Fussball

Naumoski: "Österreichs Fußball ist langweilig"

Von SPOX Österreich
Ilco Naumoski arbeitet in China für die UEFA-Pro-Lizenz

Ilco Naumoski prägte viele Jahre lang die österreichische Bundesliga. Nach seiner schweren Verletzung vor drei Jahren zog er sich vom aktiven Fußball zurück und wandte sich der Trainerkarriere zu, die ihn mittlerweile bis nach China geführt hat.

Die B-Lizenz hat Naumoski schon in der Tasche, aktuell arbeitet er für die A-Lizenz. "Mein Ziel ist aber die Pro-Lizenz", erklärt der 33-Jährige im Gespräch mit Salzburg24. "Um die nötige Praxis dafür zu sammeln, habe ich die Herausforderung als Jugend-Trainer in China auf mich genommen."

"Österreich ist mein Land"

Der ehemalige Stürmer hat schwere Zeiten hinter sich. Anfang 2014 verletzte sich Naumoski in seiner Heimat Mazedonien in Diensten Vardar Skopjes schwer, zog sich einen offenen Schien- und Wadenbeinbruch zu, der ihm noch lange danach große Schmerzen bereitete und ihn teilweise auch am Gehen hinderte. Ende 2016 wurde er in Österreich wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung zu sieben Monaten bedingter Haft verurteilt.

Doch Naumoski hat diese Zeiten hinter sich gelassen. Als Flucht würde er den "Transfer" nach China aber nicht sehen, eher als "Expedition, um Erfahrungen zu sammeln". Nach wie vor sei Österreich sein Land. "Auch wenn in meinen Adern mazedonisches Blut fließt, ich liebe Österreich über alles." Jobangebote hatte der Heißsporn auch hierzulande, annehmen wollte er zum damaligen Zeitpunkt aber keines.

Naumoski: "Bin eingefleischter Rapid-Fan"

Die Tipico-Bundesliga hat er trotzdem nicht aus den Augen verloren - und etwas fehlt. "Spieler wie Kühbauer, Jancker und Ogris würden der Liga sehr gut tun. Solche Typen wie mich gibt es heutzutage nicht mehr im österreichischen Fußball", kritisiert er und zeichnet das Bild weiter: "Der Fußball hier ist langweilig geworden und die Leute kommen nicht mehr wie früher ins Stadion."

Dass die ab Sommer 2018 in Kraft tretende Liga-Reform Besserung bringt, denkt Naumoski nicht. "Für zwölf Mannschaften ist Österreich noch nicht bereit. Das wird die Qualität weiter mindern und nicht den erhofften Erfolg bringen", spricht er "Dorfklubs wie Grödig" an. Auch Rapid, wo Naumoski in seiner Jugend kickte, hat er nicht vergessen. Immerhin ist er "von klein auf eingefleischter Rapid-Fan und war damals bei jedem Auswärtsspiel mit dabei."

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung