Angie und die Weltranglisten-Arithmetik

Von SID
Donnerstag, 11.05.2017 | 15:28 Uhr
Angelique Kerber
© getty

Ab Montag ist Angelique Kerber wieder die Nummer eins der Tennis-Welt. Jene Spielerin also, die gerade in der Krise steckt - und sich wegen der Diskrepanz zwischen Platzierung und Leistungen auf dem Platz zunehmender Kritik erwehren muss.

Spielt wirklich SO eine Weltranglistenerste, wird in den sozialen Medien gefragt. Es wird gelästert und geschimpft. Zugegeben: Die Arithmetik des Rankings ist äußerst gewöhnungsbedürftig. Es sei daran erinnert, dass die schwangere Serena Williams, die seit Ende Januar kein Match mehr bestritten hat, jüngst noch einmal wegen Terminverschiebungen an die Spitze rückte. Wie von Geisterhand sozusagen.

Aber Kerber muss sich wahrlich nicht rechtfertigen für die Zahl vor ihrem Namen. Andere haben es auf jeden Fall noch nicht geschafft, sie dauerhaft vom Thron zu verdrängen. Arithmetik hin, Arithmetik her.

Kerber: In der Jahrerswertung auf Rang 12

Wer lediglich die Jahreswertung sehen will, muss sich das sogenannte "Race to Singapore" zu Gemüte führen. Dort werden nur die Ergebnisse von 2017 berücksichtigt. Die Tschechin Karolina Pliskova ist dort die Nummer eins - Kerber übrigens die Nummer zwölf.

Keine Voll-Katastrophe für die Kielerin. Aber doch enttäuschend nach der letzten Saison der Superlative mit zwei Grand-Slam-Triumphen, dem Wimbledonfinale und der olympischen Silbermedaille in Rio. Die 0:7-Bilanz gegen Top-20-Konkurrentinnen in den vergangenen vier Monaten spricht Bände.

Aber was tun? Vielleicht einmal wieder mit Steffi Graf plaudern. Die Ikone weiß nur zu gut, wie es sich anfühlt, unter dem Brennglas der Öffentlichkeit mit all dem Druck spielen zu müssen. Vom Naturell sind sich Kerber und Graf ähnlich. Beste Voraussetzungen also für ein paar tiefgreifende Gespräche.

Der Zeitpunkt, um den Reset-Knopf zu drücken und frei aufzuspielen, ist günstiger denn je. In der Sandplatzsaison hat Kerber keine Punkte mehr zu verteidigen und kann im Ranking nur dazugewinnen. Die Arithmetik der Weltrangliste macht's möglich - ob es einem nun passt oder nicht.

Das WTA-Ranking im Überblick

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