Tennis

"Karo" gegen "CoCo" oder: Wer fährt wem mit dem Porsche davon

Von Ulrike Weinrich
Sonntag, 29.04.2018 | 08:00 Uhr
Karolina Pliskova (l.) und Coco Vandeweghe (r.)
© getty

CoCo Vandeweghe fordert im Finale des Porsche Tennis Grand Prix am Sonntag ab 13.20 Uhr (live bei DAZN) Karolina Pliskova. Es ist das Duell zwischen zwei Spielerinnen, die sich auf Sand eigentlich gar nicht so wohl fühlen. tennisnet stellt die schlagfertige US-Amerikanerin mit Höhenangst und die extrovertierte Tschechin mit Familien-Tattoo in einer etwas anderen Vorschau vor.

Von Ulrike Weinrich aus Stuttgart

CoCo Vandeweghe und Karolina Pliskova standen sich bislang fünfmal gegenüber. Dreimal gewann dabei die US-Amerikaner - zuletzt im Viertelfinale der US Open 2017, das Vandeweghe mit 7:6 (7:4), 6:3 für sich entschied.

COCO VANDEWEGHE (USA)

- geboren am 6. Dezember 1991 in New York City

- Wohnort: Santa Fe/Kalifornien

- Weltranglistenposition: 16.

- größte Erfolge: Halbfinale bei den Australian Open 2017 und den US Open 2017

- WTA-Titel (Einzel): 2- s'Hertogenbosch (2014 und 2016)

- Matchbilanz 2018: 6:4-Siege (inklusive Fed Cup)

- Preisgeld gesamt: 6.281.502 Dollar

NEUE LIEBE? "Es läuft gut für mich in Stuttgart. Von einer Liebesbeziehung zum Sand bin aber trotzdem noch weit entfernt."

UND DER PORSCHE? "Ich mag es, schnell zu fahren. Und Strafzettel habe ich in diesem Jahr auch noch nicht bekommen."

SCHONMAL RICHTIG SCHNELL GEFAHREN? "Meine Mutter hatte mir schon einmal ein Ticket für eine Runde auf einer Rennstrecke in den USA gekauft. Aber dann kamen mein Bruder und mein Cousin und haben ihn mir weggenommen. Damit sie selbst öfter fahren können."

Skydiving trotz Höhenangst? CoCo macht's einfach...!!!

UND WAS MACHT COCO UNGWEWÖHNLICHES AUSSERHALB DES COURTS? "Ich war zum Beispiel in einem Aquarium mit Haien und Stingrays tauchen. Und im vergangenen Jahr habe ich 'Skydiving' ausprobiert. Ich habe zwar Höhenangst, aber es ging gut. Weil ich ja aus dem Flugzeug rausgeschubst werde - und keine Zeit habe, da oben zu stehen und runterzuschauen." Aha!

HÄTTE MAN VANDWEGHE GERNE ALS CHEFIN? "Warum nicht? Ihren argentinischen Physio führte sie in New York als Touri-Guide auf das Empire State Building. "Ich hatte dabei nicht so viel Spaß?" Warum? Na klar, diese Höhenangst!

WAS MAN SONST NOCH WISSEN MUSS...: Vandeweghe wird vom früheren australischen Wimbledonsieger Pat Cash (52) trainiert. Und ihre Urgroßmutter stammt aus Pforzheim - nur zirka 50 km von Stuttgart entfernt.

SONST NOCH WAS? Sie kommt aus einer Sportlerfamilie. Tauna war Olympiaschwimmerin 1976, Opa Ernie Basketballspieler bei den New York Knicks, Onkel Kiki fungierte als Manager bei den Denver Nuggets und spielte selbst auch Basketballer. Nur Oma Colleen fällt etwas aus der Rolle - sie war 1952 Miss America. Und gab ihrer Enkelin einst folgendes Motto mit auf den Weg: "Fake it till you make it!" ("Täusche es vor, bis du es erreicht hast!")

KAROLINA PLISKOVA (TSCHECHIEN)

- geboren am 21. März 1992 in Louny

- Wohnort: Monte Carlo/Monaco

- Weltranglistenposition: 6 (sie stand schon auf Platz 1 des Rankings)

- größte Erfolge: Finale bei den US Open 2016

- WTA-Titel (Einzel): 9 - Brisbane, Doha, Eastbourne (2017), Nottingham, Cincinnati (2016), Prag (2015), Seoul, Linz (2014), Kuala Lumpur (2013)

- Matchbilanz 2018: 18:7-Siege (inklusive Fed Cup)

- Preisgeld gesamt: 11.645.928 Dollar

WAS IST DIE GROSSE STÄRKE VON KAROLINA? Der Aufschlag. In der Saison 2017 schlug sie in 68 Matches insgesamt 452 Asse und stand in dieser Statistik wie bereits am Jahr davor an Position eins. Sie wird auch "Miss Aces" oder "Queen of Aces" genannt. Bei ihrem 6:4, 6:2-Sieg im Halbfinale am Samstag in Stuttgart gegen die Estin Anett Kontaveit gab Pliskova im zweiten Satz bei eigenem Aufschlag keinen einzigen Punkt ab.

WARUM HAT SIE EINEN BESONDEREN BEZUG ZU DEUTSCHLAND? Als Kind lebte Pliskova mit ihrer Familie zwei Jahre lang in Wolfsburg und spielte beim TC Fallersleben.

WAS MACHT PLISKOVA GERNE, WENN SIE MAL NICHT TENNIS SPIELT? Die Pasta-Liebhaberin geht gerne in der Heimat Angeln - und das am liebsten mit ihrem Papa Radek. "Dann genieße ich einfach die Ruhe und die Natur". Allerdings fehlt ihr immer mehr die Zeit, um ihrem Hobby zu frönen. Das Angeln passt aber irgendwie zu der 1,86 Meter großen Karolina, die sich als introvertiert und phlegmatisch bezeichnet.

Pliskovas Familien-Tattoo: Ein Zeichen des Zusammenhalts

GROSSE GEFÜHLSAUSBRÜCHE SIND IHRE SACHE NICHT...: "Es gibt soviel Leid auf der Welt. Ein gewonnenes Match oder ein Ass werden mich nie zu außergewöhnlichem Jubel veranlassen. Ich kann die Welt dadurch nicht ändern."

WAS HAT ES MIT DEN TATTOOS AUF OBERSCHENKEL UND OBERARM AUF SICH? Jedes Mitglied der Pliskova-Familie - also Mama Martina, Papa Radek und die Zwillingsschwester Kristyna (selbst Tennisprofi) - trägt mindestens ein polynesisches Maori-Tattoo. "Das drückt Zusammenhalt aus!" Apropos Schwester. In der nächsten Woche wartet ausgerechnet beim Heimturnier in Prag ein besonderes Duell. Die topgesetzte Karolina trifft in der ersten Runde auf Kristyna. Bislang steht es in den Duellen 4:4. Schwesterlich geteilt - sozusagen!

WIE SEHR SEHNT SICH PLISKOVA NACH EINEM GRAND-SLAM-TITEL? "Wenn es nicht in diesem Jahr passiert, dann vielleicht im nächsten. Ich habe noch so viele Jahre vor mir. Und es gibt viele Spielerinnen, die erst mit 30 Jahren oder später ein Major-Turnier gewonnen haben", betonte die "Asse-Königin" Pliskova und verwies auf einen weiteren Vorteil: "Ich habe ein Spiel, das nicht soviel Kraft kostet." Will heißen: Sie kann mit ihrem effizienten Auftreten auf dem Court und den kurz gehaltenen Ballwechseln noch lange auf der Tour spielen.

UND ZUM SCHLUSS EIN WENIG KLATSCH UND TRATSCH GEFÄLLIG? Seit Sommer 2017 ist Pliskova mit Michal Hrdlicka verlobt. Der frühere TV-Sportmoderator hatte in seiner tschechischen Heimat lange Zeit den Ruf als "Party-Bad-Boy". Diskussionen gibt es zwischen den "Verliebten" (Pliskova) eigentlich nur über den Rahmen der Hochzeit. "Ich möchte lieber eine kleine Feier - und er eine größere", verriet Pliskova schmunzelnd.

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