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NFL Third and Long Week 8: Browns-Zukunft, Tampas Entscheidung und Rams vs. Packers

Die Green Bay Packers haben den Rams das Leben unerwartet schwer gemacht.
© getty

Week 8: NFC-Playoffs, Newton, Jaguars, Cardinals - eure Fragen!

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Ein Juppie: Letzte Woche AFC, nun zur NFC: Siehst du die Rams auch in den Playoffs als Favoriten der NFC? Und wer kann den Rams am ehesten gefährlich werden? Saints, Vikings oder doch jemand anderes? Außerdem: Muss man die Redskins so langsam auf dem Zettel haben für die Playoffs?

Die Rams sind der Favorit, ja. Aber gerade die Saints werden ein immer kompletteres Team, seitdem der Pass-Rush auch außerhalb von Cam Jordan aktuell von Woche zu Woche einen besseren Eindruck hinterlässt. Offensiv muss sich New Orleans ohnehin vor niemandem verstecken, das Duell gegen die Rams am kommenden Sonntag könnte noch massive Playoff-Auswirkungen haben. Und aktuell würde ich darauf tippen, dass es ein Vorgeschmack auf das NFC Championship Game ist.

Nach diesen beiden Teams gibt es dann einen klaren Leistungsabfall in der NFC. Die Eagles, Packers und Vikings können allesamt brandgefährliche Playoff-Teams werden, gleichzeitig sind sie aber auch alle noch sehr inkonstant. Gleiches gilt für die Panthers. Inzwischen ist auch durchaus vorstellbar, dass Seattle das Wildcard-Team wird, das in dieser Saison einen Favoriten in der ersten Playoff-Runde ärgert. So effizient ist das Run Game, so gut spielt inzwischen die Offensive Line und so konstant verbessert sich die Defense bei den Seahawks.

Zum zweiten Teil der Frage: Ich traue Washington noch immer nicht so wirklich, neben Detroit ist es das Team, das ich mit am wenigsten einschätzen kann. Das liegt natürlich vor allem an der Passing-Offense der Redskins und Alex Smith, der so konservativ und vorsichtig wie eh und je spielt - ich glaube, Washington hat einfach limitierte Mittel, aus denen das Team aktuell die bestmöglichen Ergebnisse raus holt.

Spiele, in denen die Redskins mit ihrem Pass-Rush und dem Run Game dominieren können, sind immer in Reichweite und das hält Washington auch vorerst - mit Spielen unter anderem gegen die Bucs, Dallas und die Giants in den nächsten sechs Wochen - im Playoff-Rennen. Ob es für mehr reicht, bleibt abzuwarten. Ich würde nicht darauf setzen.

David Nicolas: Cam Newton und die Carolina Panthers haben - etwas überraschend - stark abgeliefert gegen die Baltimore Ravens. Wie siehst du die Chancen der Panthers mit Blick auf die Playoffs?

Dass die Panthers gegen Baltimore durch die Luft so effizient sein würden, das hatte ich absolut nicht kommen sehen. Greg Olsen ist weit davon entfernt, mit seiner Athletik Defenses Angst einzujagen, aber er ist so stark bei den ganzen Seam-Route-Konzepten der Panthers, dass er dennoch eine zentrale Säule dieser Offense ist. Und gegen Baltimore haben wir endlich einmal ein Spiel von D.J. Moore gesehen, das man bisher fast nur von seinem College-Tape kannte - mit brandgefährlichen Momenten nach dem Catch.

Für mich steht Carolinas Passing Game immer noch auf wackligen Füßen, aber wenn Olsen und Moore so funktionieren wie gegen Baltimore und dann die kurzen Plays über Curtis Samuel und Christian McCaffrey als Mismatch-Plays genutzt werden, dann ist Carolina wirklich gefährlich. Zumal Newton eben wesentlich effizienter agiert und mehr die Räume, die ihm die Defense gibt, nutzt, als wie in vergangenen Jahren das Big Play erzwingen zu wollen.

Dass dann Carolinas Offensive Line noch keinen Sack zuließ ist ein weiteres sehr positives Zeichen, außerdem hat Norv Turner bewiesen, dass er mit einem Quarterback wie Newton überaus kreativ sein und ihn als Runner, im Option Game und bei Bootlegs sehr gut einsetzen kann. Wenn sich das Passspiel so weiter stabilisiert, habe ich nur noch ein Fragezeichen bei Carolina, und das ist der Pass-Rush. Aber aktuell muss man die Panthers als Playoff-Kandidaten auf dem Zettel haben.

justmetrustme: Glaubst du, dass Blake Bortles noch eine Zukunft hat in Jacksonville? Oder wird im Draft ein neuer QB gepickt? Oder wäre eventuell ein Trade kurz vor Schluss noch möglich? Eventuell Taylor oder Teddy?

Meine persönliche Meinung zu Bortles dürfte ja hinlänglich bekannt sein, aber die Frage danach, was die Jaguars tatsächlich vorhaben, ist natürlich eine ganz andere. Vertraglich wären erst einmal 16,5 Millionen Dollar Dead Cap fällig (bei Einsparungen von 4,5 Millionen Dollar Cap Space), wenn man Bortles nach der Saison entlässt. Ähnlich wie bei anderen Teams, die die Quarterback-Diskussion ebenfalls haben (werden), ist aber auch bei den Jags die Frage: Welche besseren Optionen gibt es?

Wenn die Jags-Verantwortlichen der Meinung sind, dass Tyrod Taylor ein Upgrade darstellt, dann wären sie fahrlässig, ihn nicht jetzt zu holen. Gleiches gilt für Teddy Bridgewater, um den die Jaguars ja jetzt schon zwei Mal zumindest hätten bieten können. Und bei Bridgewater muss man ohnehin abwarten, ob die Saints ihn nicht doch irgendwie halten können.

Der Draft ist, soweit man das jetzt schon prognostizieren kann, in puncto Quarterbacks jedenfalls ziemlich, ziemlich dünn, und die Jaguars werden keinen der Top-Picks haben, um sich einen Justin Herbert zu holen. Wenn der überhaupt in den Draft geht. Natürlich kann bis März und April noch viel passieren, und ich gehe schon davon aus, dass Jacksonville zumindest einen ernsthafteren Konkurrenten ins Team holt. Aber für Teams auf der Suche nach einem neuen Starting-Quarterback wird 2019 aller Voraussicht nach ein schwieriger Frühling.

Sebastian: Das Playbook der Packers - warum hört man stetig im Spiel auf zu laufen und säuft dann mit der Offense wieder ab?

Das ist mir jetzt auch schon mehrfach aufgefallen, gegen die Rams war es wieder deutlich. Gerade mit Aaron Jones auf dem Platz sieht die Packers-Offense einfach gefährlicher aus, und dass die Run-Defense der Rams alles andere als unschlagbar ist, ist auch keine neue Erkenntnis. Trotzdem rotiert McCarthy im Backfield immer noch durch und geht immer wieder unnötig vom Run Game weg.

Rodgers sagte nach dem Spiel auf Nachfragen zur Nutzung von Jones lediglich, dass er selbst mit den Personnel-Groupings nichts zu tun hat und nur Quarterback spielt. Das entsprechende Maß an Frustration musste man zwischen den Zeilen nicht lange suchen.

Ehrlich gesagt kann ich es auch nicht erklären. Jones hatte gegen die Rams 7,1 Yards pro Run bei 12 Versuchen. Selbst wenn man seinen 33-Yard-Touchdown abzieht, kommt man immer noch auf 4,8 Yards pro Run. Die Argumentation darüber, dass das Run Game insgesamt betrachtet eine zunehmend geringere Rolle spielt, ist völlig richtig - wenn der Gegner aber so anfällig dafür ist, dann kann das Run Game sehr wohl einen großen Einfluss auf das Spiel haben.

Das Play-Calling der Packers ist für mich sowieso ein ziemliches Rätsel dieses Jahr. Insgesamt viel zu wenig Play Action, zu wenig Run Pass Options, zu viele Isolation-Routes und zu wenig Dynamik - hier werden Spieler wie Randall Cobb oder auch (den horrenden Fehler am Sonntag mal außen vor) Ty Montgomery nicht gut eingesetzt. Es sind meine Kritikpunkte, die ich bei McCarthy schon seit zwei Jahren moniere und die eine zentrale Rolle in der Argumentation dafür spielen, dass die Packers einen offensiven Neustart gut gebrauchen könnten.

Nirual: Wie hat der neue Offensive Coordinator der Cardinals die Offense verändert?

Ein paar Tendenzen waren nach der Mini-Bye infolge des Thursday Night Games schon erkennbar. Byron Leftwich, der Mike McCoy abgelöst hat, war klar darauf bedacht, Rosen besser zu schützen; in der Folge war das Screen-Game der Cardinals ein merklich größerer Bestandteil, und das mit verschiedenen Designs.

Außerdem versuchte er, David Johnson und Larry Fitzgerald besser in die Offense zu involvieren, Fitzgerald hatte spät im Spiel dann mehrere Routes, bei denen er der erste Read für Rosen war und Johnson wurde endlich wieder vielseitiger eingesetzt: als Outside-Receiver, als Screen-Pass-Empfänger und bei Outside-Runs.

Insofern ist die generelle Tendenz hier auf jeden Fall ermutigend aus Cardinals-Sicht und man darf gespannt sein, was über die Bye Week noch dazu kommt. Das alles überragende Problem nämlich bleibt: Arizona hat mehr oder weniger keine Chance, wenn man reguläre Pass-Protection spielen muss. Da waren die Cardinals auch gegen San Francisco wieder mehrfach komplett überfordert und Josh Rosen kassierte so zu viele Hits - zum Teil auch, weil er bei drei, vier Plays den Ball zu lange hielt.

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