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Formel 1

Sebastian Vettel zockt sich auf Pole

Von Alexander Maack
Sebastian Vettel hat sich und Red Bull in Singapur die zweite Pole in Folge gesichert
© getty

Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel geht beim Großen Preis von Singapur am Sonntag (14 Uhr im LIVE-TICKER) von der Pole-Position ins Rennen. Der Heppenheimer dominierte im Red Bull die gesamte Konkurrenz und sicherte sich in 1:42,841 Minuten die Bestzeit.

Vettel bewies dabei in Q3 Nerven aus Stahl. Er ließ im Gegensatz zu den übrigen Toppiloten den zweiten Versuch aus, nachdem er beim ersten Run fast sechs Zehntel schneller war als sein härtester Verfolger. Dennoch hätte der Heppenheimer die Pole beinahe noch verloren: Nico Rosberg scheiterte letztlich mit nur 0,091 Sekunden Rückstand und geht als Zweiter ins Rennen.

Das Ergebnis des Qualifyings in der Übersicht

"Wäre witzig gewesen, wenn ich Sebastian noch die Pole weggeschnappt hätte, aber er hat's auf jeden Fall verdient", räumte Mercedes-Pilot Rosberg später ein: "Ich mag Straßenkurse und bin da immer schnell. Deshalb ist der zweite Platz immer noch ein gutes Resultat, um morgen zu attackieren."

Vettel: "Es war ein verrücktes Gefühl"

Wie der gebürtige Wiesbadener nur knapp an seiner Bestzeit scheiterte, sah Vettel aus der Box. "Es war ein verrücktes Gefühl. Ich habe beobachtet, wie die anderen ihre letzten Versuche gestartet haben und konnte nichts mehr machen", erklärte Vettel anschließend: "Mark begann mit einem violetten Sektor eins und war in Sektor zwei knapp dran. Dann hatte Nico einen violetten zweiten Sektor und dann Romain. Zum Glück war mein letzter Sektor stark genug."

Durch das Vabanque-Spiel hat der Dreifachweltmeister neben seiner guten Startposition einen weiteren Vorteil im Rennen. Ihm steht ein zusätzlicher Satz der schnelleren superweichen Reifen zur Verfügung. Trotz des gelungenen Strategiepokers, will Red Bull das Spiel aber nicht nochmal wiederholen.

Marko: "Wir haben falsch kalkuliert"

"Nachdem wir sechs Zehntel Vorsprung hatten, haben wir gedacht das reicht. Dass sich die Strecke in den letzten ein, zwei Minuten so stark verbessert hat, haben wir falsch kalkuliert", gab Motorsportberater Helmut Marko gegenüber "Sky" zu: "Es wird uns eine Lehre für die Zukunft sein. Man hat gesehen, dass alle drei, vier Zehntel schneller geworden sind. Sebastian wäre wieder deutlich vorne gewesen, wenn er den zweiten Versuch gemacht hätte."

Hinter den beiden Deutschen reihte sich etwas überraschend Romain Grosjean im Lotus auf Rang drei ein. Der Franzose deklassierte dabei seinen Teamkollegen Kimi Räikkönen, der in Q2 mit gleichem Material 0,701 Sekunden langsamer war. Der Iceman kam letztlich nicht über Startplatz zwölf hinaus.

Allerdings behinderten den Finnen starke Rückenschmerzen. "Heute Morgen war es sehr schwierig", erklärte Räikkönen bei "Sky" die Auswirkungen seines eingeklemmten Nervs: "Ich hätte beinahe aufgehört, zu frühstücken, und dachte, ich könnte nicht einmal fahren." Trotzdem verlor er im 3. Freien Training Zeit, um das Setup fürs Qualifying zu optimieren.

Alonso startet nur als Siebter

Auch für Vizeweltmeister Fernando Alonso verlief das Qualifying enttäuschend. Er wurde Siebter und musste dabei neben Mark Webber (Red Bull/4.) und Lewis Hamilton (Mercedes/5.) sogar Ferrari-Teamkollege Felipe Massa den Vortritt lassen, der die sechstschnellste Zeit fuhr.

"Die Runde war perfekt und Felipe vier Hundertstel schneller", wunderte sich Alonso: "Wir sind Siebter und Zweiter in der WM. Wir haben dreimal in den letzten vier Jahren um den Titel gekämpft. Wir brauchen uns nichts auszudenken, wir brauchen ein perfektes Rennen. Wir müssen Vettel und Mercedes gratulieren, die sich deutlich verbessert haben."

Letzte Hoffnung: Safety-Car

Noch immer hadert der Spanier mit der Entwicklungsabteilung in Maranello. "Das ist der Schwachpunkt, den wir seit Jahren haben", so Alonso, der Jenson Button (McLaren/8.) und Daniel Ricciardo (Toro Rosso/9.) auf die Plätze verwies. Trotz der dürftigen Ausgangslage peilt Alonso im Rennen aber einen Erfolg an: "In fünf Jahren kam immer das Safety-Car. Deshalb entscheidet das Glück, ob die Strategie richtig oder falsch ist."

Auf einen Crash baut auch Mercedes. "Sebastian und Mark waren am Freitag im Renntrimm sehr schnell. Wir müssen auf ein Safety-Car hoffen", gab Teamchef Ross Brawn zu. Vettel würde die Überraschung nicht stören. "Überholen ist sehr schwierig, aber für gewöhnlich kommt ein Safety-Car. Da es ein sehr langes Rennen ist, gibt es für uns alle viele Möglichkeiten. Hoffentlich habe ich einen guten Start."

Die beiden übrigen Deutschen scheiterten gemeinsam in Q2. Während Adrian Sutil seinen Force India auf Platz 15 stellte, verpasste Nico Hülkenberg die Top Ten als Elfter nur knapp. "Im ersten Sektor auf der DRS-Geraden hatte ich ein Problem mit der Aktivierung von DRS. Es war bis kurz vor Ende der Geraden nicht auf. Dadurch habe ich anderthalb Zehntel verloren", sagte Hülkenberg.

Auch dadurch verlor der Emmericher erstmals das teaminterne Duell gegen seinen Sauber-Kollegen Esteban Gutierrez, der ohne Zeit in Q3 Zehnter wurde. Sebastian Vettel ist somit der einzige Pilot, der 2013 noch nie hinter seinem Teamkollegen startete.

Quali-Duelle: So steht es im teaminternen Wettkampf

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