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Formel 1

Ferrari-Boss droht mit Ausstieg

Von Alexander Mey
Luca di Montezemolo schrieb gemeinsam mit Todt, Brawn und Schumi die Ferrari-Erfolgsgeschichte
© Getty

In der Formel 1 herrscht Aufbruchstimmung. Nein, nicht wegen Michael Schumacher - zumindest nicht nur. Auch Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo und FIA-Boss Jean Todt wollen die Weichen für eine bessere Zukunft stellen. Ferrari droht dabei sogar wieder einmal mit dem Ausstieg.

Dank der Konstellationen in den Top-Teams freuen sich die Formel-1-Fans auf eine großartige Saison 2010. Aber prickelnde Fahrerduelle wie Schumacher/Rosberg gegen Hamilton/Button und Alonso/Massa reichen nicht allen als Zukunftsvision aus.

Es muss auch in anderen Bereichen viel mehr in die Zukunft der Königsklasse investiert werden. Das fordert vor allem Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo in einer Presserunde: "Ich will, dass sich die Formel 1 von jetzt an bis zur Unterzeichnung des neuen Concorde Agreements 2012 verbessert. Wenn nicht, werden wir uns auch für eine andere Rennserie motivieren können."

Fragwürdiger Vergleich von di Montezemolo

Eine klare Drohung. "Ich war in Le Mans und davon sehr beeindruckt", sagte di Montezemolo weiter und bemühte einen fragwürdigen Vergleich. "Wir können in der Formel 1 die große Kluft zwischen Fahrern, Presse und den Fans nicht mehr akzeptieren. Früher war das Fahrerlager voller schöner Frauen. Heute ist es dort wie in einem Konzentrationslager."

Di Montezemolos Kernforderungen: Es muss endlich wieder überholt werden. Es muss gespart werden, allerdings ohne dabei Spitzentechnologie zu vernachlässigen. Testfahrten müssen sinnvoll begrenzt werden, nicht radikal abgeschafft. Und ein Rennwochenende darf nicht genauso viel Geld kosten wie eine Weltreise.

FIA-Boss Todt setzt Ferrari-Motorenbauer ein

In den meisten Punkten liegt er dabei auf einer Wellenlänge mit FIA-Präsident Jean Todt. Kaum verwunderlich, schließlich kennen sich die beiden schon seit vielen Jahren aus ihrer gemeinsamen Ferrari-Zeit. "Er ist ein guter Mann, der die Formel 1 kennt. Ich bin sicher, sein wichtigstes Anliegen ist es, eine andere Atmosphäre und einen anderen Dialog zu schaffen", sagt di Montezemolo.

Todts erste Schritte in diese Richtung sind schon eingeleitet. Er hat den ehemaligen Ferrari-Motorenchef Gilles Simon in die FIA geholt, damit er sich um die Erforschung neuer Technologien a la KERS kümmert.

Die Abkehr vom Hybridantrieb ist Todt nämlich ein Dorn im Auge. "Wir werden im kommenden Jahr nichts Innovatives einführen", sagte der FIA-Boss "Le Figaro". "Das bedaure ich sehr. Daher habe ich eine Arbeitsgruppe geschaffen, der Gilles Simon angehören wird."

Todt gegen Budgetobergrenze

Neue Innovationen sollen aber nicht neue Ausgaben bedeuten. Denn im gleichen Interview stellt Todt klar: "Die Formel 1 ist zu teuer. Wenn wir die Formel 1 erhalten wollen, müssen wir aufwachen und fundamentale Entscheidungen treffen. Der Automobilsport muss sich den Zeiten anpassen."

Damit meint Todt nicht, das Jahresbudget der Teams immer weiter zu begrenzen. Eine einheitliche Budgetobergrenze hält er für den falschen Weg. Allerdings ist noch unklar, wie er sich genau die finanzielle Zukunft der Formel 1 vorstellt.

Ist sie aber ähnlich gut wie die sportlichen Aussichten für 2010, dann muss sich hoffentlich niemand mehr beschweren und mit Ausstieg drohen. Auch Ferrari nicht.

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