06.05.2009 um 13:15 Uhr
Geschrieben von Voegi
Duploziehen
Sind wir doch mal ehrlich: Fußballschauen macht nur dann so richtig Spaß, wenn man auch mitfiebern kann. Klappt natürlich am besten, wenn die eigene Lieblingsmannschaft kickt – da ist die emotionale Grundhaltung ziemlich klar: Daumen drücken, hoffen, bangen, Adrenalin pinkeln und die 90 Minuten irgendwie überstehen. Fußball ist Leidenschaft, die Leiden schafft.
Ab und an gibt es aber leider auch noch Partien, an dem der eigene Herzensclub nicht beteiligt ist. Da kann man natürlich auch hinschauen und sich am puren Fußballgenuss erfreuen – was bei einem Kick vom Schlage Cottbus gegen Bielefeld naturgemäß nicht einfach sein dürfte. Oder aber man wählt sich ein Präferenzteam aus, um so zumindest ein wenig mitfiebern zu können. Klappt aber auch nicht immer.
Zum Glück aber gibt es noch Tipp- und Managerspiele, die aus einem vermeintlich absolut unbedeutenden Mittelfeldkick das persönliche Spiel des Jahres machen. Schließlich kann sich auch am Ausgang von Cottbus gegen Bielefeld eine ganze Tippmeisterschaft entscheiden.
Spätestens beim Pokalfinale versagt auch dieses Modell. Und genau hier kommt das sagenumwogene Duploziehen ins Spiel, das selbst einem Freundschaftsspiel noch ein bisschen Farbe verleihen kann, in dem es zumindest die Teilnehmer ein bisschen blau macht.
Das Spielprinzip ist schnell erklärt: Die Namen der 22 Akteure werden auf Zettel geschrieben und in einen Beutel gegeben, aus dem jeder Teilnehmer einen zieht und so einen Spieler zugelost erhält. Wann immer der Reporter nun während des Spiels den Namen des "eigenen" Spielers nennt, wird vom zuvor bestimmten Spielleiter ein Strich notiert, den der jeweilige Teilnehmer dann "wegtrinken" muss. Im Rheinland heißt das: Pro Strich ein Glas Kölsch; die Menge kann aber je nach Laune nach oben oder unten variiert werden. Entscheidend ist, dass jeder Teilnehmer beim Abpfiff sein Konto abgetrunken hat, nachträgliches Abtrinken kann im Einzelfall gestattet werden. Auf jeden Fall sollte noch am gleichen Abend das Trinksoll erreicht werden.
Der Name dieses fröhlichen Trinkspiels rührt übrigens daher, dass ursprünglich keine Zettel, sondern (bei Länderspielen mit deutscher Beteiligung) die den maximaldimensionierten Pralinen beigefügten Bildchen der Nationalspieler zur Auslosung benutzt wurden.
Die obligatorischen Warnungen ("Erst ab 16 Jahren…" etc.) spare ich mir jetzt. Denn es liegt in der Natur der Sache, dass dieses heitere Spiel nicht frei von Nebenwirkungen ist. Eine davon besteht darin, dass auch ein absolut langweiliger Grottenkick plötzlich einen immensen Unterhaltungswert besitzen kann.
Besonders schön ist das ganze Spielchen aber natürlich bei spektakulären Matches mit einer wahren Torflut. Nicht von ungefähr kommt die Legende eines Duplozieh-Kontrahenten, der anlässlich des Spiels Deutschland gegen die Emirate anno 2002 unglücklicherweise Miro Klose gezogen hat, und so das Ende der Partie nicht mehr miterlebt haben soll.
Wem die klassische Variante des Duploziehens zu spießig ist, sollte sich an einer modernen Interpretation versuchen. Da gäbe es zum Beispiel:
Duploziehen Reif: Jedesmal den Reporter rüde beleidigen!
Duploziehen Favre: Nackt auf dem Wohnzimmertisch tanzen!
Duploziehen Basler: Ein Weizen auf Ex und darauf drei Kippen.
Duploziehen Waldi: Drei Weizen auf Ex.
Duploziehen Magath: Ein Gläschen Wasser in fünf Schlucken.
Duploziehen Udo: Ein Kranz Kölsch und zehn Minuten Unfug faseln.
Duploziehen Klinsi: Von jedem Teilnehmer eine Watschn – und immer schön lächeln.
Duploziehen Kaiser Franz: Siehe Weihnachtsfeier.
Ob nun in der klassischen Variante oder in moderner Interpretation, mit Duploziehen macht auch der langweiligste Kick Spaß! Einfach mal ausprobieren. Ach ja, und falls Ihr noch neue Interpretationen parat habt, nur zu – unten per Kommentar.

Und so sieht das Ganze dann in der Praxis aus!
Ab und an gibt es aber leider auch noch Partien, an dem der eigene Herzensclub nicht beteiligt ist. Da kann man natürlich auch hinschauen und sich am puren Fußballgenuss erfreuen – was bei einem Kick vom Schlage Cottbus gegen Bielefeld naturgemäß nicht einfach sein dürfte. Oder aber man wählt sich ein Präferenzteam aus, um so zumindest ein wenig mitfiebern zu können. Klappt aber auch nicht immer.
Zum Glück aber gibt es noch Tipp- und Managerspiele, die aus einem vermeintlich absolut unbedeutenden Mittelfeldkick das persönliche Spiel des Jahres machen. Schließlich kann sich auch am Ausgang von Cottbus gegen Bielefeld eine ganze Tippmeisterschaft entscheiden.
Spätestens beim Pokalfinale versagt auch dieses Modell. Und genau hier kommt das sagenumwogene Duploziehen ins Spiel, das selbst einem Freundschaftsspiel noch ein bisschen Farbe verleihen kann, in dem es zumindest die Teilnehmer ein bisschen blau macht.
Das Spielprinzip ist schnell erklärt: Die Namen der 22 Akteure werden auf Zettel geschrieben und in einen Beutel gegeben, aus dem jeder Teilnehmer einen zieht und so einen Spieler zugelost erhält. Wann immer der Reporter nun während des Spiels den Namen des "eigenen" Spielers nennt, wird vom zuvor bestimmten Spielleiter ein Strich notiert, den der jeweilige Teilnehmer dann "wegtrinken" muss. Im Rheinland heißt das: Pro Strich ein Glas Kölsch; die Menge kann aber je nach Laune nach oben oder unten variiert werden. Entscheidend ist, dass jeder Teilnehmer beim Abpfiff sein Konto abgetrunken hat, nachträgliches Abtrinken kann im Einzelfall gestattet werden. Auf jeden Fall sollte noch am gleichen Abend das Trinksoll erreicht werden.
Der Name dieses fröhlichen Trinkspiels rührt übrigens daher, dass ursprünglich keine Zettel, sondern (bei Länderspielen mit deutscher Beteiligung) die den maximaldimensionierten Pralinen beigefügten Bildchen der Nationalspieler zur Auslosung benutzt wurden.
Die obligatorischen Warnungen ("Erst ab 16 Jahren…" etc.) spare ich mir jetzt. Denn es liegt in der Natur der Sache, dass dieses heitere Spiel nicht frei von Nebenwirkungen ist. Eine davon besteht darin, dass auch ein absolut langweiliger Grottenkick plötzlich einen immensen Unterhaltungswert besitzen kann.
Besonders schön ist das ganze Spielchen aber natürlich bei spektakulären Matches mit einer wahren Torflut. Nicht von ungefähr kommt die Legende eines Duplozieh-Kontrahenten, der anlässlich des Spiels Deutschland gegen die Emirate anno 2002 unglücklicherweise Miro Klose gezogen hat, und so das Ende der Partie nicht mehr miterlebt haben soll.
Wem die klassische Variante des Duploziehens zu spießig ist, sollte sich an einer modernen Interpretation versuchen. Da gäbe es zum Beispiel:
Duploziehen Reif: Jedesmal den Reporter rüde beleidigen!
Duploziehen Favre: Nackt auf dem Wohnzimmertisch tanzen!
Duploziehen Basler: Ein Weizen auf Ex und darauf drei Kippen.
Duploziehen Waldi: Drei Weizen auf Ex.
Duploziehen Magath: Ein Gläschen Wasser in fünf Schlucken.
Duploziehen Udo: Ein Kranz Kölsch und zehn Minuten Unfug faseln.
Duploziehen Klinsi: Von jedem Teilnehmer eine Watschn – und immer schön lächeln.
Duploziehen Kaiser Franz: Siehe Weihnachtsfeier.
Ob nun in der klassischen Variante oder in moderner Interpretation, mit Duploziehen macht auch der langweiligste Kick Spaß! Einfach mal ausprobieren. Ach ja, und falls Ihr noch neue Interpretationen parat habt, nur zu – unten per Kommentar.

Und so sieht das Ganze dann in der Praxis aus!
Aufrufe: 625 | Kommentare: 22 | Bewertungen: 13 | Erstellt:06.05.2009
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KOMMENTARE
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06.05.2009 | 13:41 Uhr
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Damit soll das Spielchen aber nicht abgewertet werden.
06.05.2009 | 14:17 Uhr
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donluka :
Super!!!!!!!Ich kannte das Spiel bislang noch nicht und werde es bei Gelegenheit ausprobieren!
Besonders gefällt mir, lieber Voegi, dass Du (1) den Blog im MMC verfasst hast und (2) er überhaupt keinen aktuellen Tagesbezug hat und somit rein aus der Laune heraus geschrieben zu sein scheint!
Zudem mein Highlight: "Duploziehen Kaiser Franz: Siehe Weihnachtsfeier"!
10P!
06.05.2009 | 14:44 Uhr
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xxlhonk :
@ VoegiSehr schöne Idee.
Da ist man dann aber froh, wenn man den linken Verteidger bekommt, der nur zweimal im gesamten Spiel auftaucht. Es sei denn, er heißt Gibbs, spielt bei Arsenal und der Kommentator ist von den britischen Kollegen.
Die haben den Namen alleine in den ersten 30 Minuten gefühlte 100 mal genannt.
Da ist der Absturz, analog zum Arsenal-Spiel- so etwas von frühzeitig garantiert, Wahnsinn.
Kurze Nachfrage:
Noch besser und schneller wirkt die Nummer dann wohl im Radio, oder?
@ x-men
Wer nur einen Kurzen hat, kann auch nur einen Kurzen...
Aber lassen wir das, man macht keine Späße über körperliche Fehlentwicklungen...
@ Don
Nimm am Besten das Spiel Cottbus gegen BAyern und sieh zu, das Du Butt erwischtst, denn der wird garantiert nur drei Mal genannt.
Nachdem 1-0, dem 2-0 und dem 3-0 der Energieriegel

10 Promilie von 10
06.05.2009 | 17:09 Uhr
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Voegi :
Stimmt, von der Sissi-Variante habe ich auch schon gehört! Allerdings würde ich mir Sissi von vorne herein nur im dichten Zustand anschauen!Linker Verteidiger ist ganz gut, muss aber nicht. Manchmal erlebt man böse Überraschungen. Ich denke da zB an das Pokalfinale 2003 zurück. Da habe ich Lokvenc gezogen, der zwar null Offensivaktionen hatte, aber bei Standardsituationen gegen Ballack eingeteilt war. Was Beckmann zum Anlass nahm, ihn gleich mehrfach an den Pranger zu stellen.
Ein Jahr soäter zog ich den mir bis dato unbekannten Herrn Karagounis. War ja klar, wer das erste Tor im Eröffnungsspiel schießen würde...
06.05.2009 | 17:21 Uhr
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xxlhonk :
@ VoegiBist Du der Typ auf dem Foto?
Und wenn ja, warum sitzt Du dann da alleine rum?
Hast Du keine Freunde, oder was?
Dann bist Du bei uns richtig.
06.05.2009 | 17:22 Uhr
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Vielleicht spiele ich dein Duploziehen ja zum CL-Finale
06.05.2009 | 17:27 Uhr
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arm3nia : @honk
Was für ne Frage:1. Auf dem Tisch steht so viel Zeug, glaub kaum das er das alles alleine verzehrt. Und wenn doch, Respekt!
2. Irgendjemand muss ja auch das Foto machen, oder?

Jedenfalls ne überragende Idee, muss ich mir merken. 10 Punkte.
06.05.2009 | 17:37 Uhr
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Voegi :
Also ich bin NICHT der Typ auf dem Bild! Das ist einer zehn Mitglieder der sagenumwogenen Tipp- und ManagergemeinschaftTASMANIA HACKENTRICK
--> www.hackentrick.de.vu
Und alleine ist er nicht. Da waren noch acht andere, die sitzen schön um den Tisch verteilt!
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Schön sind Situationen, in denen der Reporter einen Namen mehrfach nennt.
z.B.: " Im Strafraum steht Klose, Klose müßte den Ball bekommen. Die Flanke kommt. Klose geht zum Ball. Kopfball Klose und Toooor, Tor durch Miroslav Klose."