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Fussball

Es lebe die Bundesliga!

Von Thomas Gaber
Mit seinen 18 Treffern hat Vedad Ibisevic (r.) erheblichen Anteil an der Hoffenheimer Erfolgsstory
© Getty

Aufsteiger Hoffenheim ist Herbstmeister, die Spitzenteams sind so gut, die Teams im Keller so schlecht wie lange nicht und die Fans lieben ihre Bundesliga so innig wie noch nie. Die Hinrunde der 46. Bundesliga-Saison lieferte jede Menge historischer Daten. SPOX zieht Bilanz.

Hoffenheim ist Herbstmeister: Ein Aufsteiger nach Halbzeit an der Spitze - das gab's in 46 Jahren Bundesliga erst einmal. In der Saison 1997/98 stand der 1. FC Kaiserslautern nach 17 Spielen ganz oben, machte im ersten Rückrundenspiel die Bayern rund, ließ sich nicht mehr vom Gipfel verdrängen und holte sich durch viele Olaf-Marschall-Last-Minute-Gedächtnistore den Titel.

Trio infernale: 1899 Hoffenheim: 42 Tore. Bayern München: 39 Tore. Werder Bremen: 39 Tore. Erstmals seit 24 Jahren erzielten drei Teams mindestens 39 Tore. Zuletzt gelang dies in der Saison 1984/85, als sogar vier Teams mindestens 40 Tore schossen. U.a. der 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach.

Fünf Pfeifen: Apropos Borussia Mönchengladbach. Die Fohlen bilden das Ende einer sportlich miesen Phalanx. Die letzten fünf Mannschaften der Tabelle holten im Schnitt poplige 12,4 Punkte. Eintracht Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen dürfte mit seiner Annahme Recht behalten: "In dieser Saison reichen 30 Punkte für den Klassenerhalt." Der Tabellen-14. Karlsruher SC hat 14 Zähler auf dem Konto - seit Einführung der 3-Punkte-Regel in der Saison 1995/96 hatte ein Tabellen-14. noch nie weniger Punkte.

Zuschauermagnet Bundesliga

Kuschelliga: Unten ist's eng, oben ist's eng. Die letzten fünf Teams sind nur drei Punkte auseinander, die ersten fünf Teams sind nur drei Punkte auseinander. Hoffenheim (35), Bayern (35), Hertha (33), HSV (33) und  Leverkusen (32) spielten erstaunlich konstant. Zwischen Platz eins und fünf nur drei Punkte - selbstverständlich ein Novum in der Bundesliga.

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Fans, Fans, Fans: Ganz Europa erbleicht vor Neid! Die Bundesliga hat ihren Status als Zuschauer-Krösus einmal mehr eindrucksvoll bewiesen. 6.254.776 Fans strömten in die Stadien - ein sagenhafter Schnitt von 40.880 pro Spiel und natürlich neuer Bundesligarekord! Mit Mönchengladbach und Köln haben es gleich zwei Aufsteiger in die Top 7 geschafft. Angeführt wird die Zuschauerliste traditionsgemäß von Borussia Dortmund (72.934) und Bayern München (69.000).

Sichere Jobs: In Zeiten der Rezession verzichten Präsidenten, Sportdirektoren, Manager und Aufsichtsräte auf Schnellschüsse in Trainerfragen. Lediglich Borussia Mönchengladbach (Jos Luhukay) und der VfB Stuttgart (Armin Veh) setzten ihren Übungsleiter vor die Tür. Edmund Becker (KSC), Marcel Koller (Bochum), Bojan Prasnikar (Cottbus), Michael Frontzeck (Bielefeld), Friedhelm Funkel (Frankfurt), Dieter Hecking (Hannover 96) und Fred Rutten (Schalke 04) standen zwischenzeitlich auf der Abschussliste - alle durften bleiben.

Offense wins

Bomber Vedad: Einst bei Alemannia Aachen verkannt, setzte Vedad Ibisevic dem bunten Treiben von 1899 Hoffenheim die Krone auf. 18 Mal trug sich der Bosnier in die Torschützenliste ein. Das schafften in der Bundesliga bislang nur zwei weitere Spieler: Gerd Müller und der Düsseldorfer Peter Meyer in der Saison 1967/68. Ein Vergleich mit Müller hinkt aber ziemlich. Der Bomber der Nation (Lieblingsspruch: "Wennst vor dem Tor denkst, ist's eh zu spät") schoss in 427 Bundesligaspielen 365 Tore, ein Rekord für die Ewigkeit. Müller ist eine Legende, Ibisevic bastelt dran.

Luca Toni: Wenn ein Bundesligaspieler Gerd Müller nahe kommt, dann sein x-ter Nachfolger im Bayern-Sturm: Luca Toni. Der Italienische Weltmeister lief in Pflichtspielen bislang 65 Mal im Trikot der Münchner auf und war an 66 Toren beteiligt. 49 Mal wurde am Ohr geschraubt, dazu kommen 17 Vorlagen. Eine beeindruckende Quote.

Tore satt: 462 Tore fielen in der Hinrunde. Ein Schnitt von 3,02 pro Spiel und eine deutliche Steigerung im Vergleich zur letzten Saison (2,82 Tore pro Spiel). Für Hertha-Manager Dieter Hoeneß ist Bayern-Coach Jürgen Klinsmann der Urheber des Offensivtrends in der Bundesliga. "Jürgen hat in seiner Zeit als Bundestrainer diesen Trend vorgegeben. Viele Trainer haben das übernommen und die Bundesliga profitiert davon." Vom Ligarekord sind die 18 Teams der Saison 2008/09 allerdings noch weit entfernt. In der Hinrunde 1984/85 klingelte es 569 Mal, 3,72 Mal pro Spiel.

Schalke 09: Königsblau schaffte in der Hinrunde ein selten dämliches Kunststück. In Dortmund und in Hoffenheim hatte Schalke die Partie jeweils fest im Griff, führte beim BVB schon 3:0 und war am Sonntag auf dem besten Weg, den Bayern zur Herbstmeisterschaft zu verhelfen. Doch jeweils brannten den Schalkern die Sicherungen durch, in Dortmund flogen Fabian Ernst und Christian Pander vom Platz, in Hoffenheim Jermiane Jones und Orlando Engelaar. Zwei Hinrundenspiele beendete Schalke mit nur neun Mann - so doof war noch keine Mannschaft in der Bundesliga. 

Ergebnisse und Tabelle der Bundesliga

 

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