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Fussball

"Blick muss nach vorne gehen"

Von Marco Heibel
Hecking reagierte verschnupft auf die Leistungen von Esswein und die Pfiffe gegen Antonio
© Getty

Vor dem richtungsweisenden Bundesliga-Spiel am kommenden Sonntag gegen den FC Augsburg muss sich Dieter Hecking, Trainer des 1. FC Nürnberg, nach zuletzt vier Niederlagen in Folge kritische Fragen gefallen lassen. Noch stellt sich der Trainer vor seine kriselnde Abwehr, übt aber auch Selbstkritik.

Gegenüber "bild.de" sprach Club-Trainer Dieter Hecking offen über die aktuelle Krise seiner Mannschaft, die nach sieben Spieltagen nur auf Tabellenplatz 14 liegt und mit 14 Gegentoren aktuell die schlechteste Abwehr der Liga stellt. "Natürlich werden wir die letzten vier Spiele und gerade Freiburg noch einmal gemeinsam analysieren. Aber dann muss der Blick wieder nach vorne gehen. Man kann auch alles zerreden."

Insbesondere vom hochtalentierten U-21-Nationalspieler Alexander Esswein fordert Hecking eine deutliche Leistungssteigerung: "Alex ist ein klasse Junge, aber es ärgert mich gewaltig, wenn er sein Potenzial nicht abruft. Er musste mit meiner öffentlichen Kritik auch mal spüren, dass ich mir nicht alles bieten lassen kann."

Hecking hatte Esswein nach zuletzt lustlosen Trainingsleistungen Desinteresse vorgeworfen. Essweins Leistung beim 0:3 in Freiburg hatte der Trainer öffentlich als "nicht gut" bewertet. Allerdings gab Hecking auch zu: "Im Nachhinein würde ich es vielleicht nicht mehr machen."

Generell fordert Dieter Hecking aber von jedem im Verein eine gesunde Portion Selbstkritik: Diese sei "kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke." Er selber wisse, dass er sich nach Niederlagen künftig "schneller runter kommen muss".

Pfiffe der Fans schwächen die Mannschaft

Das größte Sorgenkind bei den Franken ist aktuell Innenverteidiger Marcos Antonio. Der brasilianische Neuzugang hatte vor allem beim 0:2 gegen den VfB Stuttgart am 6. Spieltag schwach gespielt und durch kapitale Fehler die Niederlage eingeleitet.

Daraufhin wurde er vom eigenen Anhang bereits während des Spiels ausgepfiffen. Für seinen Trainer unverständlich: "Ich habe Verständnis, wenn die Fans nach einem Spiel pfeifen, aber nicht während der Partie. Antonio hat das sehr getroffen."

Dennoch erwartet Hecking vom Brasilianer eine Trotzreaktion: "Ich will sehen, dass er es jetzt allen zeigen will." Sollte diese Reaktion ausbleiben, könnte man die dünn besetzte Innenverteidigung erst im Winter verstärken - obwohl Hecking das derzeit noch für unwahrscheinlich hält: "Ich bin kein Freund von neuen Spielern in der Winterpause. Aber natürlich beobachten wir immer den Markt."

Dieter Hecking im Steckbrief

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