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Liga-Lehren


Gründer: Voegi | Mitglieder: 65 | Beiträge: 1
31.10.2010 um 19:59 Uhr
Geschrieben von Voegi
Liga-Lehren X


Wie Kraut und Rüben

Gemäß dem Bildungsauftrag der ARD-Themenwoche widmen sich auch die Liga-Lehren den kulinarischen Genüssen – abgerundet durch einen Grammatik-Crash-Kurs und ein Gewinnspiel:

Leib & Magen
"Futtern, was das Zeug hält" – so oder so ähnliche hatte die ARD ihre schnuckelige Themenwoche also betitelt. Und wenn Sigmund Beckmann über die gesellschaftliche Symbolkraft von rechtsdrehendem Joghurt philosophiert und Anne Will vor laufenden Kameras in Buttermilch badet, müssen wir natürlich auch etwas zum kulinarischen Status quo unserer Liga beitragen. So stellen wir mit einem calliesken Schlag auf die gut gefüllte Plautze fest: Gomez trifft die Kirsche mit der Birne. Werders Abwehr wirkt wie Kraut und Rüben. Polanski zieht volle Möhre ab, doch Weidenfeller holt die Kartoffeln aus dem Feuer. Schalkes Punktebestand erinnert weiterhin an die Nährwertbilanz einer Fast-Food-Mahlzeit. Gladbach spielt wie Borussia Banane (Marktwert = Appel und ein Ei). Und Asamoah kriegt die Gurke des Tages. Interessiert ihn aber wahrscheinlich nur die Bohne.

Prophet
Aber apropos kulinarisch: Krake Paul ist tot! Unser hydrophiler Fußballprophet hat dieser Tage das Zeitliche gesegnet und wurde standesgemäß feuerbestattet – mit ordentlich Knoblauch und einer Prise Chili. Auf seinem Sterbebett hat uns das weise Okrakel aber noch ein paar Botschaften für die Nachwelt mitgegeben: Der VfB gewinnt dieses Saison noch ein Auswärtsspiel. Van Gaal bietet Demichelis noch dieses Jahr das Du an. Und Werder Bremen gewinnt irgendwann mal wieder zu Null. – Womit bewiesen wäre: Das Ding litt an Altersschwachsinn. Aber zum Glück ist es ja jetzt von seinem Leiden erlöst. Und wir auch.

Pointen
Was verknoten wir uns doch regelmäßig die Synapsen, um irgendwelche halbgaren Scheinpointen zu Stande zu bringen. Doch zum Glück gab es am Freitag ja Bayernfreiburg – die unkontrollierbare Pointenmaschine mit Satire-Garantie. Output diesmal: Demichelis steht in der Startelf. Demichelis macht eine Kiste. Bayern schießt 4 Tore. Pranjic brilliert mit 3 Torvorlagen. Bayern macht 2 Buden nach Ecken. Tymoshchuk schießt ein Tor. Kroos auch. Edson Braafheid. Das sind sage und schreibe 8 Pointen in einem Spiel. Schaffen die Liga-Lehren nicht mal in einer Saison.

Grammar, baby!
Wirkte schon ein bisschen surreal, als Frank Schaefer dieser Tage vor die Presse trat. Mit 80 Dezibel bzw. 450 Soldo weckte er die anwesende Presseschar auf dem nun schon mehr als ein Jahr andauernden Winterschlaf und erläuterte ihnen seine Spielphilosophie. Für ihn gebe es kein Offensiv oder Defensiv, für ihn gebe es nur Aktiv oder Passiv. Klingt natürlich super, ist aber leider grammatikalischer Nonsens. Zu undifferenziert, zu pauschal, zu unfug. Denn man unterscheidet bekanntlich ja noch zwischen Zustands- und Vorgangspassiv. Am Beispiel Effzeh: Sie sind eingeschläfert worden. Bzw.: Sie sind eingeschläfert gewesen. Wie auch immer, Sleepy Soldo, das fleischgewordene Zustandspassiv, hat das Zepter jetzt an Handlungsaktiv Schaefer weitergereicht. Und deshalb heißt es jetzt: Der HSV ist verloren geworden. Und der Effzeh hat gewonnen gewesen. Oder so ähnlich. Deutsche Sprache ist eben wie Effzeh – man kann sich noch so lange damit beschäftigen, man wird es nie so richtig verstanden haben gewesen.

Biscuits, honey!
Apropos Effzeh und Konfusion. Uns Ouzo wurde dieser Tage von der Deutschen Akademie für Fußballkultur ausgezeichnet – für seinen Fußballspruch des Jahres: "Im Kölner Stadion ist immer so eine super Stimmung, da stört eigentlich nur die Mannschaft". Ist eben genauso wie mit dem Doppelpass – eigentlich eine nette Sendung, nur der Klugscheißer links vorne nervt. Für die nächste Wahl haben übrigens wir schon zwei Vorschläge. Zum einen FvTuTs Bonmot aus dem Freitagspiel: "Er ist noch nicht der Alte, obwohl er noch so ein junger Kerl ist". Zugegebenermaßen nur leidlich amüsant. Aber was will man auch erwarten von einem Mann, der selbst im Angesicht eines doppelten Wadenbeinbruchs von einer senilen Lachattacke überfallen wird. Nehmen wir also lieber Poschi, der im Interview mit Opa Nikolov den Kalauer des Jahres raushaute: "Sie kennen sich ja auch aus in der Bankenmetropole – haben ja lang genug auf der Bank gesessen." Granate! Brüller! Poschmann! Poschi liegt übrigens inzwischen ein Jobangebot von Bahlsen vor – als Scherzkeks.

Mysteriös
Fußball ist und bleibt ein Mysterium, dessen absonderliche Phänomene trotz wissenschaftlicher Forschung, ran-Datenbank und Udo Lattek wohl auf ewig unerklärbar bleiben. Wieso Mo Idrissou die Kugel in der 51. Minute nicht im Lauterer Kasten unterbrachte, obwohl selbiger in diesem Moment so offen war wie Loddars Privatleben und 1860s Außenstände zusammen, werden wir wohl nie in Erfahrung bringen. Vielleicht sollte Gladbachs Sturmungeheuer aber mal Nachhilfe bei Paulis Zambrano nehmen. Dem gelang nämlich das Kunststück, den Ball durch Maik Franz' Oberschenkel hindurch ins Tor zu schummeln. Und wenn es auf dieser Welt etwas gibt, das wie ein Elektromagnet zusammengepresst ist, dann sind es doch wohl die Stahlgräten von Iron Maik.

Und was gab's noch?
Ein fein abgestimmtes Pokal-Menü, das mit einigen unerwarteten Gaumenfreuden aufwartete. Als da wären:
- Dünnes Süppchen von der Schalke mit Jurado-Einlage -
- Variationen vom Schweini – mal nah, mal fern -
- Koblenzer Stahlschuss nach Augenthaler Art -
- Kölsche Schlachtplatte, dazu fader 60er Löwensenf -
- Duett vom gescheiterten Helmes -
- Verwirrter Petric an knackigen Frankfurtern -
- Abgeschreckte Mainzer mit Aachener Pflümli -
- Trio vom Harnikel auf faden Schwäbischen Spätzle -
- Pinola Schwalbe Möller Art in butterweichem Grasbett -
- Coup Surprise á la Offenbach -

Gewinnspiel
Um hier nicht allein die öffentlich-rechtlichen Sender zu hypen, schließen wir mit einem komplexen Neun Live-Rätsel - jedoch ohne Hot Button und Jürgen Milski im Hormonrausch. Aufgabe: Alle aktiven Bundesligaspieler aus nachfolgendem kulinarischen, im Übrigen aber gänzlich sinnfreien Text herausfinden:

Junger russischer, marinierter Heilbutt, bei mittlerer Hitze samtweich in Jägersauce nach Art der Hausfrau langsam angebraten und mit neuer Ochsenschwanzsuppe abgelöscht, macht dick, erfreut die Kehle und die durch den Genuss verwöhnten Sinne. Dazu ein Caipirinha oder ein Williams – frei saufen in Massen ist immer wunderbar und fördert den Rausch. Wer sich daran nicht ergötzet und voll Freude den Magen reibt, dem eliminiere man so total den Geschmackssinn! Boll appetit!

Einfach die Anzahl der im Text versteckten Fußballernamen unten als Kommentar posten. Bei mehreren richtigen Einsendungen entscheidet das Los – oder Paul im Krakenhimmel. Einsendeschluss ist Dienstag 18 Uhr! Der Sieger erhält eine Gastrolle in der nächsten Ausgabe der Liga-Lehren! Viel Glück!
Aufrufe: 21301 | Kommentare: 96 | Bewertungen: 39 | Erstellt:31.10.2010
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