NHL: Leon Draisaitl als Restricted Free Agent bei den Edmonton Oilers

Das Warten auf den großen Zahltag

Von Robert Arndt
Donnerstag, 03.08.2017 | 16:30 Uhr
Leon Draisaitl ist seit dem 1. Juli Restricted Free Agent
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Leon Draisaitl spielte eine überragende Saison für die Edmonton Oilers. Doch nach einem Monat Free Agency konnten sich das Team und der Deutsche noch nicht auf einen neuen Vertrag einigen. Probleme mit dem Salary Cap sowie unterschiedliche Ansichten verzögern den Prozess.

"Ich bin sehr optimistisch, dass wir Leon zurückholen werden", erklärte Oilers-Coach Todd McLellan entspannt am Rande eines Charity-Golfevents. "Wir hoffen, dass er bleibt und auch er möchte hier sein. Es müssen nur ein paar Dinge im Sommer geklärt werden."

Was der Trainer mit "ein paar Dinge" harmlos ausdrückt, ist nun seit dem 1. Juli, dem Start der Free Agency ein zähes Ringen. Und wie so oft im Leben geht es um das liebe Geld.

Der Vertrag von Draisaitl ist am 30. Juni ausgelaufen. Es war sein dreijähriger Rookie-Contract, der dem Deutschen eine knappe Million pro Jahr einbrachte. Nun wartet und hofft das Draisaitl-Lager auf den großen Zahltag und hat dank der überragenden Saison mit 77 Punkten sowie bärenstarker Playoffs der Nummer 29 die besseren Karten auf der Hand - zumindest was das Geld betrifft.

Draisaitl ist Restricted Free Agent

Dabei hält Edmonton allerdings weiter die Rechte am deutschen Nationalspieler, Draisaitl ist ein Restricted Free Agent. Sollte also ein anderes Team ein Angebot für den 21-Jährigen machen, können die Oilers gleichziehen und Draisaitl behalten. Ein solches Offer Sheet ist aber, anders als in der NBA, eher verpönt und unwahrscheinlich.

Der letzte prominente Spieler, der ein solches Angebot bekam, war im Jahr 2012 Shea Weber, dem die Philadelphia Flyers 114 Millionen Dollar für 14 Jahre boten. Webers Klub, die Nashville Predators gingen mit und hielten den Verteidiger. Auch die Oilers haben in Person von GM Peter Chiarelli klargemacht, dass sie jedes Angebot kontern würden.

Doch warum haben die Oilers nicht längst schon Nägel mit Köpfen gemacht und mit ihrem zweitbesten Scorer der vergangenen Spielzeit verlängert? Es ist das Problem, welches so gut wie jeder General Manager seit Einführung des Salary Caps im Jahr 2007 hat: In der Liga ist es einfach verdammt schwer, alle Schlüsselspieler zu behalten und sie auch entsprechend zu entlohnen.

Acht Millionen für Draisaitl?

"So ist das Business. Als Coach halte ich mich da raus. Das ist der Job des Managements und auch der Spieler hat für so etwas seine Berater", so McLellan über das Pokerspiel. Für die kommende Saison haben die Oilers noch knapp 17 Millionen Dollar Cap Space übrig. Weitere Free Agents müssen nicht gehalten und bezahlt werden.

Eigentlich genug für Draisaitl, dessen Camp wohl bis zu zehn Millionen fordert, wie Liga-Insider Bob McKenzie von TSN Anfang Juli berichtete. Realistisch ist dagegen eher ein Salär zwischen sechs und acht Millionen, wenn man bedenkt, dass zum Beispiel Nashvilles Top-Center Ryan Johanson vor wenigen Tagen für acht Jahre und 64 Millionen unterschrieb.

Connor McDavid macht es vor

Die Oilers hoffen derweil, dass Draisaitl möglicherweise für etwas weniger Geld unterschreibt, schließlich hat das Gesicht der Franchise es bereits vorgemacht. Connor McDavid unterzeichnete am 5. Juli für weitere acht Jahre und insgesamt 100 Millionen Dollar. Das klingt nach jeder Menge, doch das Wunderkind verzichtete auf bis zu 20 Millionen. Laut McKenzie fühlte sich McDavid nicht wohl mit solch einem dicken Vertrag, bestand auf eine niedrigere Zahl und setzte dabei auch ein Zeichen - nämlich, dass der Teamerfolg im Vordergrund steht.

"Das ist vielleicht einer der größten Verträge der Geschichte der NHL, aber ich kann versichern, dass er viel größer im Wert und kürzer in der Laufzeit hätte ausfallen können", erklärte Chiarelli, nachdem das Papier unterzeichnet war. "In den Verhandlungen lag der Fokus vor allem darauf, ein Team aufzubauen, welches den Stanley Cup gewinnen kann."

Doch auch mit dem Verzicht auf Geld von McDavid ist der Salary Cap weiter eine große Herausforderung. Der Vertrag des 20-Jährigen steht erst ab 2018 in den Büchern, diese Saison läuft McDavid noch zu den Konditionen seines Rookie-Contracts auf. Edmonton erreicht also die Cap-Hölle in ziemlich genau zwölf Monaten.

Oilers: Welcome to Cap Hell

Darum versucht Chiarelli, Draisaitl zu überzeugen, für weniger zu unterschreiben. Selbst wenn er bei 7,5 Millionen pro Saison zustimmt, sind für das Top-Duo schon 20 Millionen verplant. Bereits ohne den Deutschen haben die Oilers für die Saison 2018/19 knapp 51 Millionen verbrannt - für lediglich zwölf Spieler. Der Salary Cap könnte dann nach ersten Hochrechnungen bei circa 77 Millionen Dollar liegen.

"Durch Connors Vertag, Leon und einige andere, die bezahlt werden wollen, wird unser Spielraum sehr klein. Es geht nicht um Dollars, sondern nur um den Cap Space", weiß auch McLellan. Trades scheinen darum bei einer Verlängerung von Draisaitl fast unumgänglich. Jordan Eberle (für Ryan Storme zu den New York Islanders) machte bereits den Anfang, auch wenn er nach schwachen Playoff-Leistungen mit nur zwei Assists entbehrlich war.

Auch andere Offensivkräfte wie der ehemalige No.1-Pick Ryan Nugent-Hopkins (je sechs Millionen bis 2021) könnte es erwischen, nicht zuletzt weil Draisaitl in den Playoffs bewies, dass er nicht nur an der Seite von McDavid glänzen, sondern auch seine eigene Reihe anführen kann. Ein weiterer Kandidat wäre Milan Lucic, doch dieser besitzt noch eine No-Movement-Klausel.

Oilers-Zukunft weiter rosig

Das alles sind Fragen, die im Laufe der Saison auf Chiarelli und die Oilers zukommen werden. Für den restlichen Sommer wird die Verlängerung von Draisaitl weiter die höchste Priorität sein. Die Parteien werden eine Einigung erzielen, fraglich ist nur, zu welchen Konditionen das am Ende passiert.

Der Deutsche ist und bleibt ein wichtiger Baustein für die Zukunft der Franchise in Alberta, die weiter vielversprechend aussieht. Mit einem Duo aus McDavid und Draisaitl werden die Oilers immer ein ernstes Wörtchen in der Western Conference mitsprechen, auch wenn das Team noch vergleichsweise jung ist. Doch daran gilt es zu wachsen, wie auch McLellan weiß.

"Die Erwartungen machen es für uns schwieriger. Wir haben das noch nicht erlebt als Team. Darum sehe ich unsere Mannschaft als eine an, welche noch wachsen kann. Da müssen wir durch. Die anderen werden bereit sein, wenn es gegen die Oilers geht. Wir wollen mehr gewinnen als in der Vergangenheit. Unsere Aufgaben werden immer schwerer."

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