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Bergziegen


Gründer: Dino_Thunder | Mitglieder: 28 | Beiträge: 9
29.06.2016 | 2776 Aufrufe | 18 Kommentare | 7 Bewertungen Ø 10.0
Tour de France
Die Bergziegen - Der Radsporttalk #2
Wir sind alle ein bißchen Sagan

Nun soll es um die Tour de France gehen. Eine allgemeine Frage am Anfang: Die Tour ist im Radsport das Ereignis schlechthin, die ganze Sportwelt schaut nach Frankreich und Etappen- und Toursieger kennt jeder. Meint ihr aber dass die Tour die restlichen Radrennen zu sehr unterdrückt? Scheinbar ist z.B. ein Etappensieg bei der Tour mehr wert als ein Monument zu gewinnen, s.Degenkolb letztes Jahr.

king_james_1FCK:
Naja das kommt halt daher dass die Tour die meiste Medienpräsenz hat. Wann sieht man in den deutschen Nachrichten mal was vom Radsport wenn nicht bei der Tour? Ich denke wenn man die wirklichen Radsportfans fragt ist der Sieg bei einem Monument mehr wert, wenn man den Durchschnittsdeutschen fragt weiß er vermutlich nicht mal was Paris-Roubaix ist, daher ist es logisch das Tour Etappensiege für die Sponsoren einen hohen Stellenwert haben. Für die Fahrer selbst ist es sicher anders. Aber grundsätzlich kommen mir gerade die einwöchigen Rundfahrten zu schlecht weg.

DavidSiva:
Ja ist halt so. Das ist ja nichts Neues und war schon fast immer so. Wobei man auch sagen muss dass dies in Deutschland nochmal krasser ist. Deutschland ist halt trotz vieler großer Fahrer einfach keine Radsportnation. Wenn ich mir die Radrennen in Belgien und Holland so angucke dann sehe ich nicht dass die TdF dort die Klassiker in den Schatten stellt. Allgemein kann man das aber schon so sagen und das ist auch nichts was sich nochmal ändern lässt.

Bart_Simpson:
Die Tour überstrahlt natürlich in der breiten Öffentlichkeit alle andren Rennen, grundsätzlich finde ich das auch nicht schlimm. Es ist in anderen Sportarten ja ähnlich, ob WM/EM im Fußball oder Wimbeldon im Tennis, es gibt immer Veranstaltungen die mehr zählen. Zudem, wer von uns hier kann sagen der Radsport fasziniert ihn und das erste Rennen an das er sich erinnert war nicht die Tour?


Jetzt ein kleiner Rant meinerseits als Sportromantiker: Prudhomme hat zwar zum Glück die alten Strukturen von LeBlanc aufgebrochen, doch mit der Tour 2016 erneut gegen den Uhrzeigersinn fasst er den heiligen Gral an. Klar haben die Pyrenäen infrastruktuelle Probleme, aber da man sowieso mittlerweile viele neue Pässe ausprobiert wird sich da auch was finden lassen; Selbst eine Etappe auf den Mount Ventoux entschädigt mich für so einen Kardinalfehler nicht.
Seid ihr der gleichen Meinung und wie findet ihr das Profil in diesem Jahr unabhängig von diesem Tabubruch?

king_james_1FCK:
Unabhängig von den Tabubruch finde ich das Profil dieses Jahr ziemlich langweilig. Mir gibt es zu wenige hügelige Etappen bei denen man mit Ausreißern rechnen kann und mir fehlen ein wenig die Etappen wo man versuchen könnte früh einen Kapitän zu isolieren. Auch fehlt mir ein wirklich langes Einzelzeitfahren in dem sich die reinen Spezialisten deutlich von den Gesamtwertungsfahrern absetzen können. Die Sprintankünfte finde ich wiederum sehr interessant weil sie oft leicht Bergauf gehen, was mich als alten Sagan-Fan natürlich zusagt.

DavidSilva:
Stört mich ehrlich gesagt weniger. Ich finde die Schlussanstiege in den Pyrenäen allerdings in der Regel schwieriger, weil kürzer, steiler und ungleichmäßiger. Ansonsten fällt mir auf den ersten Blick auf dass man sich die klassischen Übergangsetappen in der 2. Woche komplett schenkt und dafür fast nur Flachetappen hat, während die erste Woche sogar nichts für Greipel und Kittel zu sein scheint. Wird natürlich interessant zu sehen wie Teams dann gerade in der ersten Woche agieren. Wenn ich Lotto-Soudal wäre würde ich da die Verantwortung komplett auf Leute wie Sagan oder Matthews schieben und dann muss man sehen was passiert. Ich finde das erstmal nicht uninteressant weil es weniger vorhersehbar erscheint, auch wenn es die Chancen für Ausreißer natürlich enorm reduziert.

Bart_Simpson:
Ich muss zugeben: Ich bin da eher ein Traditionalist. Mich stört es doch sehr dass die Tour in diesem Jahr in die falsche Reihenfolge fährt. Das Profil der Tour hört sich erstmal unspektakulär an, aber wie die Rennfahrer auch immer wieder selbst sagen machen eben die Fahrer das Rennen hart, nicht unbedingt der Kurs. Zudem, wenn man jedes Jahr über Galibier und nach Alp d´Huez fährt ist es irgendwann auch kein Highlight mehr.


Der Titelverteidiger Chris Froome (Sky) gewann im Juni relativ überlegen die Dauphine, doch das Frühjahr erinnerte eher an "Platten, Pech und Pannen" analog zu 2014. Froome hat die stärkste Mannschaft hinter sich, ist er überhaupt angreifbar, in Form und wo könnten Probleme auftauchen?

king_james_1FCK:
Naja die Form scheint zu stimmen, das Team von Sky ist jedes Jahr spitze. Ist nur die Frage ob er am Berg mit Quintana mithalten und sich im Zeitfahren genug Vorsprung rausfahren kann. Pannen oder Stürze können immer passieren aber die Vorraussetzungen für Froome sind nicht schlecht.

DavidSilva:
Vor der Dauphiné hätte ich hier auch noch stärker an Froome gezweifelt, was jetzt aber da kam war schon stark. Das Team ist zu 100% auf ihn ausgerichtet und er wird als Topfavorit an den Start gehen, alles andere muss man abwarten.

Bart_Simpson:
Jeder Fahrer der Welt ist angreifbar und das ist auch gut so wie wir aus der Vergangenheit gelernt haben. Dennoch muss man natürlich sagen Froome ist der Topfavorit mit einem Topteam. Ich hoffe darauf dass Froome nicht davon profitieren kann das zwischen anderen Fahrern Rivalitäten entstehen, sondern es ein offenes Rennen für alle gibt.


Der größte Herausforderer von Froome scheint Nairo Quintana (Movistar) zu sein. Quintana ist laut vielen Experten wohl derzeit der beste Bergfahrer, kann mittlerweile sehr gut Zeitfahren und hat gefühlt in diesem Jahr fast jede Rundfahrt gewonnen an die er teilgenommen hat. Wie seht ihr seine Chancen oder ist er sogar "Man-to-beat" und nicht Froome?

king_james_1FCK:
Quintana war letztes Jahr der beste Bergfahrer, am Ende nur sehr knapp hinter Froome und hat die Zeit in den Niederlanden an der Windkante verloren. Es gibt nur ein flaches Zeitfahren, wenn er es schafft dort und in den Flachenetappen keine Zeit gegen Froome und Contador zu verlieren spricht am Berg nix dagegen dass es nicht das Jahr des Kolumbianers werden sollte.

DavidSilva:
So wie die Saison bisher lief sehe ich ihn auch mindestens auf Augenhöhe mit Froome. Die Zeitfahren sehe ich in diesem Fall gar nicht so kritisch für Quintana. Das sind beides keine 40-50km flache Zeitfahren sondern sehr anspruchsvolle Profile. Beim ersten längeren EZF geht es am Ende nochmal richtig bergauf und das zweite 16m ZF kann man auch getrost als einfacheres Bergzeitfahren bezeichnen. Ich sehe Quintana da nicht viel Zeit verlieren. In der ersten Woche muss er aber aufpassen nicht wieder unnötig Zeit zu verlieren.

Bart_Simpson:
Wie schon angemerkt muss Quintana dafür sorgen dass er nach der ersten Woche kein Zeitrückstand auf Froome zu hat, danach kann alles passieren. Am Berg wird es sicher schwer Quintana zu besiegen, jedoch bin ich vom Team Movistar nicht so überzeugt wie von Sky. Dies kann schon den großen Unterschied ausmachen.


Den dritten großen Favoriten vergisst man zu Unrecht ziemlich schnell: Alberto Contador (Tinkoff). AC fährt nun doch nicht seine letzte Saison, aber irgendwie habe ich das Gefühl dass es für ihn gegen Froome/Quintana nicht ganz reicht, auch weil er wohl das schwächere Team am Berg hat. Unterschätze ich ihn auch und er straft mich Lügen?

king_james_1FCK:
Contador ist eine Wildcard, wenn er es schafft an den beiden anderen bis mitte 3. Woche dran zu bleiben hat er vielleicht eine Chance. Dass er das Gelbe Trikot früh erorbert und bis zum Ende tragen kann halte ich für unwahrscheinlich, dafür ist wie du schon sagtest das Team wohl zu schwach im Vergleich mit Sky und Movistar. Traue ihm von außerhalb der Top 10 bis zum Sieg alles zu und kann den "alten" Mann unter den Favoriten nicht wirklich einordnen.

DavidSilva:
Contador außerhalb der Top 10 ? Comon, selbst wenn der Mann nicht in Form ist und schon den Giro voll gefahren ist wurde der am Ende immer mindestens Fünfter. Hier läuft das für mich übrigens genau umgekehrt zum Fall Froome. Vor der Dauphiné war ich sehr optimistisch, jetzt muss man gucken ob er da nochmal zulegen kann bis es Ende der ersten Woche ernst wird oder nicht. Er hat vielleicht in den Bergen das schlechteste Team der großen Drei, aber egal wie gut er in Form ist, taktisch schlägt er seine Konkurrenten um Welten und er attackiert auf jedem Terrain. Wenn eine Windkante geht ist der Madrilene eigentlich immer mit vorne dabei. Ich gebe zu ich bin ein bisschen Fanboy weil ich seine Fahrweise extrem attraktiv finde, gerade im Vergleich zu seinen Konkurrenten. Aber auch so war seine Saison bis zur Dauphiné ja auch nicht wirklich schlecht, im Gegenteil.

Bart_Simpson:
Contador sollte man sicher nicht unterschätzen. Sein Team ist zwar nicht zu den Stärksten zu zählen, aber Contador hat nicht nur die Erfahrung und die Beine eines Champions. Seine außergewöhnliche Angriffslust und sein nie zu brechender Willen gehören einfach zum Besten was es gibt im Radsport. Contador wird die Tour nicht mitfahren um am Ende 7. zu werden. Für ihn zählt im Grunde nur das Podium, Etappensiege und wenn es mit dem gelben Trikot nichts wird vielleicht auch das Bergtrikot.

Als größter Herausforderer der Big3 galt Fabio Aru (Astana), bloß der hat ein komplett katastrophales Frühjahr hinter sich. Was traut ihr ihm zu? Macht er den "Form-ist-scheißegal"-Chaves? Oder sollte unser "Lieblingsteam" mit allseits bekannten Anti-Doping-Kämpfer (Vorsicht Ironie!!!) Vinukurov im Zweifel auf Girosieger Nibali setzen um zumindest eine Top10-Platzierung zu retten?

king_james_1FCK:
Aru denke ich wird am Berg mit den anderen nahezu mitfahren können, auch weil Astana immer mit einer cleveren Teamtaktik und Relaystationen arbeitet. Allerdings bezwefel ich dass es im Zeitfahren reicht und er so um die Top 5 fahren wird ohne wirklich nah am Podium zu sein.

DavidSilva:
Bei Aru würde ich viel eher von einer Wildcard sprechen. Seine Saison war vorsichtig ausgedrückt durchwachsen. Sein Etappensieg bei der Dauphinée hat mich allerdings überrascht. Gerade das Terrain und die Art und Weise hätte ich ihm so nicht zugetraut (eher wie ein Puncheur, als ein Bergfahrer). Wie ich die Kollegen von Astana aber kenne wird Aru im Vergleich zur bisherigen Saison aber bestimmt gut in Form sein, für ganz vorne sollte es aber denke ich nicht reichen. Ich denke aber dass die erste Bergetappe auf der es zu einer Selektion kommt zeigen wird ob Aru vorne dabei ist oder nicht.

Bart_Simpson:
Ich mag Aru und ich traue ihm auch eigentlich zu dass er die Tour unter den ersten 5 im Gesamtklassement beenden kann. Die Form könnte besser sein, aber wie wir aus dem Giro gelernt haben ist es auch nicht so wichtig zum Start der Tour in Topform zur sein. Am Ende warten die Entscheidungen, da darf man sich auch gerne die letzten paar Prozent in der ersten Tourwoche holen. Warum man auf Nibali setzen sollte erschließt sich mir nicht, zudem wird Nibali sicher auch seinen Fokus nach dem Giro auf Olympia legen.

Kommen wir zu den Herausforderern, zunächst zu den drei Herrschaften die wohl das größte Talent besitzen: Thibaut Pinot (FDJ), Richie Porte und Tejay van Garderen (beide BMC). Allerdings sind das drei Fahrer die überspitzt beschrieben große Probleme haben. Pinot kann zwar mittlerweile Zeitfahren, trotz Verbesserung hier verliert er aber die Zeit beim Abfahren die er vorher am Berg gewonnen hat; Porte fährt in drei Wochen auf 1-2 Bergetappen an Kittels's Hinterrad und TvG hat gefühlt in seiner Profikarriere noch nie am Berg angegriffen.
Wie stehen die Chancen von den Dreien für Furore zu sorgen und wem traut ihr das am meisten zu?


Bart_Simpson:
Mit Ausnahme von Pinot denke ich wird keiner der Genannten eine größere Rolle spielen. Top 20 ist für Porte und van Garderen locker drin, aber spielen sie damit eine große Rolle? Eher nicht. Wenn Pinot am Ende bester Franzose ist, die Etappe zum Nationalfeiertag gewinnt und im Gesamtklassement unter 5 Minuten Rückstand hat dann wäre es sicher eine tolle Tour für ihn.

DavidSilva:
Tja und wieder muss ich mich auf die Dauphiné beziehen. Vorher hätte ich klar auf Pinot getippt, jetzt muss man wie auch bei AC abwarten was da noch kommt. Er hat jedenfall jetzt auch den Druck zu liefern, noch seinem guten Frühjahr und mit einem Team im Rücken welches auf Démare verzichtet und nur für ihn fährt. Das BMC Duo sehe ich sehr kritisch. Nach TVGs Leistungen in der Schweiz soll wohl Porte als Kapitän zur Tour an den Start gehen. Dem traue ich aber einfach gar nichts zu, das wird laufen wie immer und jeder weiß es. Van Garderen hat dieses Jahr allerdings auch noch keine Bäume ausgerissen, mehr als 4. Oder 5. Ist für ihn auf keinen Fall drin und das ist schon optimistisch. Podium wird keiner der drei erreichen, Pinot traue ich zu am ehesten was zu reißen wenn der Formaufbau stimmt.

king_james_1FCK:
Müsste ich jetzt tippen hätte ich Pinot auf dem Podium. Er hat ein sehr starkes Frühjahr gehabt, vorallem im Zeitfahren und ich denke das Profil der Tour ist nicht schlecht für ihn, es geht im Finale selten bergab zu einem Zeitpunkt wo er alleine ist. Wenn er ein Teamkollege dabei hat kann er auch ganz passabel abfahren.
Bei Porte denke ich wird es wieder diese schwarzen Tage geben, Top 10 schafft er aber; für die Top 5 ist er mir zu unkonstant. TvG wird immer vorne mitfahren und dann kurz vor Schluss wenn die Froomes und Quintanas nochmal angreifen in seinem Tempo weiter hoch fahren. Top 5 halte ich bei ihm für möglich, hängt aber auch davon ab wie gut er mit Porte zusammen arbeitet.


Es wäre keine Überraschung wenn folgende Fahrer am Ende sich irgendwo zwischen Platz 5-15 einreihen: Bauke Mollema (Trek), Warren Barguil (Giant-Alpecin), Wilco Kelderman (Lotto-NL), Mathias Frank (IAM), Romain Bardet (Ag2R), Illnur Zakarin (Katusha, große Frage aber um die Form und Fitness) und Pierre Rolland (Cannondale). Auf wen muss man aufpassen und wer überrascht positiv?

king_james_1FCK:
Aus der von dir genannten Gruppe halte ich Bardet für den Gefährlichsten. Gute Form und ich denke das Profil liegt ihm, außerdem hat er nix zu verlieren und wird wenig Druck von außen bekommen wenn sich die Franzosen auf Pinot konzentrieren.
Das Zakarin fit ist kann ich nach dem Sturz beim Giro fast nicht glauben und auch von Kelderman erwarte ich nicht sonderlich viel.

DavidSilva:
Sehe ich ähnlich wie James, wobei ich Barguil noch auf einer Ebene mit Bardet sehe. Bardet hat mich im letzten Jahr auch so enttäuscht, dass ich da erstmal skeptisch bin bis er wirklich gezeigt hat dass es in den Bergen wieder vorne dran bleiben kann. Barguil war jetzt extrem stark, wobei die Konkurrenz bei der Tour de Suisse auch absolut nicht mit der Dauphiné zu vergleichen ist. Er wäre aber auch nicht der Erste der zu früh zu gut in Form ist. Von den anderen aufgezählten Fahrern erwarte ich eigentlich nichts. Keldermann kann vielleicht um die Top 10-15 mitfahren, hat aber zuletzt auch nicht gerade überzeugt.

Bart_Simpson:
Mhh, ich bin wohl der einzige nicht Barguil Fan. Von den genannten Fahrern würde ich Bardet und Mollema am meisten zutrauen. Die Frage ist dann auch immer bei Fahrern die sich im Bereicht Top 15 bewegen, wird der Fokus irgendwann geändert? Versucht man vielleicht lieber einen Etappensieg oder ein Trikot zu ergattern als am Ende Rang 12 inne zu haben?

Wir schenken uns das Random-Bergtrikot sondern diskutieren über das weiße Nachwuchstrikot. Favoriten sind wohl Louis Meintjes (Lampre), Adam Yates (Orica), Warren Barguil (Giant) und nach der Dauphine hab ich auch Julian Alaphillippe (Etixx) auf dem Zettel der sich dort doch bergfester präsentierte ist als man dachte. Habe ich jemanden vergessen und wer ist eurer Favorit?

Bart_Simpson:
Yates ist mein klarer Favorit auf das weiße Trikot. Es ist immer noch mal etwas anderes seine Leistung auch über 3 Wochen zu zeigen und nicht nur bei einer einwöchigen Rundfahrt. Zudem ist Etixx sicher kein Team für die Berge um da einen Fahrer zu unterstützen.

king_james_1FCK:
Ich bin ja absoluter Fan von Alaphillippe, glaube aber noch nicht dass er die Leistung von der Dauphine auch über 3 Wochen bringen kann, daher gehe ich mit Barguil. Er bringt für mich das beste Gesamtpaket mit, Yates und Meintjes sind am Berg stark aber können auch mal im Zeitfahren 1-2 Minuten verlieren. Meintjes halte ich auch für einen der Kandidaten die bei einer Windkante mal die erste Gruppe verpassen könnten.

DavidSilva:
Auch hier bin ich ähnlicher Meinung wie James. Ich bin seit der Tour of California auch so ein bisschen auf dem Alaphilippe Hype Train weil ich diesen Antritt einfach extrem beeindruckend fand. Über drei Wochen muss man aber erstmal abwarten. In der ersten Woche traue ich ihm aber einiges zu, das Profil kommt ihm auch entgegen. Barguil ist für mich klar der Topfavorit auf Weiß!


Kommen wir zu den deutschen Etappensiegern... äh Sprintern. Das Sprinterfeld liest sich klasse: Marcel Kittel (Ettix), Andre Greipel (Lotto-Soudal), Mark Cavendish (Dimension Data), Peter Sagan (Tinkoff), John Degenkolb (Giant-Alpecin), Alexander Kristoff (Katusha), Bryan Coquard (Direct Energie) u.v.m..Noch interessanter wäre es mit Nacer Bouhanni (Cofidis) geworden, doch der hat sich am letzten Wochenende entschieden sich mal nicht mit anderen Fahrern zu schlagen, sondern mit Hotelgästen und hat sich dabei verletzt (!!!).
Glaubt ihr dass es einen dominiereneden Sprinter gibt der mindestens 3-4 Etappen gewinnt und wer ist es?
Und ist Peter Sagan um den Kampf ums grüne Trikot überhaupt zu schlagen und wer ist der größte Konkurrent?

king_james_1FCK:
Denke nicht das Sagan im Kampf um Grün zu schlagen ist wenn er nicht stürzt. Er kann auf jedem Terrain punkten, gerade auf Bergetappen kann er ohne allzuviel Aufwand in Gruppen mit gehen und die Zwischensprints gewinnen. Außerdem gibt es einige ansteigende Sprints was ihm auch besser liegt als einem Kittel oder Cav.
Wenn er die Form vom Giro mitnehmen konnte kann es auf den ganz flachen Etappen nur über Kittel gehen, der dann auch 3-5 Siege holen könnte. Stärkste Konkurrenten für Kittel bei den flachen Sprints werden wohl Greipel, der zuletzt auch super in Form war und Bouhanni sein der schon das ganze Jahr stark fährt. Cavendish, Kristoff und Degenkolb sind Wildcards, die können gewinnen aber ich gehe nicht davon aus das sie mehr als ein Sieg einfahren werden.

Bart_Simpson:
Ich denke schon das ein Sprinter der Tour seinen Stempel aufdrücken kann, wer es sein wird? Gute Frage, es könnten natürlich Greipel oder Kittel sein. Bei Sagan frage ich mich, kann er seine Tour die er letztes Jahr gezeigt hat noch irgendwie steigern? Das klingt erstmal komisch ohne Etappensieg im Vorjahr. Aber was will man von Sagan noch mehr erwarten als das was er im letzten Jahr gezeigt hat?

DavidSilva:
Sagan wird Grün gewinnen. Vermutlich wird sein Vorsprung nach der ersten Woche schon so groß sein dass Leute wie Kittel oder Greipel sich die Zwischensprints womöglich schon schenken werden. In einem echten Massensprint geht der Sieg aber weiter nur über unsere beiden Topsprinter. Der einzige Fahrer dem ich von den Fähigkeiten zutrauen würde Sagan zumindestens Konkurrenz zu machen ist Michael Matthews, wenn in er Topform ist; Ob das aber überhaupt sein Ziel ist muss man abwarten.

Dino_Thunder:
Ich sehe fast auch keine Konkurrenz für Sagen, aber wer als Wetteinsatz den berühmten einen Euro übrig hat könnte sein Glück bei Boasson Hagen versuchen. Bevor man aber auf ihn Geld setzt sollte man bei den ersten 1-2 Massensprints schauen ob er Cavendisch untertsützen muss oder er auf eigene Rechnung fahren darf. Ist Letzteres der Fall und ist er gleich vorne mit dabei dann ist es ein Versuch wert, im Hochgebirge ist er sogar noch ein Stück stärker als Sagan und ähnlich angriffslustig wie der Slowake.

Wenn es einen dominierenden Sprinter gibt wird es mit Sicherheit Kittel oder Greipel sein, ich sehe aber den Gorilla vorne weil da 1-2 Etappen in der ersten Woche sind wo er durchaus vorne dranbleiben kann. Zudem sollte Kittel mal anfangen zu lernen auch Etappen zu gewinnen die länger als 200 Kilometer sind und wo man mehr als 30 Höhenmeter überqueren muss, bei der Sprintergeneration heutzutage gehört er uzu einer austerbenden Spezies. Rein theoretisch kann bei reinen Flachetappen nur noch Cavendish bei der Endgeschwindigkeit der beiden mithalten, aber der hat das ganze Jahr das Velodrome in Rio im Kopf und so ist er auch bisher gefahren.

Zum Abschluss:
Wer gewinnt die Tour 2016?
Und was zeigt uns Peter Sagan dieses Jahr außer diversen zweiten Plätzen? Letztes Jahr war es für ihn die "Ausreißer-Tour", gewinnt er dieses Jahr mal wieder eine Etappe oder steht am Ende das Bergtrikot zu Buche?

king_james_1FCK
Die Tour gewinnt Quintana weil er letztes Jahr schon der beste Fahrer war und dieses Jahr nicht mehr so dumm Zeit verlieren wird wie in der ersten Woche des Vojahres. Außerdem denke ich dass er am Berg stärker ist als Froome und das Zeitfahren so kurz ist das er da nicht viel verliert.
Bei Sagan würde ich drauf wetten das er in der ersten Woche eine Etappe gewinnt und je nachdem wie knapp die Sprintwertung ist denke ich schon, dass wir ihn auf den Hochgebirgsetappen in Fluchtgruppen sehen könnten.

DavidSilva:
Ich hoffe zwar auf Contador, glaube aber dass Chris Froome auch dieses Jahr nicht zu schlagen ist. Man hörte ja schon letztes Jahr im Nachhinein dass Froome den Großteil der 2. Hälfte mit einer Erkältung geplagt war, was seine deutlich schwächeren Leistungen in den Alpen erklären würde. Ich hoffe,dass Sagan dieses Jahr direkt in der ersten Woche einen Sieg holt und uns weiter alle mit seiner spektakulären Fahrweise begeistert und unterhält. Bergtrikot kann ich mir nicht vorstellen, aber spannend wäre es schon wenn er Contador als Relaystation bei einer der schwereren Hochgebirgsetappen über mehrere Pässe helfen könnte. Insgesamt hoffe ich einfach auf eine spannende Tour und dass wir endlich mal Contador, Froome und Quintana zur gleichen Zeit in Topform und ohne Stürze etc. gegeneinander sehen. Darauf warte ich eigentlich schon seit 2013.

Bart_Simpson:
Quintana gewinnt die Tour und Sagan gewinnt mindestens eine Etappe. Wenn irgendwas Contador ausbremsen sollte, würde ich es nicht einmal für unmöglich halten dass Sagan am Ende der Tour das grüne Trikot mit roten Punkten trägt. Es bleibt allgemein einfach zu hoffen dass möglichst viele Fahrer ohne Sturz durchkommen und man eine spannende Tour de France bis nach Morzine hat.



Ich bin auch überzeugt dass Sagan endlich wieder einen Etappensieg feiern kann, das gepunktetete Trikot war mehr scherzhaft gemeint - bei Peter S weiß man aber nie, zuzutrauen wäre es ihm.
Meine verstaubte Second Hand Kugel vom Flohmarkt flüstert mir außerdem dass Chris Froome die Tour nochmals gewinnen wird.... aber nicht 2016, die gewinnt Nairo Quintana.

Vielen Dank für eure Teilnahme und wir hoffen auf eine tolle Tour!

KOMMENTARE
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Dino_Thunder
MODERATOR
02.07.2016 | 16:33 Uhr
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02.07.2016 | 16:33 Uhr
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Ich könnte jetzt sagen ich hab das nur zu 1/4 zu entscheiden, aber darum geht es nicht.
Letztendlich entscheiden die User.
Spox/Redaktion macht zur jeder Etappe nen Liveticker, dem entsprechend müssen die User entscheiden wo sie diskutieren wollen
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DavidSilva21x3
02.07.2016 | 15:56 Uhr
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02.07.2016 | 15:56 Uhr
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vorteil von dem blog wäre, dass jeder jeden Tag immer direkt weiß wo er hin muss, aber das soll Dino entscheiden
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ausLE
02.07.2016 | 15:43 Uhr
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ausLE : 
02.07.2016 | 15:43 Uhr
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ausLE : 
Dino
Soll / kann der Blog als Live-Talk benutzt werden oder doch lieber den Spox-Artikel benutzen?

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Dino_Thunder
MODERATOR
02.07.2016 | 15:01 Uhr
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02.07.2016 | 15:01 Uhr
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Und noch mal kurz noch was zum Thema "kurze EZF" wer da nicht so im Thema drin ist: Es werden gibt selten außer bei den drei GT's und traditionell bei der tour de Suisse 30-50 Km lange zeitfahren sonder so 10-15/20 Km, der grund ist ganz einfach: Die meisten Etappenrennen haben halt maximal 7 Renntage oder weniger, da nen großes Zeitfahren reinzuhauen würde den Zeitfahrspezialisten einen viel zu großen Vorteil geben
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Dino_Thunder
MODERATOR
02.07.2016 | 14:46 Uhr
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02.07.2016 | 14:46 Uhr
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Einen Prolog gibt es unter Prudhomme fast gar nicht mehr, entweder gibte ein kurzes EZF welches länger als 9 Km ist (darunter ist es dann ein Prolog) oder eine normale Etappe wie in diesem Jahr; Nächstes Jahr In Düsseldorf ist es dann strenggenommen mit 13 Km auch kein Prolog, sondern eben einEZF zum Auftakt.

Grundsätzlich brauche ich da keinen klassischen Prolog, man könnte allerdings auch mal drüber nachdenken (auch wenn da Tony Martin rumgeheult hat) mal so einen Prolog wie bei der Dauphine dieses jahr: 4km......bergauf mit durchnschnittlich 9,7% !
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ausLE
02.07.2016 | 13:51 Uhr
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ausLE : 
02.07.2016 | 13:51 Uhr
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ausLE : 
Ganz starkes Teil Dino und Co!!
10/10

Hier mal der Etappenplan mit Profil zum aufklappen:
http://www.tour-magazin.de/profisport/news/tour-de-france-2016---etappen-profile-strecke/a38215.html

War gerade überrascht, dass es kein Prolog gibt.

Und zack Voss im Bergtrickot mit 2 Punkten


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Big_Blue
02.07.2016 | 10:53 Uhr
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Big_Blue : 
02.07.2016 | 10:53 Uhr
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Big_Blue : 
Hallo zusammen

Ich bin relativ neu bei Spox und wenn dann bei der NFL zu finden, wie mein Name schon vermuten lässt. Es freut mich aber zu sehen dass hier viele meine Leidenschaft für Radsport teilen! Klasse Arbeit bei dem Blog und auf eine hoffentlich spannende Tour
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ohneWitz
01.07.2016 | 21:12 Uhr
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ohneWitz : 
01.07.2016 | 21:12 Uhr
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ohneWitz : 
Schöner Blog!

Ich persönlich denke das es Froome machen wird.

Ansonst hoffe ich natürlich auf eine spannenden Tour und einen offenen Kampf um den Tour sieg bis zum ende
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DavidSilva21x3
01.07.2016 | 17:10 Uhr
2
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DavidSilva21x3 : @Croatia
01.07.2016 | 17:10 Uhr
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DavidSilva21x3 : @Croatia
Du bist übrigens wie alle anderen Radsportbegeisterten auch herzlich eingeladen, unserer Gruppe hier (Die Bergziegen) beizutreten :)

ansonsten bin ich mal wieder überwiegend Dino's Meinung (das wird mir langsam unheimlich). Von Keldermann erwarte ich ehrlich gesagt nicht so wirklich viel. Fand ihn bisher dieses Jahr eher enttäuschend, aber wie bereits geschrieben vllt knapp die Top 10, aber die können viele errreichen, da spielen dann ja auch nicht selten diverse Ausreißversuche eine Rolle.

Strade Bianche haben wir tatsächlich vergessen. Unfassbar cooles Rennen und die eine Etappe beim Giro die man auch dort in der Region fuhr, welche Brambilla glaube ich gewonnen hatte war auch wieder absolute Werbung für diese Schotterpisten auch wenn ich verstehen kann, wenn sie nicht jeder Fahrer mag.
2
Dino_Thunder
MODERATOR
01.07.2016 | 12:54 Uhr
1
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01.07.2016 | 12:54 Uhr
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Hi Croatia, danke für dein Kommentar.

Bei Astana sehe ich beim team das problem dass dasvon den namen her natürlich stark ist, aber fast die Hälfte schon beim giro dabei war.
Aber wie sagte DavidSilva ziemlich subtil: DAstana wird beim der Tour in Form sein, ein schelm der sich was Böses dabei denkt...

Pantano kann wenn alles gut läuft am ende der Top10 fahren, ja.
Bei Zakarin kann ich mir eigentlich nicht vorstellen dass er die Form und Fitness dafür hat; Der ist den Giro fast komplett gefahren, danach gar nichts mehr, sollte mich schon wundern wenn er auf einmal wieder voll fahren kann (oder es gab da mal nen paar Mittelchen)

Bennet ist ja kein schlechter, aber letztes jahr musste er ziemliches Lehrgeld zahlen; Muss man mal schauen wie es dieses Jahr läuft

".schon Vorbereitung für Sagan in schwarz?"

Ich bin momentan kein großer Freund von bora auch wenn sie auf deutsche Fahrer setzten, aber Sagan dpt würde ich sowas von abfeiern


Ich glaube ich habe mich bei keldermann ums Jahr vertan/verzählt, du hast recht 8hatte extra bei ihm nachgeschaut sowie bei 2-3 anderen ob die noch dazu zählen); Den Auftritt in der Schweiz fand ich jetzt nicht so zum Totlachen, aber er kann jetzt ohne Gesink alleine fahren

Von Degenkolb erwarte ich auch nicht viel.


Stölting wird sich als PCT-Team etablieren, falls sich ein zusätzlicher Sponsor findet (aus Dänemark?) "

Dänemark? Da war doch noch was mit Cult
Ja, würde Sinn machen, muss man aber schauen ob man weiter deutsch-dänisch bleiben möchte, zumal Mads Pedersen sich angeblich schon mit ag2r einig ist
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