Tatjana Maria als Hoffnungsträgerin: "Wichtig, an uns zu glauben"

Von Ulrike Weinrich
Donnerstag, 08.02.2018 | 16:48 Uhr
Tatjana Maria
© GEPA
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Das deutsche Fed-Cup-Team ist am Wochenende im Spiel gegen Gastgeber Weißrussland Außenseiter. Als Hoffnungsträgerin gilt Tatjana Maria, die nach knapp sieben Jahren ihr Comeback feiert.

Auch am Donnerstag hatte das DTB-Quartett die erste Einheit im Gym des Marriott-Hotels schon vor dem Frühstück absolviert. Danach: Frühstück, Training auf dem Court der Chizhovka Arena und eine "Mobility Session", wie es Fitnesscoach Mike Diehl nennt. Die Stimmung ist bestens in der ersatzgeschwächten deutschen Equipe, doch einen Tag vor der Auslosung am Freitag steigt auch die Anspannung.

Respekt? Klar! Angst? Nein! "Die Weißrussinnen sind sehr stark, ein schwieriger Gegner - aber das wären die anderen Mannschaften auch gewesen. Wir sind nicht nach Minsk gefahren, um dort bloß artig die Hände zu schütteln", sagte der neue Teamchef Jens Gerlach vor seinem Debüt. Der 44-Jährige jedenfalls beeindruckte die Gastgeber schon einmal auf seine Art: Zum Abschluss der Pressekonferenz am Medientag glänzte der Stuttgarter mit ein paar Sätzen auf Russisch - ein Überbleibsel aus seiner Zeit als Coach der ehemaligen French-Open-Siegerin Anastasia Myskina.

"Tatte" zieht Kraft aus dem Familienunternehmen Maria

Der Traum vom Halbfinale lebt. Trotz des Fehlens des Dreigestirns Angelique Kerber/Julia Görges/Carina Witthöft. Tatjana Maria, die Rückkehrerin, hat das Motto für die Mission von Minsk so zusammengefasst: "Es ist wichtig, an uns zu glauben und alles herauszuholen, was wir haben." Die 30-Jährige stand zuletzt 2011 in der Mannschaft - damals noch unter ihrem Mädchennamen Malek.

Seitdem hat sich viel verändert - im Tennissport, aber auch im Leben der immer freundlichen Schwäbin, die mit ihrem Ehemann und Trainer Charles Edouard Maria in Florida lebt. Inzwischen ist "Tatte" Mutter der vierjährigen Charlotte und genießt den Touralltag mit zuckersüßem und lockigem Anhang. Das mobile Familienunternehmen Maria ist bestens bekannt - und äußerst beliebt bei Kolleginnen, Turnierchefs und Fans.

Williams und Azarenka als "wunderbare Familien-Botschafterinnen"

Und glaubt man der Weltranglisten-58., dann wird dieses Modell Schule machen. "Viele wollen einfach Familie haben. Das Thema ist aktueller geworden, weil man inzwischen viel länger auf der Tour spielen kann", sagt Maria jüngst. Bekannteste Beispiele: Die Mütter Serena Williams und Victoria Azarenka. "Sie sind wunderbare Botschafterinnen für das Familienthema", betonte Maria.

Sie selbst ist das beste Beispiel dafür, dass Familie und das reiseintensive Leben als Tennisprofi inzwischen auch für Frauen gut unter einen Hut zu bringen sind. Vier Spielerinnen im Circuit haben Kinder. Charlottes liebste Spielgefährtin ist meist Karin, die Tochter der Ukrainerin Kateryna Bondarenko.

Die große Venus als Babysitterin der kleinen Charlotte

Und Mama M(ar)ia spielte sogar noch, als sie bereits im dritten Monat schwanger war. Nur knapp vier Monate nach der Geburt von Charlotte kehrte sie bereits zurück in den Profibetrieb. "Seitdem genieße ich alles viel mehr, es ist viel schöner", meinte die gebürtige Bad Saulgauerin, die in der Pause auch ihre beidhändige Rückhand ablegte und sie mittlerweile einhändig spielt. Es passt ins Bild, dass Maria im November 2017 und als 30-Jährige ihre bislang höchste Weltranglisten-Platzierung erreichte (46.).

Zuhause im herrlichen West Palm Beach im Sunshine State ist keine geringe als Venus Williams die Nachbarin der Marias. Die Ikone veranstaltete damals für die Deutsche den berühmten "Baby-Shower". "Venus war auch schon die Babysitterin von Charlotte", berichtete Maria. Ihre Mutter Margit und die Schwiegereltern helfen bei der Betreuung der süßen Enkelin, wenn Charles und Tatjana auf dem Court die Brötchen verdienen.

Am Wochenende ist es Jens Gerlach, der auf Maria zählt. Neben ihr gehören noch Anna-Lena Friedsam, Antonia Lottner und Doppel-Spezialistin Anna-Lena Grönefeld zum Team. "Tatjana hat eine starke letzte Saison gespielt. Bei den Australian Open hatte sie eine schwierige Auslosung, hat sich aber gegen Maria Sharapova vor allem im zweiten Satz gut präsentiert. Mit ihr haben wir eine sehr routinierte Spielerin in unserem Team", lobte Gerlach die Schwäbin, die in vielfacher Hinsicht ein Vorbild ist.

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