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Fussball

Der Sport bleibt unantastbar

Für die Fans in den USA war der Besuch der Bayern ein echtes Erlebnis
© getty

Alle Ziele erreicht - der FC Bayern wertet den US-Trip als vollen Erfolg. Rummenigge stellt die Basis in den Vordergrund. Auch Guardiola hat wichtige Erkenntnisse gewonnen.

Internationalisierung

Mit dem Vorhaben, den FC Bayern in der Welt bekannter zu machen, entschieden sich die Klubchefs 2013, einen Expansionsprozess voranzutreiben.

"Der FC Bayern ist nicht nur eine nationale, sondern eine globale Marke. Nach dem wir schon in China und Indien waren, haben wir uns diesmal mit den USA den größten Markt ausgesucht. Wir wollen hier tätig werden, die Marke FC Bayern groß machen und am Ende des Tages nicht nur Dollar, sondern auch Euros verdienen", sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge im Interview mit SPOX.

Neben verschiedenen Veranstaltungen von Partner Audi, enger Begleiter und Namensgeber der Reise, wie dem Legendenspiel in Brooklyn mit Blick auf die Manhattan-Skyline oder einer Bootstour auf dem Hudson River fanden auch mehrere offizielle Marketing- und Sponsorentermine von adidas, Paulaner und der Telekom statt, bei denen die Spieler im Vordergrund standen.

"Ich möchte mich ausdrücklich bei dem Trainer und der Mannschaft bedanken, dass sie diese Reise so klaglos mitgemacht haben", sagte Rummenigge.

Für das MLS Allstargame ließen die Bayern extra ihre sechs Weltmeister, Dante und Arjen Robben einfliegen. Nach einem Besuch des adidas Headquarter und einer Presserunde für nationale und internationale Medien wurden alle Spieler gegen die Allstars eingewechselt.

Das für die Internationalisierung verantwortliche Vorstandsmitglied Jörg Wacker zog ein überaus positives Fazit der Reise.

"Wir sind sehr zufrieden mit dem, was wir auf dieser Reise erreicht haben. Wir haben unser Büro in New York offiziell eröffnet, bestehende Kontakte intensiviert und neue geknüpft. Zudem sind wir in den deutschen und internationalen Medien sehr gut weggekommen. Und wenn man sieht, wie viele Fans bei den Autogrammstunden waren, können wir sagen, dass wir alle Ziele erreicht haben."

Kein Spagat zwischen Basis und Expansion

Trotz aller Anstrengungen auf wirtschaftlicher Ebene betonte Rummenigge, dass der Sport beim FC Bayern immer im Vordergrund stehen wird.

"Wir machen diese Aktivitäten nur dann, wenn sie in Einklang stehen mit unseren sportlichen Zielen und diese nicht gefährden. Der FC Bayern ist und bleibt in erster Linie ein Fußballverein", sagte er.

Rummenigge schloss den Aufbau eines Farm Teams in den USA ebenso aus wie Transfers von Spielern, die aus wirtschaftlich interessanten Ländern kommen.

"Der FC Bayern wird niemals einen Spieler holen, nur um in dessen Heimat einen Hype auszulösen. Sonst hätten wir schon einen Japaner, einen Chinesen und einen Inder verpflichten müssen. Wir werden nur Spieler holen, von denen wir überzeugt sind, dass sie uns sportlich besser machen. Wir werden nie Spieler verpflichten, nur um mit deren Trikots Geld zu verdienen", stellte Rummenigge klar.

Sportlicher Wert der Reise

Red Bull Arena, University of Portland, Providence Park - Pep Guardiola nutzte die unterschiedlichen Locations für intensive Trainingseinheiten. Der Trainer ließ seine Spieler in der Sommerhitze von New York und Portland teilweise zweimal am Tag 90 Minuten schwitzen.

"Wir haben sehr gut trainiert. Die Spieler haben konzentriert und intensiv gearbeitet. Wir hätten uns gewünscht, auch das zweite Spiel zu gewinnen, aber insgesamt sind wir sehr zufrieden", resümierte Sport-Vorstand Matthias Sammer, der jede Trainingseinheit beobachtete.

Guardiola ließ viel mit dem Ball arbeiten, leitete viele Übungen selbst und unterbrach die unterschiedlichen Spielformen immer wieder, um seinen Spieler Fehler aufzuzeigen und Korrekturen vorzunehmen.

"Der Trainer hat viel mit uns gesprochen, auch über taktische Dinge. Ich denke, dass wir in der Vorbereitung einen großen Schritt vorangekommen sind", sagte David Alaba.

In den beiden Testspielen wurden die Bayern gefordert. Chivas Guadalajara spielte sehr körperbetont, die Allstars legten vor allem nach der Pause ein hohes Tempo vor.

"Die Testspiele waren wichtig und ich habe einige Dinge gesehen, die für mich und mein Trainerteam wichtig sind", sagte Guardiola.

Sportliche Erkenntnisse

Guardiola setzt klar auf die Dreierkette in der Abwehr. Javi Martinez füllte in den Tests und in vielen Trainingseinheiten die Rolle des zentralen Spielers aus.

Neben ihm spielten in Abwesenheit von Jerome Boateng und Dante wahlweise Holger Badstuber, Rafinha, Juan Bernat und Alaba. Der so lange verletzte Badstuber trat in den Testspielen noch kürzer.

Franck Ribery hat seine Rückenprobleme überwunden und im Training ordentlich Gas gegeben. "Er braucht nicht mehr lange, bis er wieder ganz der Alte ist. Wie Franck arbeitet, ist beeindruckend", lobte Sammer.

Positiv aufgefallen ist insbesondere im ersten Testspiel erneut Gianluca Gaudino. Der 17-Jährige verbindet sein fußballerisches Können mit einem bemerkenswerten Auftreten auf dem Platz.

"Gianni ist im Kopf sehr stark. Er bleibt auf dem Boden und ist abseits des Platzes viel mit den anderen jungen Spielern zusammen. Und seine Qualitäten auf dem Platz sind überragend", sagte Guardiola zu SPOX.

Robert Lewandowski zeigte gegen die Allstars einen Vorgeschmack dessen, was sich die Bayern und ihre Fans von ihm erwarten dürfen. "Robert ist der beste Stürmer der Welt", erklärte Rummenigge im SPOX-Interview.

Ersatztorhüter Tom Starke lieferte zwei gute Testspiele ab, muss sich ab sofort aber mit Neuzugang Pepe Reina um den Nummer-zwei-Status auseinandersetzen.

Juan Bernat und Sebastian Rode haben sich gut eingefügt, wenngleich Rode im Mittelfeldzentrum gegen die Allstars nicht viel gelang.

Transferaktivitäten beendet

Durch die fast abgeschlossene Verpflichtung von Pepe Reina hat der FC Bayern seine Aktivitäten auf dem Transfermarkt für diesen Sommer eingestellt.

"Unser Trainer hat ausdrücklich gesagt, dass er mit der Qualität des Kaders hochzufrieden ist", sagte Rummenigge.

Xherdan Shaqiri wird ebenso in München bleiben wie Jerome Boateng, den spanische Medien mit dem FC Barcelona in Verbindung gebracht hatten.

"Da ist eine spanische Ente durch die Gegend geflogen. An uns ist niemand herangetreten und wir würden Jerome auch niemals abgeben", erklärte Rummenigge.

Shaqiri, der mit seinem Abschied von Bayern kokettierte, um mehr Spielpraxis zu bekommen, bekommt keine Freigabe. "Der Trainer mag Xherdan und ist überzeugt von ihm. Wenn er gesund bleibt, wird er seine Spiele machen", so Rummenigge.

Offen bleibt dagegen die Zukunft von Diego Contento. Nicht unwahrscheinlich, dass der Verteidiger die Bayern noch vor Schließen des Transferfensters am 31. August verlässt. Girondins Bordeaux gilt als heißester Kandidat auf eine Verpflichtung.

Nächster Schlagabtausch mit Borussia Dortmund

Karl-Heinz Rummenigge betonte in Portland das professionelle Verhältnis zum Konkurrenten aus Westfalen. Das sehen die BVB-Bosse anders.

Nachdem Rummenigge mehrmals in Interviews über Vertragsklauseln von Marco Reus gesprochen hatte, ließ BVB-Sportrdirektor Michael Zorc mitteilen: "das hat eine neue Qualität. Karl-Heinz Rummenigge sollte einfach mal den Mund halten."

Für die Spieler hat der Schlagabtausch vor dem Duell im Supercup am kommenden Mittwoch keine Bewandtnis.

"Wir brauchen den Ärger mit dem BVB. Da schaukelt man sich gegenseitig ein bisschen hoch und das macht einen nur besser", sagte Lewandowski der "Sport Bild".

Der FC Bayern München im Überblick

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