Fussball

SK Rapid Wien: Transparent über Geisterspiele sorgt für Diskussionen

Von SPOX Österreich
Spruchband vor dem Block West.

Im Rahmen des Heimspiels gegen TSV Hartberg (0:1) haben die Anhänger des SK Rapid Wien auf der Fantribüne ein Transparent angebracht, mit dem sie sich gegen die Geisterspiele in der österreichischen Bundesliga aussprechen. Die Wortwahl sorgt dabei für Diskussionen, das Klubservice nahm das Transparent nach Kritik vor Anpfiff wieder ab.

"A Stadion mit leeren Plätzen is wie a schiache oide Wetzen", stand dort geschrieben.

Im Sky-Interview darauf angesprochen kritisierte Sportdirektor Zoran Barisic die Aktion vorsichtig. "Natürlich ist das nicht in unserem Sinne. Es ist eine derbe Metapher, aber strafrechtlich nicht verfolgbar. Mir ist es wichtig, wenn wir über sportliche Dinge sprechen", sagte er.

Auf Nachfrage präzisierte der 50-Jährige: "Der Klub verträgt überhaupt keine Frauenfeindlichkeit, keinen Sexismus, Homophobie oder Rechtsextremismus. Das entspricht nicht unserem Leitbild. Wir distanzieren uns davon, das ist nicht unsere Meinung."

Auf die Frage, ob das Transparent noch abgenommen werde, wich Barisic aus: "Wir können auch über andere Unternehmen reden, die mit Steuergeldern unterstützt werden, obwohl sie ihre Mitarbeiter in die Kurzarbeit schicken. Der Chefetage wird dann vielleicht auch noch eine Dividende ausbezahlt. Wir könnten über viele Dinge sprechen."

Christoph Peschek: "Thema wurde gelöst"

Rapid-Geschäftsführer Christoph Peschek äußerte sich nach der Partie gegenüber Sky zu der Causa. Er wollte dabei wenig Kritik stehen lassen und schätzte die Vorgangsweise Rapids als richtig ein.

"Rapid und seine Fans sprechen sich dafür aus, schon bald wieder vor Zuschauern spielen zu können. Demokratie endet nicht an den Stadientoren", meinte Peschek. "Prinzipiell wurde vereinbart, dass Botschaften transportiert werden können. Nach diesem Transparent gab es intensive Diskussionen. Das Thema wurde aber gelöst, noch vor das Spiel begonnen hat."

Es sei zwar ein "derbes Spruchband" gewesen, doch: "Ein Stadion ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Ich bin nicht in einem Verhör. Das Thema wurde vor Spielbeginn gelöst. Für die Zukunft werden wir Familiendiskussionen nicht am Balkon sondern im Wohnzimmer führen."

Dietmar Kühbauer: "Hat im Stadion nichts verloren"

Trainer Dietmar Kühbauer fand nach dem Spiel noch die deutlichsten Worte aller Beteiligten. "Was soll ich sagen? Ich finde, dass dieses Transparent definitiv nichts verloren hat in einem Fußballstadion. Ich kann diese Aktion nicht verstehen", stellte der Coach klar.

Und weiter: "So leid es mir tut für die Rapid-Fans, aber es ist nicht das Beste, wenn man etwas mit solchen Worten beschreibt."

Bundesliga: Wann dürfen Fans wieder ins Stadion?

Die Bundesliga sandte zuletzt positive Signale, schon bald wieder Fans in die österreichischen Stadien zu lassen. Es gab ein "sehr produktives" Treffen mit dem Gesundheitsministerium. Schon jetzt steht fest, dass in dieser Oberhaus-Saison keine Zuschauer in den Stadien erlaubt sein werden. In der 2. Liga sind Fans in dieser Spielzeit aufgrund der länger dauernden Saison und der ab 1. Juli geltenden Vorgaben noch nicht gänzlich ausgeschlossen, sagte Vorstand Christian Ebenbauer.

Die fehlenden Einnahmen haben direkten Einfluss auf die Klubfinanzen. "Geisterspiele sind immens große Verluste. Die Folgen in der Zukunft sind nicht absehbar. Wir sind sicher nicht der einzige Klub. So ehrlich sind wir", sagte Barisic.

Meistergruppe: Ergebnisse vom 28. Spieltag

Sonntag, 21.06.2020
17:00 UhrRapid WienTSV Hartberg0:1
17:00 UhrRed Bull SalzburgWAC2:2
19:30 UhrSK SturmLASK0:2
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