Fussball

Bruno Labbadia wird Trainer bei Hertha BSC: Plan B an der Spree

Von SPOX/SID
Bruno Labbadia verzichtet als neuer Trainer der Hertha auf Geld.

Der schöne Bruno als Heilsbringer in der Hauptstadt? Nach dem missglückten Klinsmann-Experiment soll Bruno Labbadia das Big-City-Projekt von Hertha BSC retten, dies bestätigte der Klub am Donnerstag. Dabei war er offenbar nur Plan B.

Damit ist der 54-Jährige nicht nur der bereits vierte Berliner Cheftrainer in der laufenden Saison, er ersetzt auch Interimscoach Alexander Nouri. Die Konstellation und der Zeitpunkt könnten dabei tatsächlich passen.

Denn Labbadia hat bereits bewiesen, dass er liefern kann, was die Hertha braucht: einen Feuerwehrmann in dieser Saison und einen Konzepttrainer in der Zeit danach. Den VfL Wolfsburg rettete er 2018 in der Relegation, um ihn ein Jahr später in die Europa League zu führen.

Ziemlich genau dasselbe ist seine Aufgabe in Berlin. Die Ansprüche auf eine Europapokalteilnahme nach der kommenden Saison sind klar formuliert und resultieren alleine aus dem Engagement des Investors Lars Windhorst.

Bruno Labbadia soll an Ostern erstes Training leiten

Daher ergibt auch der mittelfristig angelegte Vertrag bis 2022 Sinn. Dass Labbadia nun schon während der Saison kommt und damit nach Ante Covic, Jürgen Klinsmann und eben Nouri die Nummer vier für diese Spielzeit ist, liegt an der Situation. Spätestens am Ostermontag soll er die erste Trainingseinheit leiten.

Bei noch neun ausstehenden Ligaspielen und nur sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang 16 können die Berliner nach Ende der Coronapause einen im Abstiegskampf erfahrenen Trainer wie Labbadia durchaus sofort gebrauchen. Der Abgang von Nouri zum Sommer war ohnehin beschlossene Sache. Der eine Sieg aus vier Spielen unter seiner Führung hatte die Vereinsbosse um Geschäftsführer Michael Preetz nicht überzeugt.

Hertha BSC: Labbadia bei Preetz hoch im Kurs

Labbadia jedoch genießt vor allem bei Preetz hohes Ansehen. Zumal er durch die Zeit in Wolfsburg und davor beim Hamburger SV, den er 2015 in den legendären Relegationsduellen gegen den Karlsruher SC in der Bundesliga gehalten hatte, auch für eventuelle K.o.-Spiele gewappnet wäre. So weit soll es aber nach Wunsch der Hertha-Bosse gar nicht kommen.

Die Saison war bislang schon hart genug. Die Last der 224 Millionen Euro, die Windhorst investierte, um den Verein in die europäische Spitze zu hieven, wiegt schwer. Auch die Ära von Jürgen Klinsmann, die nach 76 Tagen und internen Streitigkeiten im Februar ihr spektakuläres Ende fand, ist noch in sämtlichen Köpfen präsent. Der Facebook-Rücktritt des früheren Bundestrainers schadete dem Klub in seiner Gesamtheit gewaltig.

Hertha BSC: Labbadia offenbar nur Plan B hinter Kovac

Vielleicht ist es deshalb nicht verkehrt, dass die Berliner nicht auf eine "große" Lösung mit einem weiteren Star-Trainer setzen. Ex-Bayern-Coach Niko Kovac war immer wieder Objekt vieler Spekulationen. Zunächst sagte er aus familiärer Verbundenheit zu Vorgänger Covic ab: Kovac ist Taufpate von Covics Sohn Maurice (21), daher "sind wir eine Familie. Und deswegen werde ich nicht Nachfolger von Ante".

Laut Bild holte sich Preetz auch nach dem Klinsmann-Aus und nun erneut einen Korb von Kovac ab. Er wolle den Klub nicht inmitten der Saison übernehmen, ließ nun offenbar sogar offen, ob er überhaupt im Sommer zur Verfügung stehen würde. Angeblich zieht es den Ex-Bayern-Coach in die Premier League. Labbadia sei nur Plan B gewesen.

Dennoch soll er nun für Ruhe bei der Hertha sorgen. Freilich sorgte auch Labbadia, wo er auch arbeitete, für Schlagzeilen und brach in Wolfsburg nach einem Zwist mit Sportchef Jörg Schmadtke seine Zelte ab. Ein neuerliches Facebook-Gate ist von ihm aber wohl eher nicht zu erwarten.

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