Tennis

Asarenka unternimmt weiteren Comeback-Versuch in Doha

Von Ulrike Weinrich
Wiktoria Asarenka unternimmt einen weiteren Comeback-Versuch
© getty

Victoria Asarenka versucht beim anstehenden Premier-5-Turnier in Doha einen weiteren Comeback-Versuch. Wegen des Sorgerechtsstreits um ihren Sohn Leo hat die frühere Nummer eins seit Juli 2017 kein offizielles Match mehr bestritten.

Football-Superstar Tom Brady von den New England Patriots ist für Victoria Asarenka "eine Legende". Ihr wahrer Held ist aber ein ganz anderer. Und das macht die 28-Jährige deutlich - auch in den sozialen Netzwerken. Ihr Sohn Leo jedenfalls hat schon einen eigenen Instagram-Account (leomac7) mit stolzen 8513 Abonnenten. "Ich bin Leo. Meine Mami ist meine Fotografin und meine PR-Managerin", ist da in der Anmoderation zu lesen.

Der Kleine mit dem kämpferischen Namen ist ein zuckersüßer Blondschopf mit kecken Knopfaugen, gerade erst ein Jahr alt geworden, der sich am liebsten von seiner Mutter in die Höhe werfen lässt und dabei gluckst und quiekt. "Das schönste Geräusch auf der Welt ist das Lachen meines Sohnes", hat Asarenka in der vergangenen Woche auf Twitter geschrieben und dazu ein kurzes Video gestellt, das mehr als ein Beweis für ihre Aussage ist.

In den kommenden Tagen wird sich der Alltag aber ein wenig ändern. Die kleine Familie Asarenka wird bald von Los Angeles nach Doha reisen. Beim hochkarätig besetzten Premier-5-Turnier in der Wüste von Katar will die frühere Nummer eins, ausgestattet mit einer Wildcard, einen neuerlichen Comeback-Versuch wagen. Rund sieben Monate ist es her, dass "Vika" bei ihrer Achtelfinal-Niederlage im vergangenen Sommer in Wimbledon gegen Simona Halep (Rumänien) ihr letztes offizielles Match bestritt. Es war erst ihr zweites Turnier 2017 nach der Babypause. Und es sollte für eine gefühlte Ewigkeit auch ihr letztes bleiben. Ein juristischer Streit um Leo machte das Tour-Dasein der Weißrussin unmöglich.

Alter Bekannter Konikov soll "Vika" zurück in die Weltspitze führen

Asarenkas Ex-Freund Billy McKeague, amerikanischer Vater des gemeinsamen Kindes, hatte nach der Trennung im Juli 2017 einen Sorgerechtsantrag bei einem Gericht in L.A. eingereicht. Und weil Leo den Golden State Kalifornien wegen des schwebenden Verfahrens nicht verlassen durfte, konnte auch die zweimalige Grand-Slam-Siegerin ihrem Job nicht nachgehen. Zu Beginn der noch jungen Saison wollte Asarenka ursprünglich in Auckland und bei den Australian Open starten.

Die Wildcards waren bereits reserviert, doch aufgrund der ungeklärten Rechtslage sagte sie ihre Teilnahmen kurzfristig ab. Mittlerweile hat die aktuelle Nummer 207 des WTA-Rankings einen juristischen Sieg erlangt. Die Causa Leo wird nicht länger in Los Angeles verhandelt, sondern in Asarenkas Geburtsstadt Minsk, in die sie mit dem Junior offenbar auch wieder zurückziehen will. Ihre Familie lebt dort.

Für ihren Neustart hat sich die Australian-Open-Championesse von 2012 und 2013 einen alten Bekannten als Coach an die Seite geholt. Ihr Landsmann Vyacheslav "Slava" Konikov hat Asarenka bereits vier Jahre lang betreut, als sie unter anderem die beste Juniorin der Welt war (1998 bis 2002). Konikov gab für die neue Aufgabe seinen Posten als Cheftrainer der Tennis-Abteilung der Sacramento State University auf. Mehr als eine Dekade hatte er dort die Geschicke geleitet. Zuvor war der gebürtige Minsker bereits als Betreuer im professionellen Tennis unterwegs - unter anderem an der Seite von Doppel-Legende Max Mirnyi.

Chris Evert lobt: "Vika ist immer eine Bereicherung"

Für US-Legende Chris Evert jedenfalls hat Asarenka, die auch für den Klassiker in Indian Wells (ab 8. März) ihre Zusage gegeben hat, trotz der langen Pause noch immer die Qualität für besondere Siege. "Wenn Vika fit ist und im Kopf frei, kann sie wieder ihre alte Leistungsstärke erreichen. Sie ist immer eine Bereicherung", sagte Evert jüngst derTimes of India.

Asarenka darf bei den kommenden Turnieren mit einem "Protected Ranking" an den Start gehen. Und die Erinnerungen an Doha sind gut. Im Khalifa International Tennis Complex hat Asarenka 2012 und 2013 den Titel geholt. Zur Belohnung gab es jeweils einen goldenen Falken. Der aufgeweckte Sohnemann Leo hat die speziellen Trophäen sicher schon begutachtet.

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