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Formel 1

"Das ist doch lächerlich!"

Von Jan-Hendrik Böhmer
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© Getty

München - Nachdem bereits Lewis Hamilton und Fernando Alonso eine WM-Entscheidung am Grünen Tisch mit deutlichen Worten abgelehnt hatten, meldet sich jetzt auch Mercedes deutlich zurückhaltender zu Wort.

Zwar wolle man am Einspruch gegen das Ergebnis des Brasilien-GP festhalten, doch es ginge ausdrücklich nicht darum, Räikkönen noch den Titel zu entreißen.

"Es geht dem Team nicht darum, den WM-Titel am Grünen Tisch zu gewinnen" erklärte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug in einer offiziellen Pressemitteilung. Es gehe viel mehr um die Schaffung einer Basis zur Einhaltung eines eindeutigen Reglements. "Und das ist im Interesse aller Teams", so Haug weiter.

Stuck versteht McLaren 

Unterstützung erhält Haug von Formel-1-Experte Hans-Joachim Stuck. Im Gespräch mit SPOX.com findet er es "absolut richtig, dass McLaren-Mercedes alle rechtlichen Mittel ausschöpft." Es gebe schließlich Regularien, die eingehalten werden müssten. Und besonders McLaren-Mercedes hätte das in diesem Jahr am eigenen Leib erfahren. "Dass sie dann selbst diese Möglichkeit nutzten, ist vollkommen klar", so Stuck.

Trotzdem glaubt er nicht, dass McLaren die Weltmeisterschaft zugesprochen bekommt. "Ich finde es zwar richtig, dass BMW-Sauber und Williams bestraft werden, wenn ihnen tatsächlich die Benutzung nicht regelkonformen Sprits nachgewiesen wird. Doch dass man Kimi dafür den Titel aberkennt, das halte ich nicht für richtig."

"Damit kommt McLaren nicht durch"

Das findet auch Marc Surer. Der Premiere-Formel-1-Experte geht sogar noch einen Schritt weiter und erklärt den Rechtsstreit zur Bagatelle. "Damit kommt McLaren nicht durch", so Surer.

Grund für die gesamte Benzin-Problematik sind laut Surer die extremen Temperaturschwankungen in Sao Paulo. "Wenn wir um 12 Uhr zum Beispiel 33 Grad haben, dann darf das Benzin laut Reglement 23 Grad warm sein. Aber was passiert, wenn es an der Strecke schlagartig um mehrere Grad heißer wird? Müssen die Teams das Benzin dann aufheizen?", fragt Surer. "Das ist doch lächerlich!"

Außerdem habe es sich ohnehin nur um wenige Grad Unterschied gehandelt, erklärt Surer. "Wenn die Teams den Sprit auf 10 Grad oder so runtergekühlt hätten, dann hätte auch ich gesagt, dass sie sich einen Vorteil verschafft haben. Aber so... ."

Absolute Willkür im Gange

Stuck fordert unabhängig der aktuellen Entwicklungen ganz andere Konsequenzen: "Es wird höchste Zeit, dass sich die FIA mal zusammensetzt und einen ordentlichen Strafenkatalog zusammenstellt. In dem muss genau geregelt sein, welche Strafen für welches Vergehen ausgesprochen werden", meint Stuck. Im Moment sei nämlich eine absolute Willkür im Gange.

"Das was die die FIA in den letzten Monaten gemacht hat, das versteht kein Mensch mehr", so Stuck. Auch nach dem sportlichen Ende der Formel-1-Saison dürfte also für allerhand Gesprächsstoff gesorgt sein.

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