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Fussball

VfB nach Pokal-Krimi erleichtert

SID

Stuttgart - Zittersieg statt Befreiungsschlag, Erleichterung an Stelle von Begeisterung: Beim VfB Stuttgart war nach dem 3:2 (2:2, 2:0) im Verlängerungskrimi gegen Zweitliga-Schlusslicht SC Paderborn von Freude über den Achtelfinal-Einzug im DFB-Pokal nur wenig zu spüren.

Horst Heldt brachte die Stimmung auf den Punkt: "Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen." Zugleich war der Sportdirektor bemüht, aus dem 120-Minuten-Kraftakt Energie für die nächsten Herausforderungen in Bundesliga und Champions League zu schöpfen. "Jetzt ist die Aufgabe, das Gute daraus zu ziehen, und das werden wir auch tun."

Dabei hätte es für den Meister ein idealer Zweitrundenabend werden können. Doch vier Tage nach dem mühevollen 1:0 gegen Bayer Leverkusen konnte der VfB erneut nicht nachweisen, dass er seine Krise bewältigt hat.

VfB verspielt Führung 

Nach zähflüssigem Beginn hatten den Gastgebern zwei lichte Momente gereicht, um durch das sehenswerte Zusammenspiel der emsigen Yildiray Bastürk und Thomas Hitzlsperger schon wie der sichere Sieger auszusehen.

Zunächst Bastürk mit der Hacke und Hitzlsperger mit rechts (31.), kurz darauf der Spielmacher mit einem schönen Pass und der Kapitän mit links (36.) - schon war die 2:0-Pausenführung perfekt. "Da ist das Ding normalerweise gelaufen", sagte Trainer Armin Veh.

Fach weiter zuversichtlich   

Dass der 46-Jährige nochmal richtig bangen musste, hatte sich seine Mannschaft durch ihre Passivität selber zuzuschreiben. "Wir haben in der zweiten Halbzeit nachgelassen und nicht mehr nach vorne gespielt, obwohl der Trainer uns ausführlich darauf hingewiesen hat, dass wir auf das dritte Tor spielen sollen", gestand Bastürk.

Ein Doppelpack der in der 2. Liga noch sieglosen Gäste machte alle Hoffnungen auf einen Nerven schonenden Heimsieg zunichte. Der eingewechselte Erwin Koen wuchtete einen Freistoß aus rund 20 Metern an die Unterkante der Latte (66.), von wo der Ball Torhüter Raphael Schäfer unglücklich an den Rücken und von dort ins Tor prallte.

Nils Döring (69.) brachte das Team von Holger Fach in die Verlängerung. "Es ist schwierig für eine Mannschaft, immer wieder aufzustehen. Aber wir werden das wieder schaffen", sagte Fach aufmunternd.

Heldt sieht Positives 

Kurz vor Schluss ersparte Nationalstürmer Mario Gomez mit seinem Kopfball (118.) nach Bastürk-Flanke den 7500 Zuschauern im Daimlerstadion wenigstens das Nervenspiel Elfmeterschießen. "Dem Mario tut es natürlich gut, dass er das entscheidende Tor gemacht hat", freute sich Veh für den zuletzt nicht allzu treffsicheren und oft kritisierten "Fußballer des Jahres".

Heldt fand noch mehr Positives. "Matthieu Delpierre hat nach langer Verletzungspause gleich 120 Minuten durchgespielt, Yildiray hat alle drei Tore vorbereitet und Thomas hat zwei Mal getroffen." Sogar die Kräfte zehrende Extraschicht nahm der 37-Jährige mit Humor: "Nürnberg hat ja auch eine Verlängerung gespielt. Da wollten wir für Samstag gleiche Voraussetzungen schaffen."

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