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Formel 1

Rosberg brilliert im Regen-Poker

Von Alexander Maack
Sebastian Vettel, Nico Rosberg und Lewis Hamilton sicherten sich die ersten Plätze in Spa
© xpb

Beim ersten Qualifying nach der Formel-1-Sommerpause ist Nico Rosberg mit einem Erfolg gegen seinen Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton gestartet. Der WM-Führende sicherte sich bei nasser Strecke in Spa-Franchorchamps die Pole-Position für den Großen Preis von Belgien, seine siebte in der Saison 2014.. Weltmeister Sebastian Vettel überraschte derweil und wurde hinter Hamilton Dritter.

Der Red-Bull-Pilot hatte zwar über zwei Sekunden Rückstand auf die Bestzeit, weil er am Freitag wegen eines Brandes seines Motors kaum fahren konnte, ist die Leistung trotzdem hoch einzuschätzen. "Das ist einer der schwierigsten Circuits für uns", sagte Motorsportdirektor Helmut Marko direkt nach dem Qualfying.

Sein Fahrer war trotzdem nicht hundertprozentig glücklich. Über zwei Sekunden nahmen die Silberpfeile dem schnellsten Verfolger ab. Allerdings deuteten sämtliche Teammitglieder bei Red Bull an, dass die Autos voll auf trockene Bedingungen abgestimmt sind. Weniger Abtrieb bedeutet gerade im Regen einen deutlichen Zeitverlust.

Das Qualifying-Resultat in der Übersicht

"Die Lücke ist sehr groß. Das war das Beste, was wir heute machen konnten", räumte Vettel dennoch ein: "Es war ein kniffliges Qualifying. Q2 war schwer für uns. Ich blieb draußen, aber es regnete heftiger. Ich wollte aber einen Extra-Reifensatz für Q3 aufheben. Es war ziemlich eng." Jenson Button hatte den Weltmeister mit seinem letzten Versuch aus den Top 10 verdrängt, Vettel kam allerdings noch nach ihm über den Strich und verbesserte sich auf Platz sieben.

In Q3 bewies der Vierfachweltmeister dann ebenso seine Nervenstärke wie Rosberg, der seine schnellste Zeit im letzten Versuch ablieferte. Allerdings war der Polesetter schon von Beginn an vorn, nachdem sich Hamilton in der ersten Kurve mehrere Fehler leistete. Der Engländer kämpfte während der gesamten Qualifikation mit seinem Auto und verpasste mehrmals die Bus-Stop-Schikane vor dem Ziel.

Hamilton hatte Bremsprobleme

"Mein Bremsbelag vorne links war glasig, also ist das Auto immer nach rechts gezogen", erklärte der 29-Jährige im Anschluss, warum es für ihn nicht zu Startplatz eins gereicht hatte. Mercedes hatte auf seiner Outlap noch mit einigen Anweisungen noch versucht, das Problem abzustellen, es funktionierte aber nicht. "Es gab nichts, was ich tun konnte, um das loszuwerden. Ich habe dadurch massiv Zeit verloren", sagte Hamilton.

Sein Teamkollege störte sich daran kaum. "Hier vorne zu sein, ist großartig", sagte Rosberg nach seiner vierten Pole in Folge: "Es ist auf dieser Strecke im Nassen immer schwierig, deshalb bin ich sehr, sehr glücklich. Das Auto hat sich gut verhalten, mit meinen Ingenieuren habe ich das Feintuning im Qualifying bis zum Ende perfekt hinbekommen. Ich habe mich richtig wohlgefühlt und konnte pushen. Fantastisch."

Vettel und Alonso in Reihe zwei

Hinter Vettel startet am Sonntag sein Dauerrivale Fernando Alonso ins Rennen. Der spanische Ferrari-Pilot egalisierte mit Platz vier sein bestes Quali-Ergebnis des Jahres beim Österreich-GP. "Immer wenn es regnet, muss man ein wenig improvisieren und raten, wieviel Haftung man haben wird", beschrieb der Vizeweltmeister seine Vorgehensweise: "Im Trockenen wären wir sicher nicht Vierter geworden. Es ist also eine gute Nachricht."

Alonso verwies damit unter anderem Daniel Ricciardo im zweiten Red Bull auf Platz fünf. Der Australier hatte sich im entscheidenden Moment bei seiner letzten Runde in Q3 einen kleinen Fehler geleistet und war in Blanchimont von der Strecke gekommen.

"Ich habe ein bisschen zu hart gepusht", räumte der zweimalige GP-Sieger ein: "Das hat ein bisschen Zeit gekostet. Aber unter diesen Bedingungen bekommt man nie eine perfekte Runde zusammen."

Immerhin blieb er noch vor Williams-Pilot Valtteri Bottas (6.), Kevin Magnussen (McLaren/7.) und Kimi Räikkönen (Ferrari/8.), der im Regen für seine diesjährigen Verhältnisse eine gute Leistung zeigte. "Ich habe ein paar Fehler in der letzten Runde gemacht. Es wäre einfach gewesen, weiter vorne zu sein", sagte der Iceman trotzdem. Felipe Massa (Williams/9.) und Jenson Button (McLaren/10.) konnten sein Tempo immerhin nicht mitgehen.

Sutil schlägt enttäuschenden Hülkenberg

Dritter Deutscher hinter Vettel und Rosberg wurde überraschend Adrian Sutil. Er nutzte mit seinem Sauber die Probleme der übrigen Piloten in Q1 und qualifizierte sich als 14. für das Rennen. Dadurch schied Nico Hülkenberg schon im ersten Abschnitt aus und startet nur als 18.

Für Debüttant Andre Lotterer endete sein erstes Qualifying in der Formel 1 mit einem kleinen Erfolg: Er ließ seinen Caterham-Teamkollegen Marcus Ericsson als 21. hinter sich. "Es war nicht einfach, ich bin mit dem Ding noch nicht im Regen gefahren", sagte der 32-jährige, gebürtige Duisburger: "Wenn ich mehr Erfahrung hätte, dann könnte ich mehr herausholen. Mir ist jetzt klar, dass mehr möglich wäre. Aber ich kann das Potenzial nicht konkret einschätzen."

Der aktuelle WM-Stand

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