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Formel 1

Pirelli liefert bereits in Kanada neue Reifen

Von Marco Heibel
Kaum ein Team findet eine optimale Abstimmung für die neuen Pirelli-Reifen
© getty

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat im Streit um die Reifen ein Machtwort gesprochen und sich auf die Seite von Red Bull und Mercedes geschlagen. Als Reaktion auf den Unmut vieler Formel-1-Teams nach dem Grand Prix von Spanien kündigte Pirelli-Motorsportdirektor Paul Hembery indes an, strukturell veränderte Pneus bereits zum übernächsten Grand Prix in Montreal zu liefern.

Ecclestone wetterte: "Das sind sind die falschen Reifen. So etwas hatten wir nicht erwartet, als wir Pirelli beauftragt haben, etwas zu produzieren, was ein halbes Rennen halten soll", sagte der 82-Jährige dem Daily Express in London.

Der F-1-Boss kündigte gleichzeitig Veränderungen an. "Pirelli weiß von dem Problem, und sie machen etwas", erklärte der Engländer. Gesagt, getan.

Pirelli reagiert

"Ab Kanada werden wir die Reifen so verändern, dass die Fahrer nur noch zwei bis drei Boxenstopps einlegen müssen", twitterte Hembery am Dienstag. Die Reifen würden "Elemente der 2012er und der 2013er Produkte vereinen", vermeldete der Brite weiter und betonte, man habe diese Entscheidung am Montag bei einem Meeting der Ingenieure in Mailand gemeinsam "im Interesse des Sports" getroffen.

Ab dem übernächsten Rennwochenende (7. bis 9. Juni) im kanadischen Montreal stehen den Fahrern damit widerstandsfähigere Pneus zur Verfügung. Ursprünglich hatte Pirelli Änderungen erst für das Rennen am 30. Juni im englischen Silverstone ins Auge gefasst.

Zu viele Boxenstopps

Die Entscheidung, bereits früher als geplant strukturelle Änderungen vorzunehmen, sei eine Reaktion auf die Tatsache gewesen, dass selbst die härtesten beiden Pirelli-Reifenmischungen in Barcelona im Schnitt mehr als drei Boxenstopps pro Fahrer und insgesamt 79 reguläre Reifenwechsel zur Folge hatten. Sieger Fernando Alonso (Ferrari) legte sogar vier Stopps ein.

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Hembery erläuterte seine Motive für den Kurswechsel gegenüber "ESPN": "Vier Stopps wollten wir sicherlich nicht. Im Moment haben wir einige Autos, die die Reifen härter beanspruchen als wir angenommen hatten. Vor allem in den Kurven beanspruchen einige Autos aufgrund ihrer Konstruktion die Reifen über deren Limit."

"Werden es nie allen Recht machen können"

Die schwierige Gemengelage mit wenigen Testtagen und limitiertem Zugang zu den Boliden habe letztlich zu diesem Kompromiss geführt, so der Brite weiter. Zugleich musste Hembery einräumen, dass die veränderten Reifen nicht bei jedem Team Anklang finden dürften: "Wir werden es nie allen Recht machen können."

Unmittelbar nach dem Grand Prix von Barcelona am Sonntag hatte sich der Pirelli-Motorsportdirektor gegenüber "RTL" noch weniger reformbereit gezeigt. Mit Blick auf das Weltmeisterteam Red Bull Racing, der sich laut über die Reifen beschwert hatte, sagte Hembery: "Ich denke, es ist ziemlich klar. Es gibt einen Rennstall, der von einer Änderung am meisten profitieren werde, und das sind sie."

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