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16.09.2012 um 16:29 Uhr
Alles richtig gemacht
Deutschland hat den Klassenerhalt im Davis Cup geschafft. Das Team besiegte Australien mit 3:2 und wird damit weiterhin in der Weltgruppe der 16 besten Tennis-Nationen vertreten sein.

Nach der Nominierung des deutschen Teams gab es viel Aufregung und Diskussionen. Mit Philipp Kohlschreiber und Tommy Haas wurden die beiden zurzeit besten deutschen Spieler nicht nominiert, genauso wenig wie Doppelspezialist Christopher Kas. Stattdessen gab Teamchef Patrik Kühnen neben den etablierten Florian Mayer und Philipp Petzschner dem jungen Cedric-Marcel Stebe und dem zuletzt eher erfolglosem Benjamin Becker das Vertrauen.

Und nach dem heutigen Tag muss man sagen: Kühnen hat alles richtig gemacht. Ich hatte mich schon darüber geäußert, dass ein Kohlschreiber meiner Meinung nach zurzeit nicht ins Team gehört. Haas hat sich schlicht und einfach an diesem Wochenende für die Familie und gegen die Nationalmannschaft entschieden. Das ist eine Entscheidung, die man respektieren muss, aber auch verstehen kann.

Es gab wenige, aber auch vereinzelte Stimmen, die sagten, dass Florian Mayer dem deutschen Team auch nicht helfen könne. Nicht nur, dass ihm im Davis Cup bislang zu oft die Nerven versagten, auch verzichtete er bei den Olympischen Spielen in diesem Jahr darauf, für Deutschland aufzuschlagen bzw. aufschlagen zu dürfen. Daraufhin hagelte es Kritik. Aber auch hier weiß man jetzt, mehr warum Mayer sich so entschieden hat und warum er oft in den großen Spielen nicht sein bestes Tennis abrufen konnte.

In einem Interview mit der FAZ verriet Alexander Waske Folgendes: "er kommt mit der Situation nicht zurecht, dass man ihm so viel Druck aufbürdet. Er möchte gerne, aber er hat nicht die Persönlichkeit, dass er sich vor die Menge stellt und sagt: Ich hau’ jeden weg! Florian würde am allerliebsten immer auf Platz 17 spielen, ohne Kameras und Bild-Zeitung, lass mich bitte in Frieden."

Und hier habe ich dann erkannt, dass die Nicht-Nominierung von Kohlschreiber und Haas kein Nachteil, sondern ganz im Gegenteil ein Vorteil sein kann. Die Öffentlichkeit interessiert sich ohne die beiden Zugpferde noch weniger für den Davis Cup als ohnehin schon. Live-Bilder gibt es sowieso keine zu sehen. Mayer spielte am Freitag und heute unbefreit auf. Nur noch die echten Tennisfans schauten in diesem Wochenende nach Hamburg.

Ein weiterer Vorteil und nicht unerheblicher Grund für den Sieg über Australien war die Wahl des Belags. In Zeiten, in denen man Jogi Löw dafür kritisiert, dass er sein Team und System dem Gegner angepasst hat statt auf die eigenen Stärken zu vertrauen, tat der DTB meiner Meinung nach genau das Richtige: Man ließ die Relegation auf Sand spielen. Hier jedoch konnte man beide Aspekte - die Schwäche des Gegners und die Stärke des eigenen Teams - geschickt kombinieren. Zum einen konnten weder Hewitt noch Tomic bislang echte Erfolge auf der roten Asche vorweisen. Zum anderen kommen sowohl Mayer als auch Stebe ganz gut mit diesem Belag zurecht.

Natürlich: Die beiden Australier muss man auch auf Sand erst einmal schlagen. Ob Lieblingsbelag und mangelnde Aufmerksamkeit hin oder her: Mayer und Stebe spielten auch wirklich starkes Tennis. Und das ist das, was uns Hoffnung geben sollte. Bis zur nächsten Davis Cup-Partie dauert es wieder ein halbes Jahr. Wir müssen uns damit anfreunden, dass auch in den nächsten ein bis drei Jahren der Klassenerhalt als Erfolg anzusehen ist. Deshalb sollte man statt großem Anspruchdenken nun eher versuchen, ein junges, schlagkräftiges Team aufzubauen. Der erste Schritt dazu ist mit Cedric-Marcel Stebe jedenfalls schon gemacht.
Aufrufe: 2550 | Kommentare: 4 | Bewertungen: 5 | Erstellt:16.09.2012
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KOMMENTARE
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JimRaynor
19.09.2012 | 00:49 Uhr
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JimRaynor : 
19.09.2012 | 00:49 Uhr
-1
JimRaynor : 
In deinem Beitrag sind einige Fehler dabei und Aspekte die du gar nicht beachtest.

1. Das Spiel wurde LIVE im Fernsehen auf ARD Festival übertragen.

2.Kühnen hat verdammt viel Glück gehabt, dass im letzten Spiel Hewitt platt war von den Matches am Freitag und Samstag und er viele unforced errors gemacht hat. C-M Stebe hat nur solide gespielt, mehr nicht. Stebe musste nur den Ball zurückspielen und welches direkt zu Punkten führte, auf Grund der immensen Fehler von Hewitt und seiner geringen Fitness.

3. Stebe hat im 1. Spiel gegen Tomic so schlecht gespielt. Das war nicht mal Challenger würdig.

4. Kühnen wollte im 5. Spiel lieber Petzschner einsetzen, da er gemerkt hat, dass er gemerkt hatte, dass die Entscheidung auf Stebe zu setzen dumm war. Da Petzschner sich beim Doppel verletzt hatte, war er gezwungen auf Stebe zu setzen.

5. Einen Benjamin Becker beim Doppel spielen zu lassen, der seit Ewigkeiten nicht in Form ist und nur noch verliert, ist eine richtig dumme Entscheidung gewesen. Dies hat man auch beim Spiel gesehen. Nur wegen den Fehlern von Becker ging das Spiel verloren.
Es gibt so viele gute Doppelspieler neben Petzschner wie "Michael Kohlmann", "Christopher Kas", "Alexander Waske", "Dustin Brown" usw.
Aber der Kühnen muss ja unbedingt wieder mal Dinge ausprobieren.

Das einzig richtige was er gemacht hatte, war Florian Mayer spielen zu lassen und das war ALLES.

Erwähnenswert ist auch, dass Kühnen 2009 im Davis Cup Viertelfinale gegen Spanien beim Stand von 2-2 wieder mal Experimente durchführen wollte und einfach mal den unerfahrenen Andreas Beck gegen Juan Carlos Ferrero auf Sand spielen lies. Wer macht denn sowas?! Es hätten damals Nicolas Kiefer, der in Top Form war, und Mischa Zverev spielen können...
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Krusty
19.09.2012 | 15:59 Uhr
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Krusty : @JimRaynor
19.09.2012 | 15:59 Uhr
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Krusty : @JimRaynor
sorry, aber ich finde, dass du manches ein wenig zu schlecht darstellst.

das hewiit zum beispiel platt war, damit konnte man rechnen, weil es sein drittes spiel in drei tagen war. das hatte also nicht unbedingt was mit glück zu tun. das soll stebes spiel aber finde ich nicht schmälern, er hat echt gut gespielt. und es gehört in so nem spiel dann halt auch dazu, eben keine unforced errors zu machen. aber auch davon abgesehen hat er stark und druckvoll gespielt. das war eines der stärksten matches, die ich von ihm gesehen habe.

dann auch noch stebes spiel gegen tomic "so schlecht" zu nennen, finde ich einfach übertrieben. er hat nicht so stark gespielt, wie er es kann, aber du darfst auch nicht vergessen, dass die wetterbedingungen schwierig waren (es zog das ganze match über böiger wind durchs stadion und die ganze zeit hat es genieselt), was man auch bei tomic gemerkt hat.

und bei petzschner weiß man auch nie, was der für ne leistung abruft. es kam schon häufig genug vor, dass er auf sand ein totalausfall war.

beim doppel geb ich dir recht, becker war sicherlich keine glückliche wahl, allerdings ist das mit alternativen auch schwierig. waske und kohlmann sind ja nicht mehr so richtig aktiv. brown hätte ich interessant gefunden, allerdings hast du selbst kühnen ja auch vorgeworfen, zu viel zu experimentieren, aber genau das wäre es ja auch bei brown gewesen, der noch nie beim davis cup dabei war. und zwischen kas und petzschner soll es wohl nicht so passen, was ein doppel schwierig gestalten könnte, obwohl sie eigentlich beide die klasse für ein gutes doppel hätten.

generell sehe ich das große problem für kühnen, dass es derzeit zu viele schwierige charaktere im deutschen männertennis gibt, so dass eine vernünftige davis cup-leistung schwierig ist, da die spieler nicht gut zusammenarbeiten. (siehe z.b. ego-touren von kohlschreiber, schwieriges verhalten petzschner, etc.). von daher finde ich die derzeitige kritik an kühnen auch überzogen.
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kalweb
19.09.2012 | 20:38 Uhr
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kalweb : 
19.09.2012 | 20:38 Uhr
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kalweb : 
Danke für die Hinweise, auch wenn ich - genauso wie Krusty - nicht alle Punkte ganz teile:

ARD Festival ist ein Sender, der bei weitem nicht in jedem Haushalt empfangen wird. Außerdem bin ich mir sicher, dass die Quoten dort nicht an die von Sport1 aus den vergangenen Jahren herankommen. Ich behaupte mal, ein Livestream bei bild.de hätte mehr Menschen erreicht!

Bzgl. Hewitt sehe ich es ähnlich wie Krusty. Damit konnte man rechnen (zumindest hoffen), dass der über 30-jährige Hewitt nach zwei Matches in den beiden Tagen zuvor nicht mehr 100%ig fit ist. Stebe hat gegen Tomic nicht sein bestes Tennis abgerufen, richtig schlecht fand ich es aber auch nicht. Dass Petzschner nicht mehr fit war, hatte ich beim Schreiben des Posts tatsächlich nicht bedacht. Dennoch muss ich im Nachhinein sagen, dass das wohl eher gut war für das DTB-Team. Petzschner ist alles andere als ein Sandplatzspezialist.

Becker hätte ich persönlich auch niemals nominiert, vor allem nicht für das Doppel. Ich hatte das mal in einem anderen Post bereits erwähnt (der wurde nur leider nicht so publik, ansonsten gerne in meinem Profil unter Blogs nachlesen). Christopher Kas wäre mein Favorit gewesen.

So oder so, Australien wurde 3:2 besiegt. Jetzt groß von Sachen zu reden, die evtl. doch falsch gemacht wurden, finde ich blöd. Ich freue mich stattdessen über den Klassenerhalt!
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SuperZlatan9
02.10.2012 | 00:04 Uhr
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02.10.2012 | 00:04 Uhr
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Habe deinen Blog gar nicht gesehen, vielleicht kannst du ja deine Tennis Blogs in der Tennisgruppe posten, somit wir ihn alle sehen

Guter Blog auf jedenfall
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