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Eishockey

Finnland gewinnt Spitzenspiel gegen Russland

Von Martin Grabmann / Jöran Landschoff
Die Finnen gewannen gegen die Russen mit 3:2 und grüßen nun von der Tabellenspitze
© getty

Mit einer guten Leistung schlägt Gastgeber Finnland vor ausverkauftem Haus Russland mit 3:2. Die Slowakei hat sich gegen Österreich überraschend nach Penaltyschießen mit 1:2 geschlagen geben müssen. Die Slowaken scheiterten vor allem an der eigenen Chancenverwertung. Die Tschechen gewinnen nach Rückstand noch mit 4:2. Kanada hat mit Weißrussland ein leichtes Spiel.

Gruppe H

Russland - Finnland 2:3 (0:1, 1:2, 1:0)

Tore: 0:1 Kontiola (03:22), 1:1 Radulov (PP, 23:37), 1:2 Kontiola (27:21), 1:3 Aaltonen (PP, 36:00), 2:3 Kovalchuk (58:12)

Strafen: 7:10

Vor ausverkauftem Haus in Helsinki begannen beide Teams mit viel Tempo, ihre erste gute Möglichkeit nach einem Konter ließen die Russen jedoch ungenutzt. Die Finnen machten es nach drei Minuten Spielzeit besser und gingen durch Topscorer Petri Kontiola in Führung, die Abwehr der Sbornaja sah dabei ganz alt aus. In der Folge konnten beide Mannschaften ihr Powerplay nach Strafen gegen Anton Belov und Ville Viitaluoma nicht nutzen.

Das zweite Drittel startete mit einem Pfostenschuss der Finnen. Doch es waren die Russen, die besser aus der Pause kamen und nach einerZeitstrafe gegen Antti Pihlstrom durch Alexander Radulov ausgleichen konnten: Einen Schlagschuss von Ilya Kovalchuk konnte Goalie Anti Raanta nicht festhalten, am langen Pfosten lauerte Radulov und schob ungedeckt ein.

Scheinbar wachgerüttelt schlugen die Finnen zurück. Kontiola sorgte nach einem großartigen Angriff für die erneute Führung der Skandinavier: Einen Schuss von Sami Lepisto fälschte er mit der Kelle unhaltbar ab.

Die Gastgeber blieben stärker, waren auch in Unterzahl nicht zu überwinden und nutzten ihrerseits ein Powerplay zum verdienten 3:1 durch Juhamatti Aaltonen.

Die Sbornaja spielte zu Beginn des letzten Drittels zunächst knapp eine Minute in Überzahl und belagerte auch danach das Tor der Finnen. Doch immer wieder war bei Goalie Raanta Endstation. Erst kurz vor Schluss gelang doch noch der Anschlusstreffer durch Kovalchuk, zu mehr reichte es aber nicht. Drei Sekunden vor Schluss gerieten Kovalchuk und Janne Pesonen noch einmal aneinander und kassierten eine Spieldauer-Disziplinarstrafe.

Durch den Sieg verdrängt Finnland Russland von Platz eins der Gruppe H. Die USA hat jedoch noch ein Spiel gut und kann morgen gegen Frankreich wieder an Finnland vorbeiziehen.

Slowakei - Österreich 1:2 n.P. (1:0, 0:1, 0:0, 0:0, 0:1)

Tore: 1:0 Surovy (09:00), 1:1 Unterluggauer (33:17), 1:2 Vanek (Penalty)

Strafen: 4:3

Der amtierende Vizeweltmeister kontrollierte das Spiel gegen den abstiegsbedrohten Außenseiter im ersten Drittel zunächst und erzielte durch NHL-Veteran Tomas Surovy die Führung. Auch im zweiten Drittel waren die Slowaken spielerisch überlegen, gingen dabei aber zu leichtfertig mit ihren Chancen um.

Österreich kämpfte sich durch Konter ins Spiel und Gerhard Unterluggauer konnte nach der Hälfte der Spielzeit mit einem Schlagschuss ins lange Eck von der blauen Linie ausgleichen. Im direkten Gegenzug brachten auch die Slowaken die Scheibe ins Tor, die Schiedsrichter entschieden jedoch zu Recht auf Torraumabseits. Zum Ende des Drittels entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem die Österreicher ein 4:1-Break genauso wenig zur Führung nutzen konnten wie die Slowaken ihre am Ende 23 Torschüsse im zweiten Drittel.

Im Schlussdrittel erhöhte die Slowakei den Druck weiter und zwang Österreich mit aggressivem Spiel zu Fehlern, nutzte aber die Chancen auch im Powerplay nicht zum Sieg. In der Overtime konnte sich ebenfalls keine Mannschaft durchsetzen, obwohl Österreich in Überzahl in die Verlängerung startete. Im Penaltyschießen vergaben schließlich alle drei Schützen der Slowaken gegen den sicheren Bernhard Starkbaum, während Thomas Vanek den zweiten Penalty für die Österreicher verwandelte.

Für die engagiert auftretenden Österreicher bedeutet der doppelte Punktgewinn gegen immer schwächer werdende Slowaken einen wichtigen Schritt im Kampf gegen den Abstieg.

Gruppe S

Slowenien - Tschechien 2:4 (2:2, 0:0, 0:2)

Tore: 0:1 Koukal (SHG, 05:39), 1:1 Sabolic (PP, 06:21), 2:1 Ticar (11:47), 2:2 Hudler (PP, 19:17), 2:3 Michalek (PP, 45:58), 2:4 Novotny (PP, 55:55)

Strafen: 5:5

Am Freitagnachmittag hat Slowenien das Vorrundenspiel der Gruppe S in Stockholm gegen die Tschechen mit 2:4 (2:2, 0:0, 0:2) verloren. Dabei hielten sie aber lange Zeit überraschend gut mit.

In einem abwechslungsreichen ersten Drittel gingen die Tschechen zunächst in der 6. Minute in Unterzahl in Führung, nachdem Petr Koukal einen Scheibenverlust der Slowenen im Angriffsdrittel zum Break nutzte. Keine Minute später erzielte Robert Sabolic in Überzahl den Ausgleich, nachdem Goalie Ondrej Pavele einen Schlagschuss von Rok Ticar abprallen ließ.

Nach knapp 12 Minuten brachte Ticar die Slowenen sogar in Führung, die den Tschechen mit ihrem aggressiven Forechecking starke Probleme bereiteten. Trotz guter Chancen bauten die Slowenen ihre Führung aber nicht aus, sodass Jiri Hudler unmittelbar vor der Pause in Überzahl erneut für den Ausgleich sorgen konnte.

Im zweiten Drittel kam der Weltranglistendritte besser ins Spiel und hielt die Slowenen in Schach, die Partie verflachte allerdings im Vergleich zum turbulenten Anfangsdrittel. Auch im Schlussdrittel waren beide Mannschaften zunächst auf Sicherheit bedacht, bevor Zbynek Michalek die erste Überzahlsituation der Tschechen im letzten Drittel nach knapp sechs Minuten für einen Schlagschuss von der blauen Linie nutzte, der von einem Verteidiger abgefälscht den Weg ins Tor fand.

Trotz aller Bemühungen kamen die Slowenen gegen die geordnete Defensive der Tschechen nicht mehr zum Ausgleich, stattdessen entschied Jiri Novotny kurz vor Schluss in Überzahl das Spiel für den Weltmeister von 2010. Damit halten die Tschechen mit acht Punkten weiter Kurs Richtung Viertelfinale. Die Slowenen belegen mit nur einem Punkt aus fünf Spielen den letzten Platz.

Weißrussland - Kanada 1:4 (0:2, 0:1, 1:1)

Tore: 0:1 O'Reilly (11:17), 0:2 Ladd (PP, 16:59), 0:3 Stamkos (25:27), 0:4 Giroux (PP, 42:35), 1:4 Yefimenko (55:58)

Strafen: 7:4

Kanada hat gegen den Underdog aus Osteuropa einen ungefährdeten Sieg eingefahren. Die favorisierten Kanadier beherrschten den Gegner aus Weißrussland von Anfang an nach Belieben und gingen nach elf Minuten verdient durch Ryan O'Reilly in Führung. Im Powerplay erhöhte Andrew Ladd noch vor der ersten Drittelpause auf 2:0.

Auch die doppelte Überzahl zu Beginn des zweiten Drittels konnte Weißrussland nicht zu seinem Vorteil nutzen. Die Kanadier waren ihrerseits schnell wieder in Überzahl und ließen sich die Chance nicht nehmen. Steven Stamkos traf zum 3:0.

Auch im letzten Drittel nutzte Kanada ein Powerplay und stellte in Person von Claude Giroux, der den gegnerischen Goalie Milchakov hinter dem Kasten narrte und ohne Mühe einschob, auf 4:0.

Ohne große Mühe spielte der Weltmeister von 2007 die Uhr runter, doch vier Minuten vor Schluss konnten die weißrussischen Fans noch einmal das 1:4 bejubeln. Alexei Yefimenko hatte nach einer Hereingabe von Artyom Demkov den Puck durch die Schoner von Goalie Dubnyk gebracht.

Durch den Sieg schieben sich die Kanadier in der Gruppe S wieder auf den ersten Tabellenplatz. Die Weißrussen müssen mit nur drei Punkten dagegen um das Viertelfinale bangen.

Die Ergebnisse der Eishockey-WM

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