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Fussball

"Ailton bringt dich nicht weiter"

Von Alexander Mey
© Getty

München - Duisburg-Fan zu sein, ist kein beneidenswerter Job. Ständig dieses Zittern, mal um den Klassenerhalt, mal um den Aufstieg in die Bundesliga.

In dieser Saison ist mal wieder das Zittern um den Klassenerhalt an der Reihe. Und das, obwohl die Mannschaft nominell eigentlich gut aufgestellt scheint.

"Wir sind nicht schlechter als andere", sagte Trainer Rudi Bommer vor kurzem dem "Kicker". Immerhin hat das Team Spieler wie den ehemaligen Torschützenkönig Ailton an Bord. 106 Tore in 218 Bundesliga-Spielen - das muss doch für Qualität bürgen.

Tut es aber nicht. Ailton macht wesentlich mehr Schlagzeilen durch Reisen zu Frau und Kindern und Streitereien mit Bommer als durch Tore. Ein einziges hat er bisher erzielt.

"Da hätten sie lieber Kurth behalten"

Viel zu wenig, meint Georg Koch, der bis zum Sommer im MSV-Tor stand, sich dann aber im Streit in Richtung Zagreb verabschiedet hat. "Ein Typ wie Ailton bringt dich nicht weiter. Mit ihm hat man sich keinen großen Gefallen getan", sagt Koch SPOX.com. "Da hätten sie lieber Markus Kurth behalten. Das wäre besser gewesen."

Seine Erklärung: "In dieser Mannschaft sind andere Qualitäten gefragt. In der momentanen Situation muss ein Stürmer einfach nur treffen und alles für den Verein geben. Es gab jetzt schon zu viele belanglose Geschichten im Hintergrund, die für Aufruhr gesorgt haben. Und wenn die Mannschaft durch so etwas nicht zur Ruhe kommt, wird es natürlich schwierig."

Der Club als Initialzündung

So schwierig, dass vor dem letzten Spiel gegen Nürnberg die Hoffnung auf den Klassenerhalt schon zu schwinden schien. Nach zuvor neun Pleiten in zehn Spielen könnte das 1:0 gegen den Club jedoch Gold wert sein.

"Es war enorm wichtig, dass der Bock mit dem Sieg gegen Nürnberg umgestoßen wurde. Das kann für den weiteren Verlauf der Saison ein ganz wichtiger Faktor sein", bestätigt Koch.

Vergesst Bayern

So wie gegen Nürnberg könnte es eigentlich weitergehen. Wäre da nicht die Laune des Fußball-Schicksals, dass Duisburg ausgerechnet jetzt in die Allianz-Arena zum FC Bayern München reisen muss (Sa., 15.30 Uhr im SPOX-LIVE-TICKER).

Es müsste schon ein kleines Wunder geschehen, sollte der MSV beim Tabellenführer seinen Aufwärtstrend fortsetzen können. Dennoch zieht sich Bommer nicht ins Schneckenhaus zurück: "Nur hinten stehen wollen wir nicht. Die Mannschaft soll Respekt vor den Bayern haben, aber auf keinen Fall Angst."

Klingt, als wolle Bommer in München tatsächlich etwas holen. Ein Gedanke, an den er keine Energie verschwenden sollte, meint Georg Koch: "Man sollte sich nicht auf Bayern München konzentrieren, sondern stattdessen an das folgende Heimspiel gegen Frankfurt denken."

Da noch einmal punkten und sich dann in der Winterpause in aller Ruhe auf den Abstiegskampf in der Rückrunde vorbereiten.

Volle Rückendeckung für Bommer

Mit Rudi Bommer, der sich der vollen Rückendeckung von Vereinsboss Walter Hellmich sicher sein kann. "Wenn der Präsident sagt, er rüttelt nicht am Trainer, dann zieht er das auch durch. Um Bommer mache ich mir keine Sorgen", bestätigt Koch, der nach seiner Ausbootung nicht im Verdacht steht, ein besonderer Hellmich-Freund zu sein.

Bleibt nur noch die Frage, ob ein gestärkter Bommer allein reicht, um mit dem Kader des MSV die Klasse zu halten.

Lobeshymne auf Roque Junior

Eine Schlüsselrolle wird in dieser Frage Neuverpflichtung Roque Junior spielen. Ausgerechnet der alternde Brasilianer, der bei Leverkusen zuletzt nur noch die Bank gedrückt hat, soll der Heilsbringer sein.

Klingt unwahrscheinlich, soll aber so kommen. "Die Verpflichtung von Roque Junior war der absolut richtige Schritt. Genau so ein Spielertyp hat Duisburg gefehlt", outet sich Koch als echter Roque Junior-Fan.

Doch damit noch lange nicht genug: "Ich rede nicht nur von seiner Robustheit, sondern auch von der spielerischen Qualität und vor allem der Ausstrahlung. An einem Typ wie Roque Junior können sich die anderen hochziehen."

Viel weiter runter geht es von Tabellenplatz 17 auch nicht. Doch Trost ist nahe. Schließlich fehlen trotz elf Niederlagen in 15 Spielen nur zwei Pünktchen zum rettenden Ufer.

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