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eSport: Ein Kreisligist als DFB-Pokalsieger - "Pub-Truppe" Celtic Worms schockt die eFootball-Elite

SID
Viele junge Menschen träumen von einer Karriere als eSport-Profi.
© getty

Der Fußball-Kreisligist Celtic Worms FC hat mit seinem eSport-Team überraschend den DFB ePokal gewonnen. Der 2018 von einem irischen Pub-Besitzer gegründete Klub düpierte dabei zahlreiche Profi-Vereine.

Donald Carroll fehlte am Morgen nach dem virtuellen Pokal-Coup die Stimme. Gebührend hatte der Vorsitzende des Fußball-Kreisligisten Celtic Worms FC, im Hauptberuf Besitzer von "Carroll's Irish Pub", den Überraschungs-Triumph über Deutschlands eFootball-Elite gefeiert. Premierensieger des DFB ePokals, alle Bundesligisten düpiert: Auch am Montag konnte Carroll es nicht fassen.

"Den Sieg können wir noch gar nicht richtig einordnen", sagte der US-Amerikaner mit irischen Wurzeln: "Es ist surreal. Es ist nur ein schönes Gefühl." Nachdem das mit drei eSport-Profis gespickte Amateurteam am Sonntag im Finale den 1. FC Köln in der Fußball-Simulation FIFA 21 besiegt und sich 25.000 Euro Preisgeld gesicherte hatte, gab Carroll den Feierbefehl aus.

"Ich habe den Pub gestern geschlossen und keinen Take Away angeboten, und habe mit meinen Angestellten, die natürlich auch Celtic-Mitglieder sind, wie in Rheinhessen üblich mit viel Weinschorle und Gesang vorm Pub gefeiert", so der 50-Jährige: "Die große Feier folgt, sobald die Corona-Auflagen es zulassen." Doch wie schaffte es ein Klub aus der B-Klasse Alzey-Worms Süd zum Champion im höchsten eSport-Wettbewerb des Deutschen Fußball-Bundes (DFB)?

Im November 2018 gründete Carroll den Fußball-Klub, er konnte selbst nach einer Verletzung nicht mehr spielen und besuchte gern die Spiele der Lokalgröße Wormatia Worms. Eines Tages dachte er sich, es "wäre doch nice, auch einen Verein mit irischen Wurzeln zu haben, der dem Code of Conduct vom Rugby entspricht". Carroll gewann seinen Freund und früheren Fußballer Benjamin Maas als Trainer, der das Team schnell von der C- in die B-Klasse führte.

Wormser Trio schaltet Heidenheim und RB Leipzig aus

Den Angriff auf die eSport-Krone unternahm Carroll in Zusammenarbeit mit der eSport-Agentur B360. Jene war auf der Suche nach einem eingetragenen Verein, unter dessen Wappen die Top-Spieler Kai "Hensoo" Hense, Philipp "Eisvogel" Schermer und Yüksel "Bomber_Yüksel" Diker an der ersten ePokal-Saison teilnehmen können. Ein Fußballer von Worms, der gleichzeitig als Content Creator für B360 arbeitet, stellte den Kontakt zu Celic her - Carroll war gleich an Bord.

Auf dem Weg zum Titel schaltete das Wormser Trio am Wochenende unter anderem den 1. FC Heidenheim, Gewinner der VBL Club Championship, und den Mitfavoriten RB Leipzig aus. Im Finale fiel ihnen Bundesligist Köln mit den Spielern der traditionsreichen eSport-Organisation SK Gaming zum Opfer. Für den spektakulären Pokal-Lauf verdienten sich Diker und Schermer neben dem Preisgeld eine Nominierung für die eNationalmannschaft, das offizielle eFootball-Team des DFB.

Diker verzichtete jedoch noch während der Live-Übertragung auf sein Recht, mit dem Adler auf der Brust zu zocken, "weil FIFA für mich ein Nebenjob ist und ich einfach Vollzeit arbeite", sagte er. Sein Job in der Gehaltsabrechnung, so Diker, gehe vor und Kollege Heise habe es ohnehin mehr verdient. B360 teilte derweil mit, dass die eSportler auch 2022 wieder für Celtic Worms antreten werden, um den Pott zu verteidigen.

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