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Fussball

BVB verzweifelt an den immer gleichen Fehlern: "Wir müssen aufpassen"

SID
Drei der vier Gegentore in Gladbach kassierte der BVB nach ruhenden Bällen.

Nach der Woche zum Vergessen mit nur einem Punkt aus drei Bundesligapartien waren Spieler und Verantwortliche von Borussia Dortmund bedient. Die Situation nach der bereits siebten Saisonniederlage ist gefährlich. Zumal immer die gleichen Fehler festzustellen sind.

Kapitän Marco Reus schleuderte wutentbrannt seine Trinkflasche weg, Sportdirektor Michael Zorc gab sich ungewohnt schmallippig. Nach einer Woche zum Vergessen waren die Spieler und Verantwortlichen von Borussia Dortmund restlos bedient.

"Wenn du drei Tore durch Standardsituationen fängst, wo du einfach nicht da bist, dann braucht man sich über das Ergebnis am Ende keine Gedanken zu machen. Das ist relativ einfach erzählt", sagte Zorc nach dem 2:4 (2:2)-Spektakel zum Rückrundenauftakt bei Borussia Mönchengladbach.

Der Ärger ist verständlich, die Sorgen mit Blick auf die Saisonziele wachsen. Sieben Niederlagen hat der Vizemeister bereits kassiert. Erstmals seit sechs Jahren liegt der BVB nach dem Rückrundenauftakt außerhalb der Champions-League-Plätze. Nach nur einem Zähler aus der wegweisenden Englischen Woche haben sich die Dortmunder als Bayern-Jäger endgültig verabschiedet.

BVB: Neuer Trainer, alte Fehler

"Ein Punkt ist natürlich zu wenig. Bei den Ansprüchen und der Qualität sind wir damit nicht zufrieden", fasste Trainer Edin Terzic die Gemütslage zusammen. Auch unter dem Nachfolger des im Dezember entlassenen Lucien Favre verfällt die Ansammlung der Hochbegabten immer wieder in alte Muster.

Torhüter Roman Bürki patzte vor dem 2:2 durch Nico Elvedi (32.) schwer. Bei den Kopfballtoren von Elvedi (11.) und Marcus Thuram (78.) stimmte die Zuordnung nicht. Beim 2:3 durch Ramy Bensebaini (49.) agierte die Abwehr zu zögerlich. Terzic nannte es "einfache und dumme Gegentore".

Reus beklagte ebenfalls die "immer gleichen Fehler". Wenn man das nicht abstelle, "wird es schwierig, ein Spiel zu gewinnen. Das stinkt gewaltig", schimpfte der Kapitän im ZDF. Schon bei den Niederlagen gegen den 1. FC Köln und bei Union Berlin (beide 1:2) fielen alle vier Gegentreffer nach Eckbällen des Gegners. "Standardsituationen sind in Spielen auf Augenhöhe oft spielentscheidend. Das müssen wir schnellstmöglich in den Griff bekommen", forderte Terzic.

BVB: Die Champions League ist in Gefahr

Aber wie? Die hochveranlagte Mannschaft bringt sich immer wieder um die Früchte ihrer Arbeit. "Es ist sehr schade, wenn man offensiv eine sehr gute Partie abliefert, sich aber defensiv nicht belohnt", sagte Terzic bei DAZN. "Das ist für den Kopf natürlich extrem schwer", merkte Reus an.

Es mangelt an Konstanz, selbst in einem einzelnen Spiel sind die Leistungsschwankungen teils unerklärlich. So drehte der BVB im Borussia-Park dank seiner individuellen Klasse die Begegnung zwischenzeitlich durch zwei Treffer der eiskalten Tormaschine Erling Haaland (22., 28.). Doch am Ende stand die erste Niederlage gegen den Lieblingsgegner nach zwölf Pflichtspielsiegen in Folge.

Die letzten vagen Titelträume sind damit geplatzt. Jetzt gilt es den GAU zu verhindern und in die Königsklasse einzuziehen. Der derzeitige Tabellenstand sei "eine Momentaufnahme, die für jeden Borussen nicht so schön ist", sagte Nationalspieler Julian Brandt: "Das kann sich innerhalb von zwei, drei, vier Wochen wieder ändern. Nichtsdestotrotz müssen wir aufpassen, wir müssen punkten."

Gladbach: Auf der "Sonnenseite" trotz Embolo-Wirbel

Prächtig war die Stimmung beim Sieger. Nach dem Corona-Wirbel um Breel Embolo zogen die Gladbacher mit dem ersten Sieg gegen Dortmund seit April 2015 am BVB vorbei. "Wir sind froh, dass wir derzeit ein bisschen auf der Sonnenseite sind", sagte Trainer Marco Rose.

Das leidige Thema Embolo, der in der 70. Minute eingewechselt wurde, schob er erst einmal beiseite. "Wir haben mehrfach geredet. Mir muss er nichts mehr erklären", so Rose.

Die Polizei Essen ist allerdings weiter davon überzeugt, dass Embolo am vergangenen Wochenende Gast einer in Corona-Zeiten illegalen Party war. Der Schweizer bestreitet das. "Wir nehmen ihm glaubhaft ab, dass er nicht Teil einer Party war", betonte Rose erneut.

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