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Formel 1

Mit Miss England auf Hasenjagd

Von Jan-Hendrik Böhmer
Formel 1, Miss England, Duell,
© xpb

München - Was haben McLaren-Mercedes, Felipe Massa und die amtierende Miss England gemeinsam? Ganz einfach: alle pflegen britische Traditionen.

Das Dreher-Festival von Silverstone im Video!

Ein ins Wasser gefallener Grand Prix ist schließlich kein Grund, von Jahrhunderte alten Traditionen abzurücken - oder ein paar Neue zu erfinden.Die Top 8 des Großbritannien-GP:

Platz 8: Tea-Time

McLaren-Mercedes weiß, was an einem traditionellen britischen Rennwochenende auf gar keinen Fall fehlen darf: Eine gepflegte Tasse Tee.

Und so luden die Silbernen mal wieder einige ihrer Fahrerlager-Nachbarn zum nachmittäglichen Plausch mit Earl Grey und Gebäck. Diesmal dabei: 30 Vertreter von Williams und Red Bull. Die britischen Kollegen wissen die traditionelle Tea Time schließlich am allermeisten zu schätzen. Hoffentlich hat es geschmeckt.

Platz 7: Das gepflegte Duell

Noch so eine britische Tradition: Das Duell unter Gentlemen. Und so begab es sich zu der Zeit, dass sich ein gewisser Lewis Hamilton über die angeblich nicht vorhandene Fitness von Landsmann Jenson Button echauffierte und ihm damit den Fehdehandschuh direkt ins Gesicht schlug.

Was Hamilton nicht wusste: Der angeblich so unsportliche Button ist seit einiger Zeit erfolgreicher Triathlet und nahm den Fehdehandschuh daher dankend auf. Mit David Coulthard als Schiedsrichter und 12.500 Euro für den guten Zweck als Wetteinsatz sollte sich am 27. Juni gepflegt bei einem Triathlon duelliert werden.

Doch nur wenige Stunden nach der Ankündigung gab es schon den Rückzieher von Hamilton. Dessen Vater Anthony ließ verlauten, Lewis müsse sich auf die Weltmeisterschaft konzentrieren. Zu viel Sport erscheint da tatsächlich unpassend.

Platz 6: Football's coming home

Fußball gilt gemeinhin ebenfalls als ziemlich englisch. Ist das Land doch als Heimat der gepflegten Bolzerei bekannt. In Silverstone war es allerdings kein Engländer, der sich als großer Fan des runden Leders outete. Es war Fernando Alonso.

Der eine oder andere aufmerksame Zuschauer der just abgelaufenen Europameisterschaft hatte ihn vermutlich bereits beim Finale entdeckt - jetzt machte er auch an der Rennstrecke keinen Hehl aus seinen Sympathien. Als er am Donnerstag in Silverstone ankam, tat er dies im leuchtend roten Trikot der spanischen Nationalmannschaft.

Und auf die Frage, ob sein letztes Fußball-Erlebnis denn besser gewesen sei, als die aktuelle Formel-1-Saison, sagte er nur: "Ja. Viel besser...".

Platz 5: Miss England trifft die Beatles

Auch musikalisch gibt es einiges, was man als eindeutig britisch identifizieren kann. Die Beatles gehören zum Beispiel dazu. Kein Wunder also, dass ausgerechnet sie zum 60. Geburtstag des Silverstone-Grand-Prix eingeladen wurden.

Also nicht die echten Beatles, versteht sich. Geht ja auch schlecht. Aber mit den "Backbeat Beatles" war immerhin die vermutlich beste Pilzkopf-Cover-Band der Welt beim Konzert nach dem Rennen dabei. Unter den 25.000 Zuschauern war auch die amtierende Miss England, Gemma Garrett. Die dreht übrigens gerade ihren ersten Kinofilm. Einen ganz und gar unbritischen Action-Streifen namens "Direct Contact" mit Dolph Lundgren.

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Platz 4: Die verflixte Vier

Von England schnell mal nach Italien. Denn hier gab es kürzlich eine Umfrage, die Ferrari nicht sonderlich gefallen haben dürfte. Also die Umfrage schon, aber das Ergebnis nicht. Sie hatte nämlich etwas mit Image zu tun. Mit möglichst gutem Image, natürlich.

Gefragt wurde, welche Firma in der Öffentlichkeit den besten Ruf genießt. Eigentlich eine klare Sache, möchte man jetzt denken. Schließlich wird die Scuderia beinah andächtig verehrt. Doch nix da. Wie beim Rennen in Silverstone sprang für Ferrari nur der vierte Platz heraus. Hinter Bayer, Coca-Cola und Microsoft. Verflixte Vier.

Platz 3: Massas Hasenjagd

Doch schnell wieder zurück nach England und den Vorlieben seiner Bewohner, zu denen auch die Jagd zählt. In vornehmen Kreisen werden vorzugsweise Füchse aufs Korn genommen, andernorts vermutlich auch anderes Getier. Wie etwa Hasen.

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Einen solchen wollte wohl auch Felipe Massa auf einem seiner vielen Ausritte ins silverstone'sche Grün erlegen. Jedenfalls jagte er das arme Tier beim Durchpflügen des durchnässten Ackers aus seinem Bau und scheuchte es einige Meter vor sich her. Entwarnung an alle Tierschützer und Vegetarier: Das Tier entkam und Massa konnte es trotz weiterer Ausritte ins Grün nicht wieder aufspüren.

Platz 2: Das Hasen-Versteck

Vielleicht war es der gleiche Hase, der sich am Tag zuvor noch im Boliden von Nico Rosberg versteckt hatte. Der Deutsche beklagte sich am Samstag schließlich darüber, dass sein Williams in den Kurven urplötzlich wie ein Hase hoppeln und hüpfen würde.

"Das Auto ist gesprungen. Mitten in der Kurve fing das Ding an zu hüpfen und es war ganz einfach unfahrbar", erklärte Rosberg nach dem Qualifying. Im Rennen war der Hase dann weg und wurde bekanntlich von Massa gejagt - gebracht hat es allerdings wenig.

Platz 1: Kimi im Wilden Westen

Kimi Räikkönen hat mit England nichts am Hut, und Silverstone war auch kein sonderlich gutes Pflaster für den Finnen. Kein Wunder also, dass sich der Ferrari-Pilot in andere Sphären denkt. Wohin genau, dass verriet er jetzt in einem Interview mit dem Paddock-Magazin "The Red Bulletin". Dort wurde er gefragt, wo - oder besser wann - er denn am liebsten leben würde, wenn er eine Zeitmaschine besäße.

Antwort: "Im Bezug auf die Formel 1: vermutlich in den 70ern - in einer Zeit, die mehr Spaß gemacht hat. Das hätte mir gefallen", so Räikkönen. Ohne Formel 1 wäre es übrigens "sicherlich der Wilde Westen" geworden. Passen würde es ja.

Denn seine Manieren hat der Finne offenbar bereits auf Postkutschen-Überfall-Niveau eingestellt. Als kurz vor dem Rennen ein aufdringlicher Fotograf versehentlich einige Utensilien umwarf, warf Raikkönen kurzerhand den Fotografen um.

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