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Fussball

"Wir gehören da eigentlich nicht hin"

Von Für SPOX am Millerntor: Benny Semmler
Gerald Asamoah (Dritter von links) war einer der Pauli-Matchwinner gegen Nürnberg
© Getty

Aufsteiger St. Pauli grüßt nach dem Heimsieg gegen Nürnberg von Platz fünf der Tabelle. Gerald Asamoah hatte mit einem Treffer und einer Vorlage maßgeblichen Anteil an dieser tollen Momentaufnahme. Im Interview spricht der Ex-Schalker über Coach Holger Stanislawski, den momentanen Höhenflug und einen "Weltklasse"-Mitspieler.

SPOX: Ein Partysieg im Partystadion. Sind Sie erleichtert?

Gerald Asamoah: Auf jeden Fall. Die Diskussionen, dass wir zuhause noch nicht gewonnen haben, ging ja los. Nun ist der Sieg da. Das ist schön.

SPOX: 13 Punkte und Platz vier. Sind die Zahlen schon bei Ihnen angekommen?

Asamoah: So richtig glauben kann man das eigentlich nicht. Platz vier nach acht Spielen ist perfekt und wir sollten diesen Moment ruhig genießen. Aber wir wissen natürlich alle, dass wir da oben eigentlich nicht hingehören.

SPOX: Die Nürnberger spielten lange extrem defensiv und die ersten beiden Tore fielen nach einem Eckball. Sind Standardsituationen in so einer Partie der einzige Schlüssel?

Asamoah: Wir wussten ja, dass Nürnberg auswärts mit fast derselben Taktik spielt wie wir. Sie stehen hinten sehr, sehr kompakt und kommen mit den schnellen, trickreichen Spitzen schnell vor das gegnerische Tor. Als Heimmannschaft ist es dann schwer, Chancen herauszuspielen. Umso wichtiger sind dann die Standards.

SPOX: Einen Tag vor dem Spiel hat Holger Stanislawski speziell Standarsituationen trainieren lassen. Nun fielen zwei Tore nach einem ruhenden Ball. Also hat der Trainer alles richtig gemacht?

Asamoah: Nein, im Gegenteil. Ebbe und ich waren beim Standardtraining gar nicht dabei. Wir beide haben an der Kollaustraße trainiert und die Standardtruppe war im Stadion. Deswegen wusste ich gar nicht, was ich bei der Ecke machen sollte und habe mich einfach irgendwo hingestellt - und dann kam der Ball. Und er ist wieder reingegangen.

SPOX: Zwei Mal wurde die Führung abgegeben, aber die Mannschaft knickte nie ein. Der Charakter scheint zu stimmen.

Asamaoh. Absolut. Die Jungs wollen - und zwar alle. Die auf dem Platz stehen sowieso. Aber die auf der Bank sitzen genauso. Jeder ist heiß auf Punkte. Dass wir heute nach zwei Ausgleichstreffern am Ende noch den Dreier einfahren, zeigt unsere Stärke. Wir wollen immer siegen.

SPOX: Sie haben phasenweise als Zehner gespielt. Eine Position, die man für gewöhnlich nicht sofort mit Ihrem Spiel in Verbindung bringt.

Asamoah: Ja, das war auch für mich neu. Aber ich habe mit Ebbe häufiger die Position getauscht, und dann hat er sich mal auf die Zehn fallen lassen. So hat das der Trainer auch vorgegeben. Wir sollten früh wechseln, damit der Gegner sich nicht auf uns einstellen kann.

SPOX: Holger Stanislawski sagt, dass Sie noch nicht bei 100 Prozent sind. Wie sehen Sie Ihren Zustand?

Asamoah: Ich bin sicherlich noch nicht so weit, dass ich das komplette Programm über 90 Minuten spielen kann. Deswegen habe ich dem Trainer ja auch das Zeichen gegeben, dass ich nicht mehr kann. Ich bin schließlich alt genug um zu wissen, wann es nicht mehr geht. Jetzt brauche ich Spiele und dann kommt die Fitness automatisch.

SPOX: Matthias Lehmann ist seit Wochen in glänzender Form. Ein paar lobende Wort vielleicht...

Asamoah: ...ja, Matze Lehmann ist echt wichtig für uns. Der kämpft und läuft und ackert alles weg. Als ich heute auf der Zehn gespielt habe, habe ich gemerkt, wie viel du in der Zentrale laufen musst. Und Matze läuft ja noch mehr als ich. Also Hut ab! Der macht das gerade weltklasse.

Spielbericht: Bruns köpft Pauli zum ersten Heimsieg

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