mit an und schleppte eine Kiste Kölsch.

Auch Funkel genehmigte sich dort nach Mitternacht das eine oder andere Bierchen. Rettung vor dem Abstieg und siegreiches Ende seiner 30 Jahre währenden Trainerlaufbahn - der 67-Jährige hatte gleich zwei mehr als gute Gründe, relaxed und voller Vorfreude in die Zukunft zu blicken.

"Einen solchen Abschluss habe ich mir gewünscht. Aber es waren auch sieben harte Wochen, die viel Kraft gekostet haben", bilanzierte Funkel, bevor er sich am Sonntag zu einem Kurzurlaub zurückzog.

Dann wird sein Nachfolger Steffen Baumgart in der Verantwortung stehen. Und in der Pflicht, zumindest eine Zittersaison wie 2020/2021 unbedingt zu vermeiden. Denn Dauertänze am Abgrund führen irgendwann dann doch zum Absturz in die Zweitklassigkeit.

Soweit aber muss es am Rhein nicht kommen, besonders wenn Sebastian Andersson im August dort anknüpft, wo er in Kiel aufhörte. Zweimal traf der fast schon chronisch verletzte Schwede per Kopf und verdeutlichte spät, aber nicht zu spät, dass er für den FC durchaus eine Verstärkung sein kann.

Daran erinnerte auch der faire Sportsmann Funkel - und im gleichen Atemzug auch an seinen beurlaubten Vorgänger Markus Gisdol: "Für Markus ist es unglücklich gelaufen. Wenn er einen Spieler wie Sebastian öfter hätte einsetzen können, wäre ich vielleicht gar nicht Trainer in Köln geworden." Aber wie heißt es bekanntlich rund um die Domplatte: Et kütt wie et kütt.

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