Adrian Grbic rechnet mit Lorient ab: "Ich habe gewusst, da ist etwas faul"

Von SPOX Österreich
Adrian Grbic.
© getty

Frankreich-Legionär Adrian Grbic war einer der Streichkandidaten in Franco Fodas Kader für die Europameisterschaft. Nun zeigt sich der Lorient-Stürmer verärgert und rechnet mit seinem Verein ab.

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Obwohl Lorient für Grbic neun Millionen Euro an Clermont Foot überwies, bekam er spätestens ab dem Frühjahr nur mehr Kurzeinsätze zugesprochen. Nur eine Saisonpartie absolvierte Grbic über 90 Minuten.

Zwar erzielte der 24-Jährige vier Länderspieltore in neun Partien, für den EURO-Kader reichte es schließlich trotzdem nicht. "Ich war überrascht, ganz klar, dass ich rausgestrichen wurde. Momentan ist es noch immer schwer zu begreifen", sagte Grbic gegenüber der APA.

Foda verzichtete im ÖFB-Kaderaufgebot auf Grbic

"Ich verstehe, dass man vor allem für eine EM Spieler braucht, die im Rhythmus sind, aber wie ich vorher im Nationalteam dabei war, habe ich auch im Verein nicht so viel gespielt, bin dann zum Team gekommen und habe meine Leistungen gebracht. Von dem her war die Entscheidung schon überraschend für mich", erläuterte der Stürmer weiter.

Den Grund für die Nicht-Nominierung sieht Grbic damit nicht mit der mangelnden Spielpraxis begründet. "Aus solchen Rückschlägen lernt man halt auch, die machen dich nur noch stärker. Es werden für mich noch Turniere kommen und ich bin ganz sicher, dass, wenn ich hart an mir arbeite, ich beim nächsten Turnier dabei sein werde", meinte der gebürtige Wiener.

Grbic rechnet mit Lorient ab

Das Verhältnis zu Lorient-Trainer Christophe Pelissier ist seit längerer Zeit angespannt. Anfang Oktober stieß dessen nigerianischer Wunschstürmer Terem Moffi zur Mannschaft. "Sie haben damals zu mir und meiner Agentur gesagt: 'Keine Panik, kein Stress. Wir holen den Moffi für die Außenbahn, du bist unser Einserstürmer.' Wie er dann da war, hat er sofort im Sturm gespielt. Ich habe gewusst, da ist etwas faul", zeigte sich Grbic verärgert.

Statt Aufmunterungen soll es im Training weitere Seitenhiebe vom Coach gegeben haben. "Solche Sachen sind nicht schön und haben mich das ganze Jahr verfolgt", gab der Offensivmann Einblick. Auch mit guten Trainingsleistungen konnte Grbic Pelissier nicht überzeugen: "Es war nicht in meiner Macht, ich konnte machen, was ich wollte."

Anfang des Jahres betonte der Österreicher in Gesprächen mit französischen Medien, er sei mit dem Verein zufrieden. "Ich habe damals gelogen und gesagt, dass ich glücklich bin, weil wir mitten im Abstiegskampf waren und ich keine Unruhe reinbringen wollte", offenbarte Grbic nun.

Mit Lorient könne er jetzt allerdings abrechnen: "Ich wurde links liegen gelassen, sie haben mich einfach nur kaputt gemacht das ganze Jahr. Das ist die pure Wahrheit und das wünsche ich keinem."

Kommt es zur Grbic-Leihe?

Im Sommer kam der Ex-Altacher zu Lorient und wurde mit einem Vertrag bis 2025 ausgerüstet. Nun strebt Grbic einen leihweisen Wechsel an: "Es ist einfach viel zu viel passiert. Da wird es ganz schwer, eine neue Basis zum Zusammenarbeiten aufzubauen."

"Ich hoffe, dass es in der neuen Saison besser wird - wo auch immer", setzte der ÖFB-Torjäger fort und ergänzte: "Ich will wieder mit meinen Toren ins Rampenlicht rücken, weiß, welche Qualitäten ich habe."

Ab dem 1. Juli sollen diesbezüglich Gespräche mit den Klubbossen geführt werden. Bis dahin will Grbic "einfach einmal runterkommen."