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Fussball

Klinsi will's wissen: Wer gibt am meisten Feuer?

Von Thomas Gaber
Franck Ribery und Massimo Oddo trainieren unter strenger Beobachtung von Jürgen Klinsmann
© Getty

Zehn Tage lang bolzte der FC Bayern Kondition unter der Sonne Dubais, seit Mittwoch bereitet sich die Mannschaft von Trainer Jürgen Klinsmann im frostigen München auf die Rückrunde vor.

"Nach der Grundlagenarbeit in Dubai und Abu Dhabi geht die Fitnessarbeit noch weiter, aber kombiniert mit immer mehr fußballerischen Elementen. Wir wollen die Automatismen so schnell wie möglich wieder hineinbekommen", sagte Jürgen Klinsmann der vereinseigenen Website.

Klinsi rotiert weiter

Den Test gegen den Regionalligisten 1. FC Bamberg sieht Klinsmann als willkommene Gelegenheit, ordentlich durchzurotieren. "Das wird erst im Testspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern (19. Januar, d. Red.) nachlassen", so Klinsmann.

Und Manager Uli Hoeneß stellt in der "Bild" klar: "Das sind keine Jux-Spiele, sondern ernsthafte Tests für die Rückrunde. Jetzt geht es um die Stammplätze. Alle Spieler können dem Trainer zeigen wie fit und heiß sie sind."

24 Spieler kämpfen bis zum ersten Pflichtspiel am 27. Januar im DFB-Pokal beim VfB Stuttgart um elf Plätze.

Grundgerüst steht

"Das Grundgerüst steht zwar, weil die Spieler, die sich vor allem zum Ende der Hinrunde sehr stark positioniert haben, einen kleinen Bonus haben. Aber in jeder Vorbereitung findet eine kleine Neudefinierung statt. Da haben wir ein Auge drauf. Wir wollen sehen, wer richtig Feuer gibt", sagt Klinsmann.

Der Coach hat in Dubai registriert, "dass einige Spieler versuchen, in die Startelf reinzukommen."

SPOX zeigt, wer auf welcher Position vom Klinsi-Bonus profitieren könnte und wer in die Stammelf drängt.

Tor: Michael Rensing ist die unangefochtene Nummer eins, wenngleich Hans-Jörg Butt und Thomas Kraft in den Testspielen in Abu Dhabi und Jeddah jeweils eine Halbzeit ran durften.

"Ich spüre die volle Rückendeckung der Verantwortlichen", sagte Michael Rensing im SPOX-Interview.

Klinsmann gibt Rensing die Zeit, sich weiterzuentwickeln. "Er hat in der Hinrunde Fortschritte gemacht. Wir vertrauen ihm voll und ganz", sagte Klinsmann in Dubai.

Abwehr: Philipp Lahm hat auf seiner linken Seite nichts und niemanden zu befürchten. "Philipp ist Weltklasse", sagt Klinsmann. Christian Lell und Massimo Oddo kämpfen um die Position hinten rechts, Willy Sagnol droht das Karriereende.

Da Oddo wegen seiner Roten Karte aus dem letzten Hinrundenspiel beim VfB Stuttgart (2:2) für die ersten drei Rückrundenspiele gesperrt ist, bekommt Lell seine Chance.

Milan-Leihgabe Oddo konnte in der Hinrunde nicht überzeugen, seine Chancen auf ein längerfristiges Engagement in München sind gering. "Wir werden im April entscheiden, was mit Oddo passiert", erklärte Bayern-Manager Uli Hoeneß.

Die rechte Abwehrseite ist Bayerns Schwachstelle, angeblich haben die Münchner bereits ein Auge auf den 23-jährigen Defensivallrounder Vassilios Torosidis von Olympiakos Piräus geworfen.

Van Buyten nah dran

In der Innenverteidigung sind Martin Demichelis und Lucio gesetzt. Der loyale Ersatzmann Daniel van Buyten ist nah dran und bekam beim 2:1 gegen Hoffenheim am 16. Spieltag den Vorzug vor Demichelis. "Daniel geht mit seiner Situation sehr professionell um und macht Dampf. Es ist ein großes Glück, so einen Spieler im Kader zu haben", sagte Klinsmann in Dubai.

Beim 3:2-Sieg gegen Al Jazeera erzielte van Buyten zwei Tore, eins auf jeder Seite.

Lehrling Breno wird auch in der Rückrunde über Kurzeinsätze nicht hinauskommen.

Mittelfeld: An Franck Ribery auf links und Ze Roberto im zentralen defensiven Mittelfeld kommt keiner vorbei. "Ich spiele meine beste Saison beim FC Bayern. Jürgen Klinsmann lässt mich offensiver spielen als Ottmar Hitzfeld. Davon profitiere ich", sagte Ze Roberto zu SPOX.

Mark van Bommel hat gegenüber Andreas Ottl und Tim Borowski Vorteile. Der Niederländer kokettiert mit seinem Abschied vom FC Bayern, die Anzeichen verdichten sich, dass van Bommel das neue Vertragsangebot des FC Bayern nicht annehmen und den Verein am Saisonende verlassen wird.

"Wenn sich meine Familie in München nicht wohlfühlen würde, wäre ich schon weg", sagte van Bommel zu SPOX.

Bis zum 31. Januar muss der 31-Jährige der Klubführung seine Entscheidung mitteilen. Spannend wird sein, wie Klinsmann mit seinem Kapitän umgeht, sollte van Bommel seinen Abschied verkünden. In der Hinrunde saß er zwischendurch schon einmal für mehrere Spiele auf der Bank.

Altintop gibt Schweinsteiger Feuer

Bastian Schweinsteiger muss im rechten Mittelfeld mit einem Angriff von Hamit Altintop rechnen. Im Moment hat Schweini noch knapp die Nase vorn.

"Dass Hamit wieder zurück ist, ist eine sehr positive Situation. Er hat uns als Teamspieler gefehlt. Er ist auch einer, der den Laden zusammenhält. Er belebt die Situation jetzt ungemein", lobte Klinsmann den Türken.

Für Toni Kroos bleibt vorerst nur die Jokerrolle, Jose Ernesto Sosa hat kaum Chancen auf regelmäßige Einsätze.

Sturm: Die Lage ist eindeutig. Luca Toni und Miroslav Klose sind gesetzt. Bald-Kölner Lukas Podolski hat aufgrund von Verletzungen seit Ende November nicht mehr vernünftig trainiert und ist der große Verlierer der Vorbereitung.

Donovan hinterlässt positiven Eindruck

Leihgabe Landon Donovan hat ihm den Rang als dritter Stürmer abgelaufen.

"Der Eindruck von Donovan ist sehr positiv - nicht nur in den Spielen, sondern auch, wie er sich in die Gruppe eingelebt hat", erklärte Klinsmann.  Der Coach weiß aber auch: "Sich von heute auf morgen beim FC Bayern durchzusetzen, ist nicht einfach."

Bis Ende Februar muss der US-Amerikaner beweisen, ob er das Zeug dafür hat und den Bayern eine hohe Ablösesumme von bis zu zehn Millionen Euro wert ist.

Der Kader des FC Bayern im Überblick

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