Formel 1

Wegen Coronavirus: Formel 1 sagt Saisonstart in Melbourne ab

SID
Die Formel 1 hat den Saisonstart in Australien abgesagt. Auch die Rennen in Bahrain und Vietnam werden nicht stattfinden.

Der für Sonntag geplante Saisonstart der Formel-1-WM 2020 in Melbourne ist am Freitag wegen eines Coronafalls im Fahrerlager abgesagt worden. Das teilten der Automobil-Weltverband FIA, die Königsklasse und der Promoter des Großen Preises von Australien mit.

Die Formel 1 reagierte damit auf den positiven Test eines Mechanikers aus dem McLaren-Team, das deshalb schon am Donnerstagabend seinen Rückzug vom Grand Prix bekannt gegeben hatte.

Bis zur Entscheidung zur Absage des Rennens verging allerdings eine chaotische Nacht, am Freitagmorgen gegen 10.00 Uhr (Ortszeit) standen bereits Zehntausende Fans vor den Toren der Strecke am Albert Park und hofften vergeblich auf Einlass. Zwei Stunden später sollte ursprünglich das erste freie Training beginnen.

Nach den Diskussionen in der Nacht auf Freitag sei "eine Mehrheit der Teams der Ansicht" gewesen, dass das Rennen nicht stattfinden soll, hieß es in der Mitteilung. Allerdings war es unter den Rennställen nicht so eindeutig. Vor allem die kleineren Teams und auch Red Bull wären nach eigener Aussage gerne angetreten, Mercedes und Ferrari teilten dagegen offiziell mit, dass sie für die Absage waren. Damit hätte auch den Kundenteams die Unterstützung ihres jeweiligen Motorenlieferanten gefehlt.

So kam es, dass noch am Morgen auch bei den Teams Ungewissheit herrschte. "Wir sind aufgestanden, zur Strecke gefahren und wussten noch nicht, wo die Reise hingeht", sagte etwa Günter Steiner, Teamchef des Haas-Rennstalls. Erst nach weiteren Gesprächen und einem entsprechenden Rat der örtlichen Gesundheitsbehörde wurde das Rennen dann doch abgesagt.

Formel 1: Bahrain-GP höchst fraglich

Ebenfalls unklar ist noch immer, wie es in der Formel 1 weitergeht. Der zweite Grand Prix am kommenden Wochenende in Bahrain (22. März) war bereits als Geisterrennen ohne Zuschauer geplant, angesichts der neuen Lage scheint eine Austragung nun aber höchst unwahrscheinlich.

"Wir haben uns jetzt zunächst nur um Australien gekümmert, was die kommenden Wochen angeht, werden wir in der nächsten Zeit entscheiden", sagte Formel-1-Boss Chase Carey am Freitagmittag im Rahmen einer chaotischen Pressekonferenz.

Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko betrachtet das Event in der Wüste bereits als abgesagt, "ich glaube, dass wir frühestens in Baku ein Rennen haben werden." Das wäre am 7. Juni.

Nach Bahrain stünde Vietnam (5. April) auf dem Programm, auch hinter diesem Rennen stand ohnehin ein Fragezeichen. Der vierte Lauf in China (ursprünglich 19. April) war bereits im Februar abgesagt worden, anschließend stehen die Rennen in Zandvoort (3. Mai), Barcelona (10. Mai) und Monaco (24. Mai) im Kalender.

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