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NFL: Preview: Buffalo Bills - New York Jets

Ungünstiges Date mit der Ex

Donnerstag, 15.09.2016 | 13:30 Uhr
Die Buffalo Bills treffen in Week 2 auf die New York Jets, das Ex-Team von Coach Rex Ryan (2.v.l.)
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Die Buffalo Bills empfangen die New York Jets zum Start in Week 2 (live auf DAZN) und angesichts der Auftaktpleite sowie der kommenden Aufgaben hat das Duell für beide Teams einen womöglich richtungsweisenden Charakter. Bills-Coach Rex Ryan gelangen in der Vorsaison gleich zwei Siege gegen sein Ex-Team. Doch die Vorzeichen vor Duell Nummer drei sind alles andere als rosig.

Die Bilder dürften jedem Jets-Fan noch in schmerzhafter Erinnerung sein: Rex Ryan, der mit geballter Faust an der Seitenlinie feiert und seine Verteidiger herzt, die ihm gerade mit drei Interception den wohl süßesten Sieg der Saison beschert hatten - ein 22:17-Erfolg über die Jets, die mit einem Sieg in die Playoffs eingezogen wären. Es war saisonübergreifend der fünfte Sieg der Bills gegen Gang Green in Folge.

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Es folgte für beide Teams eine unruhige Offseason. Während die Jets eine monatelange Hängepartie um die Dienste von Ryan Fitzpatrick, der deshalb die komplette Saisonvorbereitung verpasste, erlebten, erwischte es die Bills noch ungleich schwerer.

Erstrunden-Pick Shaq Lawson und Zweitrunden-Pick Reggie Ragland mussten aufgrund schwerer Verletzungen operiert werden und fallen lange aus, während Defensive Tackle Marcell Dareus und Running Back Karlos Williams suspendiert wurden - Letzterer ist bereits entlassen. Ryan versuchte dennoch, sein Offseason-Fazit positiv zu gestalten. Doch Week 1 war dann selbst für Ryan ein bitterer Weckruf.

"Es war ein schlechter Tag"

Bei der Pleite gegen die Ravens gelangen Buffalo ganze 160 Yards, der Team-Tiefstwert seit fast zehn Jahren. Tyrod Taylor, der vor einigen Wochen doch noch die lange kolportierte Vertragsverlängerung erhalten hatte, hatte ganze zwei Pässe von mindestens zehn Yards und LeSean McCoy monierte: "Es war ein schlechter Tag. Wir kamen nie ins Rollen. Wir hatten einen langen Drive und das war es. Wir haben nie unseren Rhythmus gefunden."

Ryan fügte hinzu: "Ich glaube, dass wir in der vergangenen Saison die meisten langen Pässe hatten. Das versuchen wir. Aber dafür brauchst du die nötige Pass-Protection. Es beginnt mit der Protection - und ehrlich gesagt, haben sie uns in diesen Situationen ganz schön die Hölle heiß gemacht."

Doch was Bills-Fans und auch Buffalos Coaches dabei am ehesten verunsichern sollte, ist die Tatsache, dass Baltimore mitnichten einen ultra-kreativen Game Plan entwickelt und die Bills damit überrumpelt hatte. Vielmehr war es ein genauso simpler wie effektiver Plan: Die Ravens stellten die Box zu und erstickten Buffalos Rushing-Versuche damit im Keim. Dabei hielten sie Taylor in der Pocket und zwangen ihn so dazu, die Defense mit präzisen und mit langen Pässen zu schlagen.

Die O-Line allerdings konnte ihm dafür nicht die nötige Zeit verschaffen, auch bevor Left Tackle Cordy Glenn verletzt raus musste. Darüber hinaus sahen Bills-Anhänger die altbekannten Probleme: Viel zu viele Strafen, schlechtes Time-Management, konservatives Play-Calling.

Fehlstart als Damoklesschwert

All das wirft eine große Frage auf: Können die Bills, deren Defense trotz der Ausfälle überraschend gut agierte, die Probleme in der Offense innerhalb weniger Tage reparieren? Auch wenn es erst Week 2 ist, so birgt das erste AFC-East-Duell der Saison zusätzliche Spannung - Buffalo trifft anschließend innerhalb von sieben Wochen auf Arizona, Seattle und zwei Mal auf die Patriots.

Ein 0-2-Start würde alle Träume von den Playoffs womöglich wieder einmal frühzeitig in weite Ferne rücken lassen und womöglich nicht nur das. Zwischen Ryan und den Klub-Bossen soll es bereits in der Offseason einige Ungereimtheiten gegeben haben, fallen die Bills frühzeitig innerhalb der Division zurück, kann die Stimmung schnell kippen.

Die Aufgabe wird am Donnerstag zu allem Überfluss nicht wirklich einfacher. Ryan muss in seinem ohnehin dezimierten Kader zusätzlich noch auf Glenn (Knöchel) verzichten und auch hinter Sammy Watkins (Fuß) steht ein großes Fragezeichen. Bei 100 Prozent werden beide definitiv nicht sein und insbesondere die Tatsache, dass Watkins nicht fit ist, hat große Auswirkungen: Es erlaubt New York, Darrelle Revis alleine auf Buffalos Top-Receiver abzustellen, wodurch das ganze Defensive-Scheme der Jets besser funktionieren sollte.

Denn, und das ist kein Geheimnis: Gegen Gang Green erwartet Buffalos Offensive Line, ob mit oder ohne Glenn, eine noch deutlich schwierigere Prüfung als beim Auftakt in Baltimore. "Sie haben so viele gute Spieler in ihrer Front. Wir alle müssen bei jedem Play alles geben, weil jeder einzelne von denen kann dich ganz schön alt aussehen lassen. Wir müssen uns steigern", mahnte Center Eric Wood bereits eindringlich.

"Großes Monster" aus New York

Die Gefahr für Buffalo: Die Jets können die Vorgehensweise der Ravens als Blaupause verwenden, und das mit besserem Personal. Sieben Sacks verzeichnete die herausragende Front gegen die - normalerweise gute - Offensive Line der Cincinnati Bengals - und das ohne den zum Auftakt gesperrten Sheldon Richardson. Leonard Williams war mit seinen 2,5 Sacks, zwei Tackles for Loss und fünf QB-Hits unaufhaltsam, woraufhin ihn Ryan am Dienstag auf der Pressekonferenz als "großes Monster" bezeichnete.

All das klingt zunächst gut, doch stand auch für die Jets am Ende eine Pleite gegen Cincy und so könnte sich New York in Week 2 sicher auch einen angenehmeren Gegner vorstellen als ein Ryan-Team. Auch für Gang Green ist es somit ein Duell mit dem Ex-Coach zur Unzeit. "Wir kennen einander ziemlich gut und das ist immer noch ein schwieriges Team", warnte Coach Todd Bowles. "Rex ist schlau. Er versteht das Spiel ganz genau."

Immerhin ist auch New Yorks Spielplan über die kommenden Wochen kein Zuckerschlecken: Nach dem Duell mit Buffalo geht es gegen Kansas City, Seattle, Pittsburgh und Arizona, lediglich das Spiel gegen die Seahawks ist davon zuhause. Ein Sieg im Division-Spiel ist somit also Pflicht.

Fitzpatricks Horror-Bilanz

Und so stehen zwei Aspekte im Fokus: Fitzpatrick muss konstanter auftreten als beim Auftakt - und als bisher generell gegen Rex Ryan. Ging es gegen Ryans Defense, steht Fitzpatrick bei einem Sieg und acht Niederlagen. Persönlich verzeichnete er dabei 16 Touchdowns und zwölf Interceptions.

Darüber hinaus wird es spannend zu sehen, wie Bowles auf den angeschlagenen Watkins reagiert und ob er Revis womöglich doch künftig stärker vom gegnerischen Nummer-1-Receiver abzieht. "Wir werden uns einen Game Plan überlegen. Wir ändern den Plan in jeder Woche, egal ob es gut oder schlecht war. Wir versuchen, ihn in jeder Woche etwas anders zu gestalten."

Zumindest einen kleinen Blick hinter die Kulissen gewährte er dann aber doch: Es sei nicht ausgeschlossen, dass Revis womöglich in Eins-gegen-Eins-Deckung gegen den gegnerischen Nummer-2-Receiver gestellt wird, während sich eine Cornerback-Safety-Kombination um die gegnerische Nummer 1 kümmert. Manche Partien, so Bowles, würden das "benötigen".

Und so steht, auch wenn es erst Week 2 ist, doch einiges auf dem Spiel. Nicht die Playoffs, wie im Finale der Vorsaison, aber doch zumindest eine erste Weichenstellung - für beide Teams. Die gute Nachricht für Buffalo: Im vergangenen Jahr knackten die Bills in beiden Spielen gegen die Jets die 300-Yard-Marke nicht. Trotzdem gewannen sie beide Partien.

Week 2 im Überblick

Das SPOX-NFL-Tippspiel, Week 2:

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