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MMA@SPOX


Gründer: bunsen | Mitglieder: 92 | Beiträge: 303
Von: bunsen
01.12.2017 | 271 Aufrufe | 3 Kommentare | 0 Bewertungen Ø 0.0
Der MMA@SPOX Stammtisch
Four Corners: UFC 218
Kompromisslose, all-action Maincard bei UFC 218. Titelkampf und vier wichtige Duelle.

Banner für UFC 218

UFC 218 ist eine vollgepackte Card, mit jeder Menge interessanter Kampfansetzungen. Es sieht gut aus, was Sean Selby und Mick Maynard, die Matchmaker der UFC, zusammengebastelt haben. Max Holloway ist einer der Kämpfer des Jahres, Titelträger im Federgewicht. Er kann sein Jahr mit einem erneuten Sieg gegen die Legende Jose Aldo vergolden. Der Hinkampf der beiden gehörte zu den besseren, was kaum verwundert, da Holloways verrückter Offensivstil herrlich anzusehen ist.

Unter dem Hauptkampf gibt es vier Kämpfe, die man als Entscheidungskämpfe für den nächsten Titelkampf in vier Gewichtsklassen begreifen kann. Das ist schon eine Besonderheit. Darunter Francis Ngannou und Alistair Overeem (Schwergewicht), Henry Cejudo und Sergio Pettis (Fliegengewicht), Eddie Alvarez und Justin Gaethje (Leichtgewicht) und noch Tecia Torres gegen Michelle Waterson, die in der Strohgewichtsklasse gegeneinander antreten werden, die sich über neue Contender freuen würde.

Titelkampf im Federgewicht: Max Holloway vs. Jose Aldo

bunsen:

Peaddingtonbear und ich hatten uns im ersten Kampf für Aldo entschieden. Der Kampf war hervorragend, mit großem Tempo und einem dramatischen Ende, in dem Holloway sich selbst via Knockout zum neuen Champion krönen konnte. Das macht ihn natürlich zum Favoriten auf den Rückkampf. Aber nach wie vor gibt es gute Gründe, dass der Brasilianer den zweiten Kampf für sich entscheiden könnte.

Zunächst wurde bekannt, dass Aldo eine Beinverletzung in den ersten Kampf mitgenommen hat. Ein Grund, warum er nicht auf Legkicks oder Tritte zum Körper gesetzt hat. Holloway ist anfällig für diese Kicks, weil er ein Druck ausübender Offensivkämpfer ist, der nicht mal eben einen Kick verteidigt, wie man es in Muay Thai- oder Kickbox-Trainingseinheiten lernt. Eine weitere Waffe könnten Takedowns sein, die der Brasilianer hin und wieder einstreut.

Aber hier lauert auch eine Gefahr. Denn Holloway ist kein Vertreter der alten Takedown-Defense-Schule. Sprawl nennt man die etwas verstaubte Methode, Takedown-Versuche nur dadurch abzuwehren, indem man die eigene Hüfte nach hinten schiebt und die Beine dabei weit weg vom Gegner streckt (https://www.mmawiki.org/en/sprawl-and-brawl/). Diese Technik funktioniert nach wie vor, zumindest in Maßen. Aber wer es kann, der greift zu offensiven Techniken. Max Holloway und Tony Ferguson sind zwei Kämpfer, die das perfektioniert haben. Beide haben schon einige ihrer Gegner durch Aufgabegriffe besiegt, die sie als Konter auf den Takedown-Versuch umsetzen. Holloway hat auch durch seine Größe einen ziemlich effektiven Guillotine Choke. Selbst ein Aldo müsste auf der Hut sein.

Vielleicht wird der Brasilianer gar nicht zu dieser Taktik greifen. Denn immerhin hat er im Stand auch ohne Legkicks gut gepunktet und nach Einschätzung vieler die ersten beiden Runden auch gewonnen. Der Preis dafür war aber zu hoch. Er hat Probleme gehabt, dem Tempo von Holloway zu folgen und sich den Kampf des Hawaiianers aufdrängen lassen. Aldo schien mental angeschlagen, weil er nicht wie gewohnt Kampf und Gegner kontrollieren konnte. Vielleicht war er auch frustriert, weil auch gute Schläge nicht die erhoffte Wirkung zeigten.

Aldo muss seinen eigenen Kampf kämpfen, nach Möglichkeit noch variabler und darf sich selbst nicht ständig in der Nahdistanz aufhalten. Ich tue mich schwer mit einer Prognose. Setze aber auf Aldo, der gewinnen kann, wenn er sein Ding durchzieht.

Pick: Aldo via Punktentscheid.

Kampf im Schwergewicht: Alistair Overeem vs. Francis Ngannou

bunsen:

Schwergewicht ist eine ziemlich seltsame Gewichtsklasse. Nirgendwo sonst laufen so viele Wandschränke herum, die außer Athletik und brutaler Power sonst ziemlich wenig Skills haben, auf dem Boden schon gar nicht, aber selbst im Stand. Ngannou ist kein ehemaliger Rugby-Spieler oder Leichtathlet. Er hat ein wenig geboxt, nicht professionell, aber wenn man ehrlich ist, das ist im Schwergewicht schon etwas. Aber reicht das für Overeem?

Der Niederländer hat als ehemaliger Kickbox-Titelträger viel mehr zu bieten. Der alte Overeem hätte anno 2017 überhaupt keine Chance gegen Ngannou. Mit seinem neuen extrem defensiven Stil, der um Beinarbeit und geraden, langen Schlägen aufgebaut ist, ist er ein echtes Problem für jedes Schwergewicht. Gerade für diejenigen, die nicht über Erfahrung und Qualität im Standkampf verfügen. Overeem kann einen intelligenten Kampf kämpfen. Kann Runden gewinnen.

Kann Ngannou mit dem Outside-Game seines Gegners etwas anfangen? Das ist die entscheidende Frage und die ist nur schwierig zu beantworten. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein technisch unterlegener Musterathlet von einem überlegenen Kämpfer nach den ersten Runden frustriert aus dem Kampf rutscht. Also muss Ngannou in den ersten Runden zuschlagen.

Overeem hat kein Kinn und gegen jemanden, der gerade den Weltrekord für den härtesten Schlag aufgestellt hat, sollte man gut auf der Hut sein. Gerade zu Beginn seiner Evolution zum taktischen Outside-Kämpfer hat Overeem relativ wenig gemacht. Mittlerweile hat er einen höheren Output in einigen Kämpfen gezeigt. Es kann aber sein, dass er gegen solch einen Giganten wieder mehr rennt als schlägt.

Entweder nimmt Overeem seinen Gegner aus dem Kampf und gewinnt einen Punktentscheid, oder Ngannou findet das Kinn des Niederländers und knockt ihn aus.

Pick: Overeem, Punktentscheid.

Kampf im Leichtgewicht: Eddie Alvarez vs. Justin Gaethje

Inspektor Voss:

Dieser Kampf verspricht ein absolutes Spektakel zu werden und wird bei eingefleischten MMA-Fans mit größter Vorfreude erwartet. Einen beträchtlichen Anteil an dem Hype hat Justin Gaethje. Mit seinem Kampfstil elektrisiert er die Zuschauer wie nur wenige Kollegen. Umso erstaunlicher ist es, dass er noch ungeschlagen ist. Denn er geht jedes Mal volles Risiko, ohne Rücksicht auf Verluste.

Sein Debütkampf in der UFC gegen Michael Johnson hat es eindrucksvoll gezeigt, dass er absolut kein Risiko scheut und keine Angst davor hat, selber ausgeknockt zu werden. Er hat sogar zugegeben, dass er damit rechnet, dass es irgendwann passieren wird. In der WSOF, wo er bisher sein Unwesen trieb und sich als LW-Champion verabschiedet hat, ist er mit seinem Kampfstil als Brawler sehr gut durchgekommen, auch weil die Konkurrenz nicht stark genug war.

Eddie Alvarez ist ein ganz anderes Kaliber. Er verfügt über mehr Erfahrung als Gaethje und ist in seinem Kampfstil etwas variabler, weil er sich mehr an den Gegner anpasst. Zwar kämpft er ebenfalls gerne im Stehen, greift aber auf sein Wrestling zurück, wenn er ins Hintertreffen gerät oder wenn es Teil des Gameplans ist. Für Alvarez steht Gewinnen an erster Stelle, erst danach kommt die Show. Bei den Wettanbietern ist Gaethje leichter Favorit, aber eine Vorhersage zu treffen ist schwierig. Allerdings hat dieser Kampf die nötigen Zutaten für einen Fight-of-the-Night.

Kampf im Strohgewicht (w): Tecia Torres vs. Michelle Waterson

dugen:

In einem engen Match up ist für mich Michelle Waterson gegen Tecia Torres die Favoritin. Im Bodenkampf sollte The Karate Hottie klare Vorteile haben. Torres wäre gut beraten, mit Takedowns, die zu ihrem Kampfplan üblicherweise gehören, sparsam umzugehen, denn der Ex-Invicta-Titelträger ist auf dem Rücken mindestens so gefährlich wie in der Guard. Paige Van Zant, die mit der quirligen Torres gut vergleichbar ist, hat Waterson zuletzt besiegen können. Allerdings hat sich Torres, die seit ihrem UFC Debüt als eine Mitfavoritin für den Titel im Strohgewicht gilt, stetig verbessert und sie zu bezwingen, wird auch für Waterson keine leichte Aufgabe.

Pick: Waterson.

UFC 218 findet in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Detroit statt (02.12.17). Die ersten Prelims beginnen üblicherweise um 01:00 Uhr, manchmal schon um Mitternacht, je nachdem wie viele Kämpfe auf der Kampfkarte stehen.

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Wer Lust hat, auch mal mitzumachen, der schreibt einfach bunsen an.

Die UFC lädt immer einige Kämpfe hoch, die für die kommende Veranstaltung relevant sind. Wenn ihr euch einstimmen wollte, folgt diesem Link: https://www.youtube.com/user/UFC/videos

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Kunikunde
05.12.2017 | 16:37 Uhr
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Kunikunde : 
05.12.2017 | 16:37 Uhr
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Kunikunde : 
mit aldo mal schauen....denke, dass holloway aufgrund seiner größe einfach ein verdammt schweres matchup für aldo ist, aber gegen viele andere in der division seh ich ihn weiterhin vorne
wenn er zu den lightweights geht, dann gibt es da ein hauen und stechen um die kämpfe, so tief wie die division ist...da ist fast alles möglich

der dauerhafte wechsel zum boxen wäre da echt ein verlust (könnte mir aber vorstellen, dass er es zuerst einmal testet um seine chancen abzuwägen)

perfekt ist holloway noch nicht, aber genau das ist es, was mich zur ufc gebracht hat - man hat quasi kaum "perfekte" kämpfer, sondern jeder hat seine stärken/schwächen, und während man im boxen sich schön seine 30 siege zusammenkauft, ist es hier schon beeindruckend, wenn jemand 3 Gerankte in folge besiegt...so haben die siege viel mehr gewicht

bei DJ mal abwarten, der kampf gegen TJ soll ja noch nicht wirklich fix sein, wenn man da die meldungen zuletzt gehört hat

joar, finanziell fehlt halt so der eine conor-kampf, der dann richtig profit bringt (gsp/bisping hat das denke ich noch einigermaßen abgefedert) - aber so hat man dann die möglichkeit, andere champs in den fokus zu stellen

gefühlt geht es durch die gute coverage auch aktuell viel schneller, einen gewissen hype entstehen zu lassen (bei gaethje und oezdemir ging es beispielweise raketenartig nach oben, wenn man bedenkt, dass gaethje ja gerade mal diesen einen wahnsinnskampf gegen johnson hatte und direkt ein topmann einer starken division wurde)
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bunsen
04.12.2017 | 20:12 Uhr
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bunsen : 
04.12.2017 | 20:12 Uhr
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bunsen : 
aldo hat genau gekämpft wie im ersten kampf. sieht man von den paar legkicks mal ab. hab ich nicht verstanden. aber ich bin nun bereit anzuerkennen, dass holloway einfach der bessere mann ist. könnte mir vorstellen, dass aldo tatsächlich nun boxt. irgendwie hab ich nicht das gefühl, dass aldo im leichtgewicht besser aufgehoben ist. die ufc ist verbrannt für den.

so richtig abgerundet ist holloways game nicht. wie conor und tony ferguson dominiert der auch deswegen, weil er trotz defensiver schwächen einfach wegstecken kann.

geht es nur mir so, oder hätte man diesen kampf nicht noch stärker promoten können und ihn größer machen?
definitiv. aber die ufc ist mit aldo nie wirklich warm geworden.

schöner sieg für eddie.

ich denke mal cejudo vs dj kann man schon booken. natürlich erst nach dillashaw vs dj. richtig geil ist das nicht. aber so als co-mainer schon logisch.

das jahr lief vielleicht nicht so gut für die ufc. aber die jungen newcomer haben schon ihre duftmarke gesetzt. ngannou, garbrandt, ferguson und holloway sind doch gute entwicklungen.

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Kunikunde
03.12.2017 | 00:17 Uhr
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Kunikunde : 
03.12.2017 | 00:17 Uhr
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Kunikunde : 
sind wirklich sehr interessante kämpfe dabei....


der eindeutigste dürfte für mich der heavyweight-kampf sein...ngannou hat zwar die power für KO's, aber ich sehe overeem ebenfalls als zu technisch versiert und zu klug an, sich in KO-gefahr zu begeben
notfalls wird er auch gerne über die punkte den sieg einfahren

holloway gegen aldo...die wichtigste unbekannte ist denke ich, wie sehr aldo seine verletzung eingeschränkt hat - wenn er heute konsequent das front leg von holloway mit inside kicks maltretiert wird sich holloway umstellen müssen, was allerdings seine offensive grundhaltung einschränken würde, und da bleibt die frage, inwieweit er dazu bereit ist

sehr spannend zu beobachten werden die takedowns sein, aldo ist in der lage fast jeden zu boden zu bringen, aber holloway dürfte diesbezüglich in der division mit das beste sein, was es an takedown-defense zu sehen gibt

unheimlich schwer zu picken...im zweifel geh ich also mit holloway nach punkten

geht es nur mir so, oder hätte man diesen kampf nicht noch stärker promoten können und ihn größer machen? wir haben hier nen kampf zwischen einem seit 4 jahren ungeschlagenen champion, und einem der all time greats der division, der im fitten zustand auch nur gegen conor in der ufc verloren hat...(und on top werden die beiden wohl noch ne zeit lang im geschäft sein, also erst recht grund, den kampf groß zu machen)


eddie gegen gaethje...ich hoffe einfach, der kampf wird den erwartungen gerecht und es wird ein offener, kaum vorhersehbarer schlagabtausch

dazu cejudo/pettis...die main card ist echt stark, auch wenn vielleicht die ganz großen namen wie sie bei ufc2017 waren hier fehlen


p.s. fast vergessen: sympathie-mäßig würde mir ein waterson-sieg zum auftakt der main-card gefallen
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