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Eishockey

Eishockey-WM: Deutschland steht nach Penalty-Drama im Halbfinale der Weltmeisterschaft

SID
Marcel Noebels und der überaus trickreiche Siegtreffer gegen die Schweizer.

Drei Jahre nach der Silber-Sensation bei Olympia haben die deutschen Eishockey-Nationalspieler den nächsten historischen Coup vor Augen. Nach einer fulminanten Aufholjagd besiegte das Team von Bundestrainer Toni Söderholm im Viertelfinale in Riga den Erzrivalen Schweiz mit 3:2 (0:1, 1:1, 1:0, 0:0, 1:0) nach Penaltyschießen. Ein Sieg gegen Finnland am Samstag würde die erste WM-Medaille seit 68 Jahren einbringen. Hier gibt es das gesamte Spiel im Liveticker.

Als Marcel Noebels mit einem Zaubertor den Krimi mit Überlänge beendet hatte, ging der Matchwinner aufs Knie und riss die Faust hoch. Mit dem zehnten und letzten Penalty hatte der Stürmer das epische WM-Duell mit dem Erzrivalen Schweiz entschieden - mit einem atemberaubenden Trick, bei dem sein Schläger immer länger wurde und der Puck in Zeitlupe über die Linie rutschte.

"Ihr könnt mir glauben, mein Herz ist einiges tiefer gerutscht. Ich habe einfach den Kopf ausgeschaltet", sagte Noebels nach dem dramatischen 3:2 (0:1, 1:1, 1:0, 0:0, 1:0) nach Penaltyschießen gegen die Eidgenossen mit breitem Grinsen. Drei Jahre nach der Silber-Sensation bei Olympia haben die deutschen Nationalspieler den nächsten historischen Coup vor Augen: Nur noch ein Sieg fehlt zur ersten WM-Medaille seit 68 Jahren.

"Das war ein Tor, von dem man eine Briefmarke macht", meinte Bundestrainer Toni Söderholm. "Ein unglaublicher Move", befand auch der zweimalige Stanley-Cup-Sieger Tom Kühnhackl, der nach dem 0:2-Rückstand das erste Tor (38.) erzielt und die fulminante Aufholjagd gestartet hatte.

Der Ausgleich durch Verteidiger Leon Gawanke 44 Sekunden vor Schluss brachte erst die Verlängerung und dann das Happy End durch Noebels, mit dem die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) ihren Erfolg von 2010 wiederholte.

Topscorer Noebels beißt auf die Zähne

Bei der Heim-WM hatte sie nach einem 1:0 gegen die Schweizer am Ende Platz vier belegt und damit das beste Resultat seit Silber 1953 erzielt. Am Samstag kämpft das Söderholm-Team gegen Finnland um den Einzug ins Endspiel (17.15 Uhr) und will den Olympia-Coup von 2018 bei einer WM wiederholen. "Es ist wie damals", sagte Stürmer Dominik Kahun, einer von sechs Silbermedaillengewinnern im Team, "wir sind wieder eine Gruppe außergewöhnlicher Spieler."

Dass Noebels zum strahlenden Helden würde, war lange sehr ungewiss gewesen. Der deutsche Topscorer war beim 2:1 im Vorrundenfinale gegen Lettland verletzt ausgeschieden, sein Einsatz war fraglich. Doch der 29-Jährige biss auf die Zähne, die Ärzte gaben grünes Licht. Nachher dachte auch der Berliner an Pyeongchang: "Damals war's auch der Schweizer", erinnerte Noebels an das erste Play-off-Spiel, mit dem der sensationelle Sturmlauf ins Olympiafinale begann.

Meistergoalie Mathias Niederberger überragend

Trotz eines starken Starts geriet die deutsche Mannschaft durch Tore von Ramon Untersander (16.) und Fabrice Herzog (34.) in Rückstand, doch sie steckte nicht auf. "Wir haben noch mal alles reingelegt, egal wie viel im Tank war", sagte Kühnhackl, der mit seinem dritten Turniertor neue Hoffnung weckte.

Die DEB-Auswahl ging mit zusätzlicher Energie ins Schlussdrittel, erhöhte den Druck und erzwang mit dem Ausgleich 44 Sekunden vor Schluss die Overtime. In der Verlängerung hatte Söderholms Team die besseren Chancen, doch die Entscheidung fiel erst im Penaltyschießen. Berlins Meistergoalie Mathias Niederberger wehrte vier der fünf Schüsse ab, ehe Noebels seinen großen Auftritt hatte.

"Unglaublich, er hat alle überrascht", sagte Kahun über den Penalty des Berliners, "das so beim letzten Versuch zu machen, ist beeindruckend." Am Ende der WM-Reise sehen sich die Deutschen noch nicht. "Wir können in diesem Turnier jeden Gegner schlagen", meinte Verteidiger Moritz Seider selbstbewusst.

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