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Eishockey

Eishockey-Klubs schlagen Alarm: "Wir wollen kein Harakiri"

SID
DEL-Boss Gernot Tripcke blickt in eine ungewisse Zukunft.
© imago images / Martin Hoffmann

Nach dem Vorstoß beim Fußball drängen auch die Klubs in der DEL umso mehr auf die Rückkehr der Fans. Vor allem in Bayern und NRW ist die Lage angespannt.

Der Deutschen Eishockey Liga (DEL) rennt die Zeit davon. Gut zwei Monate vor dem geplanten Ligastart fehlt den 14 Klubs immer noch eine klare Perspektive der Politik für einen machbaren Saisonstart. Die strengen Regeln wegen Corona in Bayern und Nordrhein-Westfalen behindern bislang die Planungen, die Klubs schlagen Alarm, im neuen Jahr droht einigen von ihnen das Aus.

"Wenn es dabei bleibt, dass in Bayern keine und in NRW nur 300 Zuschauer erlaubt werden, dann wird es sehr schwierig für uns. Wir wollen kein Harakiri", sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke dem SID. Bis Mitte oder spätestens Ende September müssten die Klubs Klarheit haben, "um vernünftig in die Saison starten zu können", sagte Tripcke.

Ice-Tigers-Boss Gastner: "Ich habe Herrn Söder einen Brief geschrieben"

"Wir brauchen einige Wochen Vorlauf", sagte Geschäftsführer Philipp Walter von den Kölner Haien dem SID. Nicht nur die Teams müssten sich auf die Saison vorbereiten, auch in den Arenen und bei den Medienpartnern müsse viel in die Wege geleitet werden. "Wir fordern, dass uns die Politik eine Perspektive aufzeigt", so Walter.

Der Bund-Länder-Gipfel hat eigentlich Zuschauer für den Profisport verboten, doch Tripcke sieht Chancen. Man haben die Beschlüsse so verstanden, dass Sportevents "unter der Einhaltung von Hygienestandards mit Zuschauern möglich sind", erklärte der Liga-Chef. Deshalb setze man auf die neue Arbeitsgruppe mit den Chefs der Staatskanzleien, die bis Ende Oktober Vorschläge über einen Start mit Fans erarbeitet.

Einige Vereine gehen verstärkt in die Offensive, zumal die Behörden vor allem in Bayern wenig Entgegenkommen zeigen. "Ich habe Herrn Söder einen Brief geschrieben und warte auf seine Antwort. Wir sind keine Sportart, die man so einfach aus- und anknipsen kann", sagte Geschäftsführer Wolfgang Gastner von den Nürnberg Ice Tigers.

Mannheim und München hoffen auf Start mit Fans

Für Gastner ist der Fall klar. "Wenn wir keine Zuschauer haben, benötigen wir dringend weitere finanzielle Hilfen, sonst wäre bei uns im Januar oder Februar eventuell Schluss." Die Ice Tigers stellen derzeit einen Antrag auf Mittel aus dem Konjunkturpaket des Bundes, die pro Klub bei 800.000 Euro gedeckelt sind. Diese Summe reicht bei einem Ligastart ohne Zuschauer aber nicht aus.

"Wir benötigen für eine solchen Fall weitere Finanzhilfen. Hier ist auch der Freistaat gefordert. Wir zahlten schon eine Menge Steuern und wollen auch in der Zukunft eine Menge Steuern zahlen", sagte Gastner. Laut Verordnung des bayerischen Innenministeriums ist Sport weiterhin nur unter großen Einschränkungen möglich, Zuschauer sind nicht zugelassen.

Von einem Hilfsfonds der Liga, in den Klubs mit Zuschauern für Vereine ohne Fans einzahlen, hält Gastner nicht viel. "Ich glaube nicht, dass so etwas viel bringen wird. Wenn Berlin gerade vor 5000 Zuschauern spielt, haben sie kaum Gewinn. Und dass die zwei reichen Klubs den Rest der Liga finanzieren, wird auch nicht passieren."

Neben den Adlern Mannheim ist Red Bull München der zweite reiche Klub der Liga, der ebenfalls auf einen Start mit Fans hofft: "Aus unserer Sicht ist das Spielen vor Zuschauern unter Einhaltung aller Hygienevorschriften ab November möglich und notwendig", teilte der dreimalige Meister mit.

 

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