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Formel 1

Rechenspiele für Vettels Party-Nacht

Von Alexander Mey
Sebastian Vettel wurde 2010 im Nachtrennen von Singapur Zweiter
© Getty

Der Singapur-GP (Training, Fr., 12 Uhr im LIVE-TICKER und bei Sky) kann schon zur WM-Fahrt von Sebastian Vettel werden. Was muss passieren, damit es zum Titel reicht? Wer kann Vettel am ehesten gefährlich werden und warum steht ihm das härteste Rennen der Saison bevor?

Streckendaten:

 

  • Name: Marina Bay Street Circuit
  • Ort: Singapur
  • Länge: 5,073 Kilometer
  • Runden: 61
  • Renndistanz: 309,453 Kilometer
  • Kurven: 9 Rechtskurven, 14 Linkskurven

 

Darauf kommt es an: Ob es Tag oder Nacht ist, macht für die Fahrer kaum einen Unterschied - zumindest im Bezug auf die Sicht. Kurios ist aber der Tages- oder besser Nachtablauf der Teams. Sie stehen nachmittags auf und arbeiten dann bis tief in die Nacht. Die Piloten sehen am Wochenende in Singapur kaum Tageslicht.

Sie sind sehr dankbar dafür, dass sie in der feuchten Hitze nicht auch noch der knallenden Sonne ausgesetzt sind. Das Rennen, das selbst bei Trockenheit an der Zwei-Stunden-Grenze kratzen wird, ist das längste und wohl auch das härteste der ganzen Saison.

Sebastian Vettel zollt dem Kurs, auf dem er 2010 Zweiter wurde und am Sonntag seinen zweiten WM-Titel klarmachen kann, jedenfalls großen Respekt: "Die Strecke scheint kein Ende zu nehmen. Das Auto will die ganze Zeit ausbrechen, man muss enorm aktiv am Lenkrad sein."

Dass der Kurs, der ohnehin schon Mensch und Material extrem fordert, auch noch gegen den Uhrzeigersinn gefahren wird, macht die Sache nicht einfacher. Jeder kleine Fehler endet gnadenlos in den Leitplanken, weshalb auch der Einsatz des Safety-Cars nicht unwahrscheinlich ist.

Die DRS-Zone, in der der Heckflügel verstellt werden darf, befindet sich auf der einzigen längeren Geraden zwischen den Kurven fünf und sieben. Es bleibt zu hoffen, dass es Dank DRS mehr Überholmanöver gibt als in der Vergangenheit. 2009 und 2010 gab es zusammen nur zwölf.

Wetter-Prognose:

 

  • Freitag: wolkig, 28-32 Grad, 20 Prozent Regen-Risiko
  • Samstag: leicht bewölkt, 28-29 Grad, 10 Prozent Regen-Risiko
  • Sonntag: leicht bewölkt, 28 Grad, 10 Prozent Regen-Risiko

 

Reifenwahl: Soft und Supersoft. Die Wahl der beiden weichsten Mischungen macht Sinn, da der winklige Stadtkurs erstens relativ langsam ist und zweitens in der Nacht der Asphalt nicht mehr so heiß ist wie tagsüber. Der superweiche Reifen wird sehr schnell Grip aufbauen und sollte nach den Erfahrungen aus Monaco, Kanada und Ungarn einen signifikanten Zeitvorteil bringen. Aber in den insgesamt 23 Kurven werden die Gummis extrem hart rangenommen. Im Rennen könnte es also viele Stopps geben.

Statistik:

 

  • Sieger 2010: Fernando Alonso (Ferrari) in 1:57:53,579 Stunden
  • Pole-Position 2010: Fernando Alonso (Ferrari) in 1:45,390 Minuten
  • Schnellste Rennrunde 2010: Fernando Alonso (Ferrari) in 1:47,976 Minuten
  • Rekordsieger: Fernando Alonso (2 - 2008, 2010)

 

Favoriten:

Red Bull: Die Bullen sind auf jeder Strecke Favoriten, das hat Monza eindrucksvoll bewiesen. Schon 2010 hatte Vettel das Zeug zur Pole und zum Sieg, aber ein kleiner Fehler im Zeittraining warf ihn hinter Alonso zurück.

"Ich möchte dort einen perfekten Job machen", sagte Vettel im Vorfeld zu seinem ersten Matchball-GP. Vettel wird in Singapur schon Weltmeister, wenn er mindestens 13 Punkte mehr holt als Alonso, acht Punkte mehr als Button und Webber und vor Hamilton ins Ziel kommt.

Gewinnt also Vettel, dann darf Alonso höchstens Vierter werden, Button und Webber höchstens Dritter. Ein unwahrscheinliches Szenario, aber es wäre nicht das erste Mal in dieser Saison, dass sich Vettels Verfolger selbst schlagen würden.

Ferrari: Alonso ist mit zwei Siegen in drei Rennen anerkannter Singapur-Spezialist. 2010 wurde er 61 Runden lang von Vettel gehetzt, fuhr den Sieg aber fehlerlos nach Hause. Das Layout des Kurses und die Wahl der weichsten Reifenmischungen sollten Ferrari entgegenkommen.

Alonso hat also gute Aussichten, die WM-Party von Vettel zu vertagen. "Wir fahren mit einem klaren Ziel nach Singapur, nämlich das Rennen zu gewinnen", sagte Alonso selbstbewusst.

McLaren: Lewis Hamilton ist der einzige Fahrer neben Alonso, der schon in Singapur gewonnen hat. Mit seinem Fahrstil ist er prädestiniert, auf dem schwierigen Stadtkurs als Pilot einen Unterschied zu machen.

Allerdings darf er es auf keinen Fall übertreiben. Das kann im schlimmsten Fall wie 2010 gegen Webber im Crash enden. Auf jeden Fall wird eine zu aggressive Fahrweise aber für zu großen Reifenverschleiß sorgen. Es wäre nicht das erste Mal, dass Hamilton Probleme mit den Pneus bekommt.

Mercedes: Die Vorzeichen für ein weiteres Glanzlicht der Silberpfeile sind nicht so gut wie in Spa und Monza. Auch Mercedes hat oft Probleme mit dem Reifenverschleiß gehabt, das könnte ihnen wieder blühen. Nico Rosberg hat jedoch sehr gute Erinnerungen an Singapur, nachdem er bei der Premiere 2009 Zweiter geworden ist.

Zeitplan:

 

  • Freitag, 12 Uhr: 1. Training
  • Freitag, 15.30 Uhr: 2. Training
  • Samstag, 13 Uhr: 3. Training
  • Samstag: 16 Uhr: Qualifying
  • Sonntag, 14 Uhr: Rennen

Stand in der Fahrer- und Konstrukteurs-WM

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