-->
Cookie-Einstellungen
Fussball

Warum eigentlich nicht gleich MSVfL?

Von Holger Britzius
© SPOX

München - Ein spannendes Derby haben sich die DFL-Spieltagsmacher da für den heutigen Freitagabend (ab 20.30 Uhr im SPOX-LIVE-TICKER und bei Premiere) ausgedacht - Duisburg gegen Bochum, Ruhrgebietsrivalität pur, der 17. gegen den 13., Abstiegskampf in Reinnatur.

Darum ganz schnell einmal die brandheißen Fakten: Nach über zwei Monaten ohne Heimsieg und dem Absturz auf einen Abstiegsrang will der MSV Duisburg gegen den auswärtsschwachen VfL Bochum einen "ganz wichtigen Dreier" einfahren, wie MSV-Coach Rudi Bommer sagte, schließlich sei ein Sieg Pflicht.

Bis auf den gesperrten Björn Schlicke kann Bommer aus dem Vollen schöpfen. Sein Kollege Marcel Koller kann das nicht von sich behaupten.

Wie wär's mit einer Fusion? 

Jan Lastuvka wird nach Rückenproblemen noch nicht ins Tor zurückkehren und Rene Renno eine weitere Bewährungschance erhalten. Zudem fehlen immer noch die verletzten Thomas Zdebel, Martin Meichelbeck, Oliver Schröder und Philipp Bönig.

So weit, so unspannend. Oder glaubt im Ernst jemand, dass sich jenseits von Nordrhein-Westfalen irgendjemand so richtig für dieses Spiel interessiert? Darum hat SPOX einen ganz perfiden und revolutionären Plan zurecht gezimmert: Die Fusion des MSV Duisburg und des VfL Bochum als beidseitige freundliche Übernahme.

WAZ, Arbeitslose, Steinkohle 

Die Gemeinsamkeiten der beiden Städte sind jedenfalls nicht von der Hand zu weisen: Sie haben die selbe Autobahn A40. Informationen erhält man hier und dort von der selben Tageszeitung, der "WAZ". Ihr Image ist noch immer nicht das beste. Schuldenstand und Arbeitslosenquote halten sich die Waage und schon in früheren Zeiten haben Bochum und Duisburg gut harmoniert - in der einen Stadt wurde die Steinkohle abgebaut, in der anderen Stahl daraus produziert.

Noch auffälliger ist aber die Ähnlichkeit der beiden Vereine, von den Klubfarben ganz abgesehen. Die Bilanz ist die Statistik gewordene Lose-Lose-Situation: In insgesamt 40 Spielen trennten sich VfL und MSV 13 Mal unentschieden, Bochum konnte 14 Siege einfahren, Duisburg deren 13. Jeweils zweifach spielte man im UEFA-Cup, der Meidericher Spielverein verlor dreimal das Pokalfinale, Bochum musste sich zweimal geschlagen geben.

Platz zwei hinter Bayern 

Und es geht munter weiter: Der Verein für Leibesübungen wechselte sechs Mal zwischen erster und zweiter Liga, Duisburg verzeichnet fünf Ab- und Wiederaufstiege. In der ewigen Tabelle der Bundesliga rangieren die beiden demnach in unmittelbarer Nachbarschaft auf den Plätzen 12 und 14. Würde man nun aus zwei Klubs einen machen und die Punkte addieren, wäre das Platz zwei hinter dem FC Bayern. Der fiktive MSVfL wäre die neue Nummer eins im Revier.

Doch nicht genug der Argumente: Das Potential an Zuschauern wäre bei dann zusammen genommen fast 900.000 Bewohnern immens, die Stadien an Castroper Straße und Wedau natürlich immer voll. Auf der Tribüne würden sich die illustren Söhne der beiden Städte - Herbert Grönemeyer und Wolfgang Clement aus der einen, Nicole Uphoff und Graciano Rocchigiani aus der anderen - ein Stelldichein geben.

Für die Sicherheit bei Spielen gegen Schalke und Dortmund würde natürlich Kommissar Schimanski mit seinen Assistenten Toto und Harry sorgen.

Der doppelte Peter 

Das Sportliche könnten ganz klar die gemeinsamen Ehemaligen beider Klubs regeln - im Einzelnen: Bernhard "Ennatz" Dietz als Trainer, der doppelte Peter (Közle und Peschel) als Spitzenduo auf dem Managersessel und Rolf Schafstall, der beide Vereine schon vor dem Abstieg retten konnte, als Alleinherrscher in der sportlichen Leitung. Abwehrchef und Kapitän wäre natürlich Pavel Drsek, dessen bislang einzige Karriere-Stationen - richtig - Duisburg und Bochum sind.

Was soll also noch schief gehen mit der neuen Reviermacht Duisburg-Bochum? Nun, die Aufstellung wäre folgende: Lastuvka - Maltritz, Drsek, Roque Junior, Bönig - Grote, Zdebel, Mokhtari, Grlic - Sestak, Ailton. Prognose vor der Fusions-Saison: Platz 15. Und damit hätte sich das Thema schon wieder erledigt. Deshalb freuen wir uns doch einfach auf einen spannenden Abend mit dem Revierschlager Duisburg gegen Bochum. Der Spox-Tipp: 1:1.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung