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Formel 1

Formel 1 - Nach Mercedes-Protest: Red Bull droht mit Ausstieg - wie geht es nun weiter?

Von Christian Guinin / SID
Toto Wolff und Mercedes prüfen eine Berufung.
© imago images / Motorsport Images

Nach dem abgewiesenen Protest von Mercedes gegen das Rennergebnis beim Formel-1-Finale in Abu Dhabi kündigt der deutsche Traditionsrennstall Mercedes an, gegen das Urteil in Berufung gehen zu wollen. Konkurrent Red Bull schießt deshalb scharf gegen die Silberpfeile - und droht im äußersten Fall sogar mit einem Ausstieg aus der Königsklasse des Motorsports. Wie geht es jetzt weiter?

Das Mercedes-Team muss bis zum kommenden Donnerstagabend entscheiden, ob es formal gegen den abgewiesenen Protest vom Saisonfinale in Abu Dhabi im Berufung geht. Dies bestätigte ein Sprecher am Montag.

Red-Bull-Pilot Max Verstappen ist gemäß des endgültigen Rennergebnisses, das in Abu Dhabi am Montag um 00.05 Uhr Ortszeit verschickt wurde, offiziell Weltmeister - allerdings unter Vorbehalt.

Erst wenn Mercedes die am späten Donnerstagabend ablaufende Frist verstreichen lässt oder offiziell seinen Verzicht auf weitere rechtliche Schritte erklärt, ist dem Niederländer der Titel nicht mehr zu nehmen. Ansonsten wird der Fall vor dem Berufungsgericht der FIA in Paris verhandelt.

Ob der Berufung allerdings stattgegeben wird, darf bezweifelt werden. Die Rennleitung argumentierte bei ihrer Entscheidung nämlich mit einem Spielraum bei der Auslegung des betroffenen FIA-Paragraphen 48.12 (die nicht gemäße Zurückrundung der überrundeten Fahrzeuge).

Dabei räumte man zwar ein, den Artikel "nicht komplett" umgesetzt zu haben, hielt aber fest, dass Paragraph 48.13 (das verpflichtende Zurückkommen des Safety Cars an die Boxengasse nach Ankündigung) dies "überschreiben" würde. Michael Masi hätte als Rennleiter außerdem die komplette und alleinige Kontrolle über das Safety Car.

Der Wunsch von Mercedes, das Rennen mit Abschluss der vorletzten Runde zu werten, wurde von den Kommissaren deshalb abgewiesen. "Das käme einer nachträglichen Reduzierung der Renndistanz gleich und wäre daher nicht angemessen", argumentierte die Rennleitung.

RB-Boss Marko: "Gesinnung eines unwürdigen Verlierers"

Heftige Kritik am Vorgehen Mercedes' kam vom ärgsten Konkurrenten. "Das spricht für die Gesinnung eines, ich würde sagen, unwürdigen Verlierers, wenn man solche Einsprüche und Proteste einlegt", schoss RB-Motorsportchef Helmut Marko scharf in Richtung der Silberpfeile.

Dass man bei Mercedes ein derart verbissenes Verhalten an den Tag lege, liegt laut Marko vermutlich an einer Kränkung der Ehre. "Wir haben mit einem jungen Kerl und einem jungen, motivierten Team diese siebenjährige Dominanz gebrochen", meinte der 78-Jährige: "Es ist widerlich, was sie nach dem Rennen gemacht haben."

Gleichzeitig drohte Marko mit weitreichenden Konsequenzen, sollte sich das Reglement in Zukunft nicht ändern. Als letzten Ausweg bringt er dabei auch einen Ausstieg Red Bulls aus der Formel 1 ins Gespräch. "Wir werden unser Engagement in der Formel 1 überdenken, wenn das nicht entsprechende Auswirkungen für die zukünftigen Meisterschaften hat", betonte Marko.

Das F1-Regelwerk sowie die Entscheidungsprozesse müssten grundsätzlich überarbeitet werden. "Das ganze System gehört überdacht. Es gehört Konstanz hinein, es können Entscheidungen nicht einmal so ausgelegt werden und einmal so ausgelegt werden. Die Regeln müssen vereinfacht werden. Die Prämisse muss sein: Let's race!", forderte Marko.

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