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Fussball

Eintracht Frankfurt: Champions League in Gefahr, Wirbel um Hütter - Fragen und Antworten zur Situation

Von Stanislav Schupp
Steht die Eintracht-Mannschaft noch hinter Hütter?

Seit der Verkündung des Wechsels von Adi Hütter zu Borussia Mönchengladbach steckt Eintracht Frankfurt in einem Tief. Wo liegen die Probleme, wer trägt die Schuld und wie geht es weiter? Fragen und Antworten zur Eintracht.

Vor ziemlich genau einem Monat deutete noch vieles darauf hin, dass Eintracht Frankfurt in der kommenden Spielzeit erstmals in der Vereinsgeschichte an der Champions League teilnehmen wird. Dann verkündete Cheftrainer Adi Hütter seinen Wechsel zu Borussia Mönchengladbach - und die Negativspirale der Hessen fand ihren Ursprung.

Doch wer trägt die Schuld an der aktuellen Entwicklung und wie sieht der Blick in die Zukunft aus? SPOX und Goal beleuchten Fragen und Antworten zur aktuellen Lage der Adler.

Eintracht Frankfurt droht CL-K.o.: Wie war die Ausgangslage?

Nach wichtigen Siegen gegen Borussia Dortmund (2:1) und den VfL Wolfsburg (4:3), zwei direkten Konkurrenten im Rennen um die Champions-League-Plätze, hatte Frankfurt am 28. Spieltag als Tabellenvierter bereits sieben Punkte Vorsprung auf den BVB. Nur wenige Tage später verkündete Hütter seinen bevorstehenden Wechsel nach Gladbach.

Aus den seither absolvierten vier Partien holte Frankfurt lediglich vier Zähler (ein Sieg, ein Unentschieden, zwei Niederlagen) und aus einem einst komfortabel wirkenden Polster entwickelte sich ein Rückstand von einem Punkt auf Dortmund.

Zwei Spieltage vor Saisonende hat die Eintracht die Teilnahme an der Königsklasse somit nicht mehr in der eigenen Hand. Eigenschaften wie Willen, Einsatz und Kreativität, die die Mannschaft zuvor ausgezeichnet hatten, ließ die Elf zuletzt vermissen.

Eintracht Frankfurt: Das Restprogramm im Kampf um die CL

SpieltagDatumUhrzeitGegner
3315. Mai 202115.30 UhrSchalke 04 (A)
3422. Mai 202115.30 UhrSC Freiburg (H)

Hütter weist Schuld von sich: Welche Rolle spielt der Trainer?

Den Negativtrend ausschließlich am verkündeten Abschied des Trainers festzumachen, ist sicherlich zu einfach, schließlich knüpft die Mannschaft auf dem Platz nicht mehr an ihre Bestform an. Dennoch sorgte Hütter mit einigen Entscheidungen und Aussagen für zusätzlichen Wirbel.

Nach dem 1:1-Unentschieden gegen Mainz 05 wies er jegliche Schuld für die jüngsten Ergebnisse von sich und seiner Mannschaft und wetterte gleichzeitig gegen seine Kritiker. "Die Leute sollen reden, was sie wollen. Das ist mir ehrlich gesagt auch egal. Niemand weiß, wie es bei uns in der Kabine aussieht. Das ist das, was zählt. An mir liegt es nicht und an der Mannschaft liegt es auch nicht", sagte der 51-Jährige der ARD.

Hütter wisse nicht, ob seine Mannschaft davor teilweise über ihren Verhältnissen gespielt habe - "aber sicherlich an der Obergrenze". Fast schon resignativ sagte er: "Im schlechtesten Fall werden wir Fünfter." Hütter, der seine Elf für das bisher Erreichte zuvor stets gelobt hatte, scheint seinem Team den Lucky Punch nicht mehr zuzutrauen. Zudem mangelt es dem Coach offenbar an Selbstkritik.

Mit seinen Spielern soll er ebenfalls aneinandergeraten sein. Der bislang überzeugende Amin Younes wurde wohl aufgrund einer lautstarken Auseinandersetzung mit dem Coach in der Halbzeit des Dortmund-Spiels zuletzt nicht mehr in der Startelf berücksichtigt. Nach offiziellen Angaben sei der Mittelfeldspieler jedoch angeschlagen gewesen.

Für Zündstoff hatte zuvor bereits der ausgerechnet wenige Tage vor dem direkten Duell gegen Gladbach (was die Eintracht mit 0:4 verlor) verkündete Wechsel gesorgt, nachdem Hütter noch im Februar garantiert hatte, in Frankfurt zu bleiben.

SGE-Fans fordern Hütter-Entlassung: Ist das möglich?

In Fankreisen wurde nach den Aussagen im Anschluss an das Mainz-Spiel die sofortige Trennung von Hütter gefordert. Bei den Verantwortlichen sollen die Aussagen des Österreichers durchaus für Diskussionen gesorgt haben, laut kicker habe Hütter intern enorm an Autorität eingebüßt.

Angesichts von zwei verbleibenden Spielen, mangelnder Alternativen und der im Sommer fälligen Ablösesume von 7,5 Millionen Euro dürfte eine vorzeitige Entlassung jedoch nicht in Frage kommen.

Eintracht: Wie sieht die Situation in der neuen Saison aus?

Frankfurt steht mit Blick auf die kommende Spielzeit vor einem großen Personalpuzzle. Neben Hütter verlassen auch Sportvorstand Fredi Bobic sowie Sportdirektor Bruno Hübner im Sommer den Verein.

Während mit Markus Krösche bereits ein Nachfolger für Bobic gefunden wurde, sind die anderen beiden Positionen noch vakant. Chefscout Ben Manga soll in Zukunft aber noch mehr Macht bekommen. Als Kandidaten auf die Hütter-Nachfolge werden Oliver Glasner (VfL Wolfsburg), Raul (Real Madrid Castilla), Gerardo Seoane (Young Boys Bern) und neuerdings auch Edin Terzic (Borussia Dortmund) gehandelt.

Da noch nicht feststeht, in welchem internationalen Wettbewerb Frankfurt antreten wird, fehlt dem Klub zudem auch in finanzieller Hinsicht Planungssicherheit.

Dies hat auch Auswirkungen auf die Transfer- beziehungsweise Kaderplanung. Bislang stehen mit Abwehrmann Christopher Lenz (Union Berlin) und Keeper Diant Ramaj (1. FC Heidenheim) zwei Neuzugänge fest, Top-Talent Ali Akman wurde bereits im März für kommenden Sommer verpflichtet. Zudem kehren insgesamt sieben Spieler, wie Stürmer Goncalo Paciencia oder Rechtsverteidiger Danny da Costa, von Leihen zurück.

Auf der Abgabeseite enden die Leihverträge von Torwart Markus Schubert (kehrt zum FC Schalke 04 zurück) und dem von Real Madrid ausgeliehenen Angreifer Luka Jovic. Bei Letzterem ist ein langfristiger Verbleib nicht ausgeschlossen. Darüber hinaus droht der Eintracht der Abschied von Leistungsträgern wie Andre Silva (25 Saisontore) oder Filip Kostic (15 Assists), deren Zukunft auch von einer möglichen Qualifikation für die Königsklasse abhängen dürfte.

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