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NFL: Preview: Kansas City Chiefs - Oakland Raiders

Ein Hauch der alten Tage

Donnerstag, 08.12.2016 | 16:58 Uhr
Eric Berry ist auch in dieser Saison ein absoluter Eckpfeiler in Kansas City
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Week 13

Week 14 hat zum Auftakt einen echten Kracher zu bieten: Die Kansas City Chiefs (9-3) empfangen die Oakland Raiders (10-2), der Sieger übernimmt die Führung in der AFC West. Beide Teams sind in hervorragender Form, was einer alten Rivalität eine ordentliche Portion neues Leben einhaucht - ein gewisser Duft aus vergangenen Tagen liegt in der Luft. Zu sehen gibt es das Spiel in der Nacht zum Freitag ab 2.25 Uhr live auf DAZN!

"The Autumn Wind is a Pirate", heißt es in der großen, alten Hymne der Raiders, die perfekt den Geist der Hochzeit von Al Davis einfängt. Davis liebte das Rebellen-Image, war stolz, wenn er ein aggressives, wildes Team gespickt mit Charakterköpfen zusammengestellt hatte, nahm auch gerne mal ein paar Strafen in Kauf - und legte sich mit der Liga an, wann er nur konnte.

Legenden-Porträt: Al Davis - A Pirate in Silver and Black

Das hatte verschiedene Gründe, vor allem war Davis schlicht ein Hitzkopf und fühlte sich schnell mal benachteiligt. Doch lagen die Wurzeln noch viel tiefer. Davis hatte seit den 60er Jahren eine einflussreiche Position nicht nur bei den Raiders, sondern auch in der AFL. 1966 schließlich wurde er Commissioner der AFL, doch war es ein kurzes Vergnügen.

Denn nur vier Jahre später schlossen sich die AFL und die NFL zusammen, und Lamar Hunt, Besitzer der Kansas City Chiefs und seinerseits einer der mächtigsten Männer in der AFL, einigte sich mit NFL-Commissioner Pete Rozelle, dass Rozelle als Commissioner der zusammengeschlossenen Liga fungieren sollte. Davis war raus und pflegte spätestens seitdem das Rebellen-Image seiner Raiders mit größter Hingabe.

Eine Geschichte voller Rivalität

Gleichzeitig war es in Davis' Augen ein Affront von Hunt, den er nie vergaß. Ohnehin waren die Raiders und die Chiefs Ende der 60er Jahre die beiden dominierenden Teams in der AFL, 1966 und 1969 ging der Titel an Kansas City, 1967 nach Oakland. Darunter waren denkwürdige Duelle, wie das 41:6 der Raiders über KC in den Playoffs 1968, oder aber der 17:7-Sieg für die Chiefs im Championship Game im direkten Duell.

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Und das ging in der zusammengeschlossenen NFL gerade so weiter. Direkt in der 1970er Saison holte Oakland ein schmutziges Unentschieden in Kansas City, das bis heute für das harte Foul von Raiders-Defensive-End Ben Davidson in Erinnerung geblieben ist, was letztlich den Unterschied im direkten Vergleich ausmachte und Oakland den Division-Sieg bescherte.

Fünf Jahre später zerlegten die Chiefs Oakland mit 42:10, nach jedem Touchdown ritt das als Chiefs-Maskottchen bekannte Pferd rund ums Spielfeld. Raiders-Coach John Madden sollte anschließend sagen: "Wir konnten die Chiefs nicht schlagen - aber wir waren verdammt nah dran, ihr Pferd zu killen."

Wilde Schlägereien auf dem Platz, der Wechsel von Superstar-Running-Back Marcus Allen, der sich mit Davis verkracht hatte, ausgerechnet nach Kansas City, und umgekehrt die Tatsache, dass die Chiefs Rich Gannon ziehen ließen - der die Raiders 2002 schließlich zu ihrer letzten Super-Bowl-Teilnahme führte, kurzum: Es waren Duelle, die geprägt waren von persönlichen Fehden. Von brisanten Wechseln. Und von einer riesigen sportlichen Rivalität.

"Die Rivalry ist zurück!"

Vor allem der sportliche Faktor war allerdings in den vergangenen 15 Jahren viel zu selten gegeben. Sicher, für die Fans beider Teams ist es ein unverändert großes Spiel und eine uralte Rivalry. Doch die sportliche Brisanz fehlte schlicht - und genau das ist endlich wieder anders.

Wenn die Chiefs die Raiders am Donnerstagabend empfangen, geht es, da Kansas City das erste Duell in Oakland bereits gewonnen hat, um die alleinige Tabellenführung in der AFC West und die Chance, das eigene Playoff-Schicksal in der Hand zu haben. "Das macht Spaß. Darum geht es im Football, deshalb spielst du. Für diese Rivalitäten, für diese Situationen. Ich kann es nicht erwarten", glänzten selbst die Augen des sonst eher stoischen Chiefs-Quarterbacks Alex Smith im Vorfeld. "Ich kann es nicht erwarten."

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Linebacker Derrick Johnson brachte es anschließend wohl am treffendsten auf den Punkt: "Die Rivalry ist zurück! Das wird ein Oldschool-Spiel. Wir werden unser Running Game aufziehen, sie werden ihr Running Game aufziehen, und wir werden sehen, wer über vier Viertel und womöglich auch darüber hinaus dran bleibt. Wir wissen, was das für eine Rivalität ist, und die Tradition wiederholt sich. Aber gleichzeitig ist es auch eine neue Ära."

Oaklands Offense macht Spaß

Eine neue Ära ist es zweifellos, und das gilt für wenige Teams in dieser Saison so deutlich, wie für Gegner Oaklands. Die Raiders haben, unbeeindruckt von den sich haltenden Gerücthten über den möglichen Umzug nach Las Vegas, ein unbekümmertes Team zusammengestellt, dessen Offense Woche für Woche für Spektakel sorgt. Derek Carr hat in seiner Entwicklung einen riesigen Schritt nach vorne gemacht, das betrifft vor allem sein Verhalten in der Pocket sowie sein kalkuliertes Risiko bei langen Pässen.

In der Folge haben sich die Raiders bei 24 Touchdown-Pässen nur fünf Interceptions geleistet, Carr profitiert dabei zweifellos von einer der besten Offensive Lines der NFL sowie einem Top-Receiver-Duo. Zudem findet sich das Running Game zunehmend, auch weil Latavius Murray deutlich agiler und explosiver wirkt.

"Eine starke Offense mit guten Spielern", gab auch Chiefs-Safety Eric Berry, mit einem Pick Six und einem Pick Two maßgeblich für den Sieg in Atlanta am Sonntag verantwortlich, zu. "Wir müssen sicherstellen, dass wir unsere Topleistung abrufen. Derek Carr gibt immer alles und hat tolle Fähigkeiten. Er liefert bei jedem Snap Leistung ab. Diesen unbedingten Siegeswillen kann man nicht coachen."

Das Sorgenkind ist die Defense

Und doch gibt es aus Raiders-Sicht ein großes Problem: Die spektakulären Auftritte der Offense sind nämlich auch notwendig, damit Oakland Spiele gewinnt - so anfällig ist die Defense. Jüngst zu sehen gegen Buffalo, als die Bills die Raiders in der ersten Hälfte buchstäblich über den Haufen rannten, ehe Oakland mit 29 Punkten in 15 Minuten eine irre Aufholjagd aufs Parkett legte.

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Die Raiders lassen die ligaweit meisten Yards pro Run zu (4,9) und sind auch in der Secondary noch immer äußerst anfällig, wenngleich Pass-Rusher Khalil Mack mit seinen dominanten Auftritten in den vergangenen beiden Spielen hier einiges überspielt.

"Wir haben in der letzten Woche gezeigt, dass wir Spiele wirklich stark beenden können und haben uns bei Third Down gesteigert. Jetzt geht es darum, ein komplettes Spiel abzuliefern. Wir müssen schnell rein finden und auch in die zweite Halbzeit gut starten, um das Spiel dann stark zu beenden. So, wie vergangene Woche", forderte Defensive Coordinator Ken Horton Jr. und fügte hinzu: "Die Jungs freuen sich wirklich auf das Spiel. Das wird richtig viel Spaß machen."

Die neue Bedrohung aus KC

Dabei hilft es wenig, dass Safety Karl Joseph am Donnerstag ausfällt, Joseph wäre mutmaßlich ein wichtiger Baustein in der Pass-Defense gegen Chiefs-Tight End Travis Kelce gewesen. "Travis ist ein toller Spieler. Man sieht, dass er viele Targets erhält und er will den Ball unbedingt. Wir müssen mit ihm fertig werden", gab auch Horton Jr. zu.

Tatsächlich hat es Kansas City über die letzten Wochen geschafft, Kelces Fähigkeiten nach dem Catch mit mehr kurzen Pässen und Screens besser zur Geltung zu bringen. Darüber hinaus hat sich Tyreek Hill als Playmaker einen Namen gemacht, die Fähigkeiten der beiden, aus kurzen Pässen große Raumgewinne zu kreieren, sind angesichts des Stils von Alex Smith enorm wichtig. Der baut nämlich wie kaum ein anderer Quarterback auf Yards nach dem Catch, prozentual steht hier nur Matthew Stafford (55,2 Prozent seiner Passing-Yards nach dem Catch) noch vor Smith (54,7 Prozent). Zum Vergleich: Carrs Yards kommen nur zu 47,2 Prozent nach dem Catch.

Der Week-13-Hangover: Unkraut vergeht nicht

Zudem coacht Andy Reid merklich mutiger, besonders deutlich in Atlanta: Eine Fourth-Down-Conversion zum Touchdown und ein Fake Punt, sowie mehr Big Plays als die gefürchtete Falcons-Offense standen am Ende zu Buche. Darüber hinaus wird Smith gegen Oakland endlich wieder alle seine Waffen, abgesehen von Jamaal Charles, zur Verfügung haben: Receiver Jeremy Maclin ist endlich wieder fit und konnte im Vorfeld der Partie voll trainieren, Maclin wird spielen.

Vorhang auf zu einem echten Kracher

Somit könnte der Ansatz der Chiefs ganz anders aussehen, als noch Mitte Oktober: Damals dominierte Kansas City die Raiders physisch komplett, erlief 183 Yards und drei Touchdowns und erdrückte Oakland in der zweiten Hälfte förmlich. Doch seither ist das Running Game der Chiefs nicht mehr so effizient, stattdessen funktioniert das Kurzpassspiel - womöglich ohnehin nicht der schlechteste Ansatz gegen Khalil Mack.

Umgekehrt aber hat Kansas City im Vergleich zu jenem Spiel jetzt seinerseits die volle Pass-Rush-Kapelle beieinander: Justin Houston ist zurück und präsentiert sich in absoluter Topform, endlich kann er gemeinsam mit Dee Ford auf Quarterback-Jagd gehen. Für die zurecht hochgelobte Raiders-O-Line wird das ein knallharter Test, hier wird der Hauch vergangener Chiefs-Raiders-Duelle ohne Frage zu spüren sein.

Auch, als diese alte Rivalry über die letzten Jahre mit Blick auf das Playoff-Rennen eine nur sehr geringe Bedeutung hatte, war bei beiden Teams stets von der "Raiders Week", beziehungsweise der "Chiefs Week" die Rede. Das ist auch in diesem Jahr so, aber der Unterton ist ein anderer: Es ist das wichtigste Raiders-Chiefs-Spiel seit vielen Jahren - und genau so wird sich Arrowhead am Donnerstagabend auch anfühlen.

Der komplette NFL-Spielplan im Überblick

Das SPOX-NFL-Tippspiel, Week 14:

Florian RegelmannStefan PetriAdrian FrankeMarcus Blumberg

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Week 1311-49-611-49-6
Insgesamt
114-78111-81

121-71

114-78
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