Kyrgios immer im Fokus

Dienstag, 31.10.2017 | 10:20 Uhr
Michael Kohlmann hofft auf das stärkste deutsche Team in Australien
© Jürgen Hasenkopf
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Noch sind mehr als drei Monate Zeit, die richtige Aufstellung für das Davis-Cup-Match gegen Australien zu finden. Der deutsche Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann sondiert natürlich dennoch längst das Feld.

Michael Kohlmann hat mit seiner Einschätzung goldrichtig gelegen: Sam Groth wird nicht der entscheidende Faktor im Erstrunden-Duell mit Australien Anfang 2018 werden. Der Doppel-Spezialist wird nach den Australian Open seine Karriere beenden, das Treffen mit Deutschland auslassen, so wie auch alle nachfolgenden Turniere. Und das für immer.

Kohlmann, der deutsche Davis-Cup-Kapitän, kann die Scouting-Karte für Groth also beiseite legen, sich ganz auf Nick Kyrgios konzentrieren. "Wobei Kyrgios ein Spieler ist, den ich mir eigentlich immer genau ansehe", wie Kohlmann im Gespräch mit tennisnet erklärte. Neuerdings besteht die Möglichkeit, dass die Teams ein fünftes Team-Mitglied aktiv in den Wettkampf einbinden, ob dies für Deutschland eine wesentliche Verbesserung bringt, sei einmal dahingestellt.

"Für Portugal wäre mein fünfter Mann Peter Gojowczyk gewesen", so Kohlmann. Der aber spielte stattdessen in Metz erfolgreich das Qualifikations-Turnier - und holte sich im Anschluss bei selbiger Veranstaltung gleich seinen ersten Titel auf der ATP-Tour. Welche Optionen der deutsche Teamchef für die Partie mit Australien hat, werden die Anfangswochen des kommenden Jahres zeigen, Philipp Kohlschreiber könnte sich selbst aus dem Lostopf nehmen, wie er jüngst in einem Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" andeutete.

Offene Rechnungen

Für Michael Kohlmann steht in dieser Woche allerdings erst einmal Eckental an, der nächste ATP-Challenger auf deutschem Boden nach der Premieren-Veranstaltung in Ismaning. Eben dort hat sich Yannick Hanfmann den Sieg und damit 80 Punkte für die Weltrangliste geholt, der 25-jährige Karlsruher pirscht sich an die Top 100 heran. Hanfmann war in Portugal dabei, verlor das letzte Einzel gegen Joao Domingues. Für Australien kommt er eher nicht in Frage, bei Tim Pütz stehen die Chancen schon besser: Auch der war in Ismaning ins Finale gekommen, an der Seite von Dustin Brown im Doppel. Gegen die Portugiesen hat Pütz mit Jan-Lennard Struff den wichtigen Doppel-Punkt geholt, ein Empfehlungsschreiben womöglich für 2018, auch wenn das zu erwartende australische Duo mehr Klasse auf den Court bringen sollten als dies Gastao Elias und Joao Sousa zustande gebracht haben.

Deutschlands unangefochtene Nummer eins, Alexander Zverev, ist für das Auftakt-Match natürlich gesetzt - die Frage ist, wie der gebürtige Hamburger in Melbourne abschneiden wird. "Sascha hat in diesem Jahr extrem viel gespielt", so Kohlmann. "Ich kann mir schon vorstellen, dass er 2018 sein Programm ein wenig reduzieren wird." Was aber nicht unbedingt den Davis Cup betreffen muss, zumal Zverev ein Kandidat für die zweite Woche bei den Australian Open ist. Und außerdem noch einige Rechnungen mit Nick Kyrgios offen hat. Es wäre ganz im Sinne Michael Kohlmanns, dass Alexander Zverev diese Anfang Februar 2018 in Australien begleicht.

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