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Formel 1

"Jetzt machen wir Jagd auf Platz fünf in der WM"

SID
Sebastian Vettel (l.) spendet Kamui Kobayashi auf dem Podest in Suzuka Applaus
© spox

Beim Heimrennen in Suzuka fuhr Kamui Kobayashi im Sauber erstmals aufs Podium. Im Interview kündigt der Japaner Mercedes einen heißen Kampf an. Außerdem spricht er über seine Gefühle nach der Zieldurchfahrt und warum er schon vor dem Rennen aggressiv seinen Erfolg ankündigte.

Frage: Herr Kobayashi, haben Sie ihren Erfolg von gestern schon verdaut?

Kamui Kobayashi: Das weiß ich noch gar nicht so genau, denn ich war seit dem Rennen sehr beschäftigt. Gestern Abend gab es eine Party mit Fans in Suzuka und heute Morgen war ich gleich wieder an der Rennstrecke bei einer anderen Veranstaltung mit über 5.000 Fans.

Frage: Das Wochenende verlief für Sie aber nicht störungsfrei.

Kobayashi: Das Wochenende war in jeder Hinsicht intensiv. Ich war sehr zuversichtlich, ehe wir nach Japan kamen. Aber dass das Auto am Freitag langsamer als erwartet war, hat mich etwas beunruhigt. Dann lief das Qualifying wiederum gut, obwohl ich wegen einer gelben Flagge Zeit verlor, und das Rennen war eng bis zum Schluss.

Frage: Können Sie Ihre Gedanken und Gefühle bei der Zieldurchfahrt beschreiben?

Kobayashi: Ich habe sofort gespürt, wie ich entspanne, wie der Druck nachlässt. Das war zweifellos ein sehr wichtiges Rennen in meiner Karriere. Und ich dachte noch: Ja! Jetzt fahren wir noch mehr starke Rennen und machen Jagd auf Platz fünf in der Konstrukteurs-WM.

Frage: Und wie war es dann für Sie, auf dem Podium zu stehen mit dieser riesigen Tribüne voller begeisterter Landsleute vor sich?

Kobayashi: Das kann ich nicht in Worte fassen. Es war ein fantastisches Gefühl, diese vielen Menschen in meinem Heimatland so bewegt und glücklich zu sehen. Das hat mir viel gegeben und ich werde diesen Moment nie vergessen. Ich möchte mich bei den japanischen Fans für die Unterstützung bedanken, die sie dem Sauber-F1-Team und mir entgegengebracht haben.

Frage: Wie viel bedeutet Ihnen der erste Podestplatz Ihrer F1-Karriere?

Kobayashi: Ich habe immer gedacht: Wenn man sich rückblickend als Formel-1-Fahrer betrachten will, muss man mindestens ein Mal auf dem Podium gestanden haben. Ohne dieses Bild ist es irgendwie, als wäre man nie dabei gewesen. Es bedeutet mir also viel.

Frage: Vor dem Rennen haben Sie mehrfach öffentlich betont, dass Sie auf das Podium wollen. Das war eine mutige Ankündigung. Woher kam die Zuversicht?

Kobayashi: Ich hatte erstens großes Vertrauen in unser Team, zweitens wusste ich, dass wir ein schnelles Auto haben, und drittens war mir klar, dass Suzuka für uns die ideale Strecke ist. Obwohl ich am Freitag zwischenzeitlich ein wenig unsicher wurde, war ich Samstag wieder voller Zuversicht.

Frage: Wann waren Sie sich sicher, dass es bei wirklich klappen würde?

Kobayashi: Nach der Einführungsrunde hatte ich wirklich das Gefühl, dass diesmal alles gut gehen würde. Ich hatte früher in der Saison schon mehrere Chancen, aber die habe ich durch Pech verpasst. Ich wusste, was möglich ist, und diesmal hat es funktioniert.

Der aktuelle Stand in der Konstrukteurs-WM

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