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NFL @ SPOX


Gründer: Master_Of_Disaster | Mitglieder: 760 | Beiträge: 195
09.09.2018 | 4487 Aufrufe | 3 Kommentare | 5 Bewertungen Ø 7.4
Von Meuterei zu Chicken Wings
Season Preview: Cincinnati Bengals
Red Rifle oder Der Kindergarten Cop?

Rückblick

Zum 50. Jubiläum der Franchise wollte man das Team verjüngen und hat viele ältere Leistungsträger gehen lassen, darunter Urgesteine wie Whitworth, Peko oder Maualuga. Das Team sollte jünger, schneller und hungriger werden. Der Hunger kam auch schnell auf und zwar nach Erfolg - und der forderte seine Opfer. Nach grade mal 2 Spielen passierte in Cincinnati etwas Seltenes, denn OC Ken Zampese musste seinen Hut nehmen in der laufenden Season. Das geschah nach haarsträubenden Leistungen der Offense (nicht ein TD in zwei Spielen), aufgrund dessen die Defense intern sturm lief und sofortige Änderungen forderte. QB Coach Bill Lazor übernahm den Posten, mistete das Playbook aus und versuchte das Beste draus zu machen. Nach einer knappen OT-Niederlage bei den Packers konnte an dann wieder auf die Siegerstraße zurückfinden und zumindest einen ausgeglichenen Record für die restliche Season erreichen. Dabei vermieste man in den letzten beiden Spielen sowohl Detroit als auch dem Divisionsrivalen aus Baltimore die Playoff-Hoffnungen.* Diese Leistungen war wohl auch der Grund für Marvin Lewis Vertragsverlängerung um zwei weitere Jahre trotz des 7-9 Record, aber sehr zur Freude seiner Spieler. Doch auch der versöhnliche Abschluss der Season konnte nicht über den faden Beigeschmack hinwegtäuschen, den die katastrophale O-Line und die Run-Defense ganz unten in den NFL Stats hinterließ.

*Mit dem Sieg über die Ravens verhalf man den Buffalo Bills zum ersten Playoff-Einzug in 17 Jahren. Dies löste bei Andy Daltons Stiftung eine Spendenlawine dankbarer Bills-Fans aus. Auch das Team ließ sich nicht lumpen und schickte ein große Ladung Buffalo Wings nach Cincinnati.

Free Agency


Wer von sich behauptet schüchtern zu sein, hat die Bengals Front Office noch nicht in der Free Agency erlebt. Erwartungsgemäß wurden hier keine großen Namen verpflichtet. Traditionell versucht man die eigenen Leistungsträger zu halten und die Problemzonen zu adressieren. Preston Brown von den Bills bewarb sich förmlich um den freien Posten des MLB in Cincinnati, weil er schon immer für sein Heimatteam spielen wollte. Matt Barkley wurde als potentieller Backup für Andy Dalton unter Vertrag genommen.
Im Coaching Staff hat sich wieder einmal viel getan. DC Paul Guenther wechselte zu den Raiders, um seinem Freund Jon Gruden zu assistieren, und wurde durch Teryl Austin von den Lions ersetzt. Alex van Pelt kam von Green Bay als QB Coach. Mit den Cowboys tauschte man kurzerhand die O-Line Coaches:Paul Alexander ging nach Dallas und im Gegenzug unterschrieb Frank Pollack in Queen City. Des Weiteren wurde Bob Bicknell WR Coach und Daronte Jones übernahm die CBs.
Das strategische Ziel wurde nicht aus dem Auge verloren: Adam Jones, Andre Smith, Cedric Peerman, Eric Winston, Kevin Minter und Pat Sims fielen der Verjüngungskur zum Opfer Brandon LaFell bat im Trainingscamp um seinen Release , dem das Team entsprach. Jeremy Hill ließ man ziehen, da man mit seinen Leistungen nicht zufrieden war. AJ McCarron und Bodine suchten ihr Glück bei den Bills, mit denen man sich zudem auf einen Trade für LT Cordy Glenn einigen konnte - im Gegenzug tauschte man die 1st Round Picks im 2018er Draft.

Draft

  • 1. (21) Billy Price, C, Ohio St.
  • 2. (54) Jessie Bates, S, Wake Forest
  • 3. (77) Sam Hubbard, DE, Ohio St.
  • 3. (78) Malik Jefferson, OLB, Texas
  • 4. (112) Mark Walton, RB, Miami
  • 5. (151) Davontae Harris, CB, Illionois St.
  • 5. (158) Andrew Brown, DT, Virginia
  • 5. (170) Darius Phillips, CB, Western Michigan
  • 7. (249) Logan Woodside, QB, Toledo
  • 7. (252) Rod Taylor, OG, Mississippi
  • 7. (253) Auden Tate, WR, Florida St.

Zum zweiten Mal in Folge gingen die Bengals mit 11 Picks in den Draft. Doch anstatt diese für Uptrades zu nutzen, blieb man eher abwartend und holte sich die Spieler, die einem in den Schoß fielen. Im Gegensatz zu den Vorjahren blieb auch die große Überraschung in der 1. Runde aus. Die Bengals fanden mit Billy Price den dringend benötigten Starting Center, der mit seinem biestigen Blocking sehr gut in die AFC North passen sollte. Zweitrundenpick Jessie Bates soll die schwachen Turnover-Zahlen verbessern und die Rolle des Ballhawk in der Secondary einnehmen, den man in Cincy seit dem Abgang von Reggie Nelson vermisst. Mit Sam Hubbard, Malik Jefferson und Darius Phillips brachte man weiter frisches Blut und Athletik in die Defense, wobei Phillips gerade wegen seiner Returner-Qualitäten gewählt wurde. In der 4. Runde konnte man sich mit Mark Walton einen flinken RB angeln, den einige Experten schon in der 2. Runde auf dem Board hatten. Siebtrundenpick QB Woodside schaffte es nicht in den Kader und kam im PS der Titans unter. Back to back wählte man dann Rod Taylor als Body für die O-Line und Auden Tate. Letzterer konnte mit seinen 65 und dem dazugehörigen Catch Radius im Camp überzeugen und hat es auch in den finalen Roster gepackt - er könnte sich als echter Steal erweisen. Wieder konnte man eine Vielzahl der Draft Picks in den Roster integrieren, der nun mit 25.2 Jahren im Schnitt der jüngste der Liga ist.

Offense


Quarterback

Hier kann ich wie im letzten Jahr beginnen: Ja, Andy Dalton lebt noch und ist sogar gesund und munter. Vergangene Season war für ihn allerdings nicht wirklich besser als die vorherige: 40 Sacks bei 64 Hits (Vorjahr 41 Sacks bei 70 Hits) ließ seine O-Line zu. Von seinen 12 INTs ging die Hälfte auf die Kappe seiner Receiver. Aber auch 25 Passing-TDs täuschen nicht darüber hinweg, dass die gesamte Offense nie wirklich funktionierte. Aufgrund der mangelnden Protection musste er den Ball immer so schnell wie möglich loswerden, obwohl ihm selten gesunde Passempfänger zur Verfügung standen.
Nun da OC Bill Lazor eine Offseason Zeit hatte, um sein eigenes Scheme zu implementieren, die O-Line adressiert wurde und sogar Tyler Eifert wieder gesund ist, dürfte Dalton einen deutlich einfacheren Job haben. Allerdings wird von ihm aufgrund des stark verjüngten Rosters auch mehr erwartet werden. Jeff Driskel wird in dieser Spielzeit der Backup sein, nachdem sich Matt Barkley in der Preseason gegen die Colts verletzt hat und die Season auf IR verbringen muss.

Running Back
Stell dir vor, du hast gute RBs aber keine Gaps, durch die sie laufen können. Willkommen in der Welt der 2017er Bengals. Ganze 1366 Yards erzielte man in der vergangenen Season. Nicht Hill, nicht Bernard, nicht Mixon alle zusammen plus 99y, die sich Dalton erschlichen hatte.
Woran lags? Es mag abgedroschen klingen, aber: O-Line. In den ersten 10 Spielen der Season erzielte man 2.98 Yards pro Carry abgeschlagener Letzter in der Liga. In den letzten 6 Spielen hingegen konnte man diesen Wert auf 4.6 y.p.c. steigern, was Platz 6 der NFL entsprach. Großen Verdienst daran tragen die Umstellung des Blocking Schemes vor Wk 12 und Gio Bernard, dem diese Umstellung sichtlich gutgetan hat.
Es gibt keinerlei Zweifel an Joe Mixon als Starter, da er nicht nur rushen und catchen, sondern inzwischen auch ziemlich solide blocken kann. Sicherlich wird auch Bernard bei Screen Plays oder aus dem Slot heraus eine Menge Snaps sehen. Die große Frage hier wird sein, ob die O-Line auch unter Pollack weiter Fortschritte beim Runblocking machen kann. H-Back Ryan Hewitt fiel dem Systemwechsel in der O-Line zum Opfer, da FBs bei einer schwächelnden O-Line weniger effektiv sind und deren Einsatz sogar nach hinten losgehen kann. Er wurde in der Preseason gecutted und ist nun bei den Colts zuhause. Rookie Mark Walton und Tra Carson werden als Backups die Positionsgruppe vervollständigen.

Offensive Line
Auf viel mehr muss ich hier nicht eingehen, die O-Line 2017 war mehr eine Drehtür als ein Burgtor. Auch wenn der erwähnte Schemewechsel von Zone auf Power kleine Wunder bewirkt hat, musste man hier aktiv werden.
Rookie Billy Price wird Bodine auf C ersetzen und eine deutliche Verstärkung darstellen, wenn man die Preseason als Maßstab heranzieht. Auf LT wird sich Dalton über ein deutliches Upgrade von Ogbuehi zu Cordy Glenn freuen, sofern dieser gesund bleibt. Zwischen Price und Glenn wird Clint Boling nun in seine 8. Season gehen. Auf der rechten Seite der Line lief in der Vorbereitung ein offener Konkurrenzkampf. Gewonnen haben diesen Alex Redmond auf RG und Bobby Hart auf RT. Trey Hopkins und Cedric Ogbuehi werden ihnen weiterhin einen harten Kampf um diese Plätze liefern. Jake Fisher und Christian Westermann dürften dagegen auf der linken Seite wenig Chancen auf einen Starter Posten haben.

Wide Receiver
Hier hat Cincy auf dem Papier eine starke Gruppe, die jedoch ein ziemlich schwaches Jahr hinter sich hat. AJ Green hatte die schlechtesten Stats seit seiner Rookie-Season. Selten hat eine Szene eine Positionsgruppe besser beschrieben als diese: Green musste gegen die Jaguars früher in die Umkleide, nachdem er sich vollkommen untypisch für ihn - von Jalen Ramsey provozieren und in eine Schlägerei verwickeln ließ. John Ross hatte vermutlich eine der denkbar miesesten Rookie-Seasons überhaupt, in der er nur einmal den Ball bekam, den er prompt verlor. Nachdem herauskam, dass er eine Verletzung verheimlichte, wurde er auf IR gesetzt.

Green hat anscheinend aus dem mentalen Loch gefunden und ist nun nach LaFells Freistellung der alte Mann der Positionsgruppe. Ross und Tyler Boyd dürften sich um den Platz als #2 streiten und den jeweils anderen in den Slot verdrängen. Um die Plätze dahinter drängen sich mit Josh Malone, Alex Erickson, Cody Core und Preseason-Überraschung Auden Tate die jungen Wilden, von denen keiner über 25 ist.

Tight End
In Gamer-Kreisen gibt es einen Begriff, der perfekt auf Tyler Eifert zutrifft: Glaskanone - gesund ist er ein Mismatch für gegnerische Defenses und ein Schrecken in der Red Zone, wie 13 TDs in 13 Spielen der Saison 2015 eindrucksvoll beweisen. Wenn Denn das große Problem sind seine Verletzungen, durch die er bisher erst 37 Spiele und somit keine Saison vollständig absolvieren konnte. Tyler Kroft und CJ Uzomah streiten sich um die Position des ersten Backups. Mason Schreck hat sich hauptsächlich durch starke Auftritte bei den Special Teams tatsächlich einen 4. TE Platz im Roster erobert.
Der Vollständigkeit halber muss ich noch Moritz Böhringer erwähnen, der seinen Platz im Practice Squad wohl nur durch das internationale Rosterspotprogramm bekommen hat, von dem man aber in dieser Season nichts zu erwarten braucht.

Fazit Offense
Und nochmals muss ich mich selbst zitieren: Die Bengals Offense ist geladen mit potentiellen Playmakern und hat somit das Potential jede Defense zu knacken WENN die O-Line hält. Dieses Jahr ist es um die Line besser bestellt. Auch mein Vertrauen in Lazor ist größer als in Zampese letztes Jahr. Wenn die Starter-Drives der Preseason ein Indikator sind, könnte es für Bengals-Fans eine spaßige Saison werden. Anscheinend wieder in seiner Form von 2015 hatte Dalton auch genug Zeit, um seine Receiver zu finden. Mit dem Fokus auf dem Passing Game hat das Laufspiel noch gehakt, was eine Prognose erschwert. Mit Green, Ross, Eifert, Mixon und Bernard hat Dalton aber genügend
Waffen, um auf jede Defense eine Antwort zu finden.

Defense


Defensive Line
Wenn man in Cincy auf etwas stolz ist, dann auf die D-Line. Mit Atkins und Dunlap wurden die stärksten Passrusher des Teams für weitere 4 bzw. 3 Jahre zu. $65,3 Mio bzw. $45 Mio gehalten. Neben ihnen wird Andrew Billings an seine starke Vorsaison anknüpfen wollen, während Michael Johnson die andere Edge Position einnehmen wird. Hinter ihnen stehen einige junge Wilde in den Startlöchern. Jordan Willis, Carl Lawson und Rookie Sam Hubbard werden auf den Edge-Positionen rotieren, um gegnerische QBs unter Dauerbeschuss zu halten. Grade Lawson hat gute Chancen auf Johnsons Platz, wenn er an seine Leistungen vom letzten Jahr anknüpft (8,5 Sacks bei 477 Snaps). Ryan Glasgow und Josh Tupou sollen die interior D-Line frisch halten. Alles in allem ist dies vermutlich die stärkste Gruppe in Cincinnatis 4-3 Defense.

Linebacker
Im letzten Jahr gab es im Linebacker Corp einige Probleme: Einerseits konnte man Laufspiele durch die Mitte nicht frühzeitig verhindern, andererseits konnte man oft TEs nur mit Safety-Help effektiv covern. Problem Nummer eins hat sich quasi von selbst adressiert. Der letztjährige Tackleleader Preston Brown wollte für seinen Heimatclub spielen und übernimmt bei den Bengals nun die Position des MLB. In der 3. Runde des Drafts konnte man sich mit Malik Jefferson einen Freak Athlete sichern, der trotz guter Ansätze in der Preseason erst noch in seine Rolle hineinwachsen muss. Wenn ihm das gelingt, hat er gute Chancen den derzeitigen SLB Nick Vigil zu verdrängen. Allerdings ist hier mit Vincent Rey auch noch ein alter Hase zur Stelle, der ein hohes Ansehen im Team genießt. Folglich wird Jefferson versuchen müssen auf allen LB Positionen Snaps zu bekommen.

Das Hirn und Herz des Teams findet man auf WLB wenn auch leider mit erneut verspäteten Saisonstart aufgrund einer Sperre: Vontaze Burfict hebt diese Defense nochmals auf ein höheres Level und ist gerade in kritischen Momenten immer zur Stelle. Bis seine Sperre nach Week 4 abgesessen ist, wird Jordan Evans ihn vertreten. Dann muss vermutlich Hardy Nickerson Jr. weichen, der derzeit als 2nd MLB gelistet ist. Er wird sich schwer ins Zeug legen müssen, um bei Burficts Rückkehr überhaupt noch einen Platz im Kader zu haben.

Cornerback
In der vergangenen Season war man mit der Secondary generell sehr zufrieden. William Jackson hat sich die Position des Starters erarbeitet und lässt so manchen Experten auf eine Pro Bowl Season hoffen. Auf der anderen Seite wird Dre Kirkpatrick in seine mittlerweile 7. Spielzeit gehen. Im Slot bzw. bei Rushing Downs macht Darqueze Dennard das Trio der früheren First Round Picks komplett. Da Rookie Davontae Harris auf IR gesetzt werden musste, bilden lediglich Tony McRae und Darius Phillips die Backups. Da diese Gruppe etwas dünn aufgestellt ist, wird man sich hier möglicherweise noch nach einem erfahrenen FA umschauen, der das Team komplettieren kann. Ansonsten spekuliert man wohl darauf, dass Harris seine Knieverletzung schnell auskuriert und im Laufe der Season wieder zum Team stößt.

Safety
Einen großen Shocker gab es hier im Verlauf der Preseason: Der langjährige Starter George Iloka musste völlig überraschend seinen Hut nehmen und wurde in der Preseason von Rookie Jessie Bates III ersetzt. Dieser erfüllt eine Rolle, die im Bengals Backfield seit dem Abgang von Reggie Nelson bitter fehlt: Die des Ballhawk auf FS. Auf SS wird mit Shawn Williams ein ähnlicher Spielertyp wie Iloka stehen, der allerdings jünger und günstiger ist. Damit hat Cincinnati ein ausgewogenes Tandem als in den vergangenen Jahren, was gerade den CBs sehr entgegenkommen sollte wobei man natürlich nicht außer Acht lassen darf, dass es immer ein gewisses Risiko darstellt einen erfahrenen Veteranen durch einen Rookie zu ersetzen. Die zweite Garde bilden Brandon Wilson und Clayton Fejedelem. Die Gruppe einzuschätzen ist schwierig. Zwar hat Bates in der Preseason bewiesen, dass er das Zeug für die NFL hat sonst hätte man Iloka nicht gecutted - aber er ist eben ein Rookie und wird Lehrgeld zahlen. Wie üppig das ausfallen wird, bleibt abzuwarten.

Fazit Defense
Die Bengals Defense ist nun seit Jahren eine solide Gruppe. Wäre die Offense 2017 nicht so schwach gewesen, hätte die Defense vermutlich besser abgeschnitten als nur Platz 15 in Punkto Yards p. Game, zumal sie die meisten Scrimmage Plays der Liga hatte (1091). In Yards per Play war sie sogar auf Platz 6. Allerdings war die Turnover-Ratio mit gerade mal 7 forced Fumble und 11 Interceptions sehr schwach, weswegen der neue Defensive Coordinator Teryl Austin geholt wurde. Wenn man die 3 forced Fumble und 3 Int in der Preseason betrachtet, erkennt man die ersten Früchte seiner Arbeit. 13 Sacks in der Preseason deuten auch an, dass die Bengals Defense aggressiver als gewohnt agieren wird. Wo Paul Guenther letztes Jahr stets auf den 4 Man Rush vertraut hat, lässt Austin häufiger auch mal 1 oder gar 2 Mann blitzen. Unterm Strich hat diese Unit durchaus das Potential eine Top10 Defense zu stellen, sofern die Offense ihr ausreichend Verschnaufpausen verschafft.

Special Teams
Viel hat sich hier nicht verändert. Randy Bullock hat sich den Posten des Kickers in der letzten Offseason erkämpft und behält ihn auch weiterhin inne. Er zählt nicht zu den besten der Liga, aber er hat sich als verlässlich erwiesen, weswegen man auch weiterhin auf ihn baut. Im Gegensatz zum früheren Special Teams Captain Cedrick Peermann blieb Punter Kevin Huber als einer von wenigen von der Verjüngungskur verschont. Huber gilt in der Liga als einer der besseren seines Fachs, wenn er auch eher etwas unterm Radar fliegt. Die Bälle bekommt er von Clark Harris, der als Long Snapper ausgerechnet vom Coaching Staff der Steelers zum letzten Pro Bowl eingeladen wurde und dort sogar mit 36 Yards und 8 Inches den Weltrekord im Long Snappen aufgestellt hat. Als Returner werden Alex Erickson, Darius Phillips und Brandon Wilson bzw. Tyler Boyd fungieren.

Players to Watch
WR John Ross:Man hätte durchaus mit ihm als Returner rechnen können. Dass er dort nicht gelistet ist, deutet eine stärkere Einbindung in die Offense als noch in seiner katastrophalen, von Verletzungen geprägten Rookie Season an.
FS Jessie Bates III: Es passiert den Bengals nur sehr selten, dass ein defensive Rookie direkt viele Snaps bekommt. Noch seltener passiert es, dass ein Rookie direkt Starter wird. (Zuletzt Ray Maualuga in 2009) Aber Bates hat sogar noch einen draufgesetzt und den eigentlichen Starter George Iloka bereits in der Preseason verdrängt. Iloka wurde gecutted und ist nun bei den Vikings. Zwar haben hierbei auch finanzielle Argumente mitgewirkt, aber der Vertrauensvorschuss für Bates ist enorm.
C Billy Price: Die Bengals haben nun 2 Jahre mit katastrophalem O-Line Game hinter sich. Mit Russel Bodine war man nie wirklich glücklich. Neuer O-Line Coach Pollack bekam also direkt in der ersten Runde sein Willkommensgeschenk, mit dem die Mitte der O-Line hoffentlich wieder stabil wird. Price ist ein intelligenter Spieler mit der Aggressivität, die man in der AFC North braucht.

Schedule

Der Spielplan ist nicht einfach, aber durchaus machbar. Was in Cincy besonders gern gesehen wird, sind die vielen 1.00 P.M. Spiele, da Prime Time Games in der jüngeren Vergangenheit gerne hergeschenkt worden sind. Die Bye liegt in Wk 9, was nicht verkehrt ist. Interessant sind die beiden Division Games in Cleveland und in Pittsburgh zum Saisonfinale. Die Spiele gegen die Steelers waren zuletzt von übertriebener Härte gekennzeichnet dass so ein Problemspiel auf den letzten Spieltag gelegt wird, wo es evtl. noch um die Playoffs geht, halte ich für keine besonders gute Idee.

Prediction
Wenn man sich die Vorhersagen der Experten anschaut, wissen die offenbar nicht wirklich, was sie von den Bengals halten sollen. Die Prognosen reichen von 3 Siegen bis hin zur Playoff-Teilnahme.
Letztes Jahr hat Cincinnati aus einer verschenkten Season mit Unmengen an Problemen noch das Bestmögliche rausgeholt und immerhin 7 Siege eingefahren. Die Probleme des Teams wurden adressiert und man musste keinen Leistungsträger ungewollt ziehen lassen. Die Änderungen im Coaching Staff sind in meinen Augen auch eher Verstärkungen Manch einer mag jetzt aufschreien oder lachen, aber ich tippe auf eine 9-7 Season. Ob dies für die Playoffs reicht, steht aber auf einem anderen Blatt Papier.

KOMMENTARE
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schmitza
11.09.2018 | 12:49 Uhr
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schmitza : 
11.09.2018 | 12:49 Uhr
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schmitza : 
Deine Previews lese ich immer gerne.
Auch wenn die Bengals oft ein "langweiliges" Offseason Team sind, passiert hier und da doch mal was.
Ich traue Cincy auch eine Menge zu. Vorrausgesetzt, man kann Mixon UND Ross integrieren und die Def reißt sich am Riemen.
Da ich meine Steelers nicht sooo stark wie letztes Jahr einschätze, kann es gut sein, dass Platz 1-3 in der Div innerhalb von 1-2 Siegen liegt.
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Lattenknaller
09.09.2018 | 22:00 Uhr
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09.09.2018 | 22:00 Uhr
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Danke für die Blumen und den Hinweis! Ist korrigiert!
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DanMarinoseinSohn
09.09.2018 | 18:42 Uhr
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09.09.2018 | 18:42 Uhr
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Danke, Latte, für diese Preview. Ich mag deinen Blick auf die Bengals und den Witz, den du auch hier und da wieder einstreust.
Dein verlinkter Schedule ist allerdings der von letzter Saison.
Ich freu mich auf Week 5 und denke, dass der Sieger in dem Spiel sich Hoffnungen auf die Wildcard machen kann.
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