NFL-Profis mit deutschen Wurzeln, Teil 1

Von Kicker-Helden und Hall of Famern

Dienstag, 10.05.2016 | 18:38 Uhr
Der NFL-Traum lebte: Christian Mohr (l.) durfte bei mehreren Teams vorspielen
© getty
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Mit Moritz Böhringer hat sich die Zahl der Deutschen in NFL-Kadern auf sechs Spieler erhöht. Während die Namen Vollmer, Kuhn und Werner mittlerweile in aller Munde sind, weiß man über frühere NFL-Profis mit deutschen Wurzeln zumeist nur wenig. SPOX stellt sie vor, ob nun NFL-Europe-Veteranen, Kicker-Spezialisten oder Super-Bowl-Sieger. Sogar ein Hall of Famer ist dabei.

Uwe von Schamann (Kicker, Miami Dolphins 1979-1984)

Er ist 16 Jahre alt, da zieht seine Mutter mit Uwe 1972 nach Texas - und der Fußballer entdeckt den Football für sich. Klar - kicken kann er da schon. Er bekommt ein Stipendium der University of Oklahoma. Dort kommt es 1977 dann zu "The Kick": Gegen Ohio State verwandelt er vor 88.000 Buckeyes-Fans in letzter Sekunde ein 41-Yard-Field Goal zum Sieg. Die Uni wählt ihn 1999 zum Kicker des Jahrhunderts.

Es geht zu den Dolphins, wo er in seiner ersten Saison Rookie des Jahres wird. Zwei Super-Bowl-Teilnahmen folgen, bevor er schließlich 1985 mit einer Darmerkrankung aufhören muss. "In meinem ersten Jahr als Profi habe ich 33.000 Dollar verdient, ich möchte gar nicht wissen wie viele Millionen die Spieler heute bekommen", sagt er dem Spiegel. Summa summarum: 149 Field-Goal-Versuche, 101 Treffer, der weiteste aus 53 Yards Entfernung. Im Film "Ace Ventura" ist er in einer Szene als Kicker zu sehen - wir sagen nur "laces out!". Könnte den Hail-Mary-Jungs auch im Alter von 60 Jahren noch ein paar Tipps geben.

Markus Koch (Defensive Line, Washington Redskins 1986-1992)

Markus Koch, Super-Bowl-Sieger von 1987. Daran erinnert sich kaum jemand. Warum nicht? Weil sich Koch, der von 1986 bis 1992 bei den Washington Redskins unter anderem Linebacker und Defensive End spielte, mittlerweile komplett aus dem Geschäft zurückgezogen hat. Er will etwas anderes mit seinem Leben machen, sagt er seinem Coach Joe Gibbs.

1967 zieht die Familie in die Nähe Torontos, da ist er vier Jahre alt. Auf der High School gehts zum Football. Zuerst hat er nach zwei Spielen die Schnauze gestrichen voll, aber mit 16 hängt er sich schließlich rein. Es geht zur Uni Boise State, 1986 draften die Redskins den Mann fürs Grobe in der zweiten Runde. Mittlerweile hat er die kanadische Staatsbürgerschaft. Nachdem ihn nach seiner Karriere die körperlichen Folgen des harten Trainings einholen, wird er selbst zum Heilmediziner. "Ja, es gibt beim Football Kameradschaft, Teamwork und Disziplin", sagt er dem Spiegel. Aber ein Footballer sei eben auch "entbehrliche Wahre."

Werner Hippler (Tight End, San Diego Chargers 1996/97, Detroit Lions 1998)

Als Jugendlicher geht es für Hippler bei den Rod Barons Cologne zur Sache, dann wandert die Familie 1992 gen Amerika aus. Football auf der High School, dann College in Sacramento. Dann folgen die Munich Cowboys und die Frankfurt Galaxy. Der Tight End mit 1,95 Meter Körpergröße und 123 Kilogramm schafft es schließlich in die Practice Squad der San Diego Chargers. Das bringt ihm für die Saison 1996 131.000 Dollar ein, Auto und Wohnung inklusive. "Die Chargers setzen in fast allen Spielzügen gleich mehrere Tight Ends ein", sagt er der Welt. "Das war mein Glück."

Moritz Böhringer ist gedraftet - und jetzt? Die 5 wichtigsten Fragen

Nach zwei Jahren Practice Squad, auch bei den Detroit Lions, geht es zurück nach Frankfurt, und 2001 ist er sogar der einzige Europäer in der XFL von Wrestling-Pate Vince McMahon - die Las Vegas Outlaws sichern sich seine Dienste. Sichern tut er nach dem Ende seiner Karriere, in der er so viele Spiele in der NFL Europe bestreitet wie sonst niemand, nun andere: Hippler bertreibt die Sicherheitsfirma Rhein Security.

Patrick Venzke (Offensive Tackle, Jacksonville Jaguars 2001, Indianapolis Colts 2004)

Nach langer Zeit war Venzke wieder ein Deutscher, der es bei einem NFL-Team in den aktiven Kader geschafft hat. Venzke, "der Dicke, der die anderen Dicken über den Platz schiebt", wie er es selbst in der FAZ einmal bezeichnete, lernt den Sport 1993 bei einem Schüleraustausch in Idaho kennen und trainiert danach verbissen unter seinem Vater. Es folgt ein Stipendium an der University of Idaho, schließlich die Düsseldorf Rhein Fire in der NFL Europe.

2001 unterschreibt er als Free Agent bei den Jags und schafft es in den Kader, zu einem Einsatz reicht es aber nicht. Es geht zurück zu den Rhein Fire, dann zu den Frankfurt Galaxy. 2004 schafft er es noch einmal zu den Colts, kommt in der Regular Season aber nicht aufs Feld. Mittlerweile ist er 41 und kämpft mit den körperlichen Folgen des jahrelangen Sports, wie er im Spiegel erzählt. Seine Karriere bereut er allerdings nicht: "Für mich war es der richtige Weg."

Karl Kremser (Kicker, Miami Dolphins 1969/70)

1945 wird Kremser in Salzwedel geboren, die Reichsdeutschen Eltern aus Litauen müssen vor der Roten Armee fliehen. 1952 siedeln sie in die USA über, allerdings weiter deutsch gesprochen. Karl ist ein erstklassiger Fußballer und Leichtathlet und studiert zwei Jahre auf der Militärakademie West Point, bevor er nach Tennessee wechselt. Die Vols haben aber kein Fußballteam - also kickt er den Pigskin. Bis das Football-Team mitkriegt, was er kann - und er nun sowohl Leichtathlet, als auch Footballer ist.

1968 kommt sein großer Moment für die Vols: Ein 54-Yarder zum 10:9-Erfolg über die Crimson Tide, SEC-Rekord. Die Dolphins draften ihn 1969 in der fünften Runde. Er macht 14 Spiele und verwandelt 13 von 23 Field-Goal-Versuchen. Ein Jahr später sägt ihn der neue Coach Don Shula ab, eine Verletzung beendet schließlich seine Karriere. Danach macht er als Coach Karriere und trainiert unter anderem stolze 27 Jahre das Fußball-Programm der Universität der Florida International University.

Christian Mohr (Defensive End, Seahawks 2004-2005, Eagles 2006, Browns 2008-2009)

Der 1980 geborene Defensive End glänzt in der GFL ab 2001 drei Jahre bei den Düsseldorf Panthern und steigt in die erste Liga auf, dann gibt es einen Profivertrag bei den Berlin Thunder. Und dann wird fleißig hin- und hergewechselt - die NFL Europe, Tochter der NFL, macht es möglich. Das "NFL International Development Practice Squad Programm" verschafft ausgewählten Europäern unkündbare Verträge in den Trainingsgruppen. Man könnte auch versuchen, sich für den Kader und dickere Verträge zu empfehlen, geht dann aber volles Risiko.

Das Power Ranking nach dem Draft: Der Sturz des Champions

Das riskiert Mohr lieber nicht. "Was nützt der beste Vertrag, wenn dieser nach drei Wochen zerrissen wird, weil die Trainer mit der Leistung nicht zufrieden sind? Aus welchen Gründen auch immer", erklärt er später in der NRZ. Engagements bei den Patriots und Colts scheitern knapp, 2009 ist er wieder zurück in der GFL. Mittlerweile ist er "der einzige deutsche Diplomsportwissenschaftler mit NFL-Profi-Erfahrung."

Ernie Stautner (Defensive Tackle, Pittsburgh Steelers 1950-1963)

Ernest Alfred Stautner, 1925 in Willmering geboren, ist das bis dato einzige Hall-of-Fame-Mitglied deutscher Herkunft. Im Alter von drei Jahren ging es aus Bayern in die USA, nach vier Jahren auf dem Boston College dann in der 2. Draft-Runde 1950 zu den Steelers. Dort rockte die Nummer 70 so richtig, obwohl eigentlich etwas zu kurz geraten. In 14 Jahren bei den Steelers kam er auf 173 Einsätze und neunmal in den Pro Bowl. Seine Nummer wird in Pittsburgh nicht mehr vergeben.

Noch größere Erfolge feierte Stautner dann als Coach, unter anderem bei den Steelers, Redskins, Cowboys und Broncos. Mit den Cowboys holte er als Assistant Coach zwei Super Bowls, und als 1994 eigentlich Schluss sein sollte, überredeten ihn die Frankfurt Galaxy zu drei weiteren Jahren in der NFL Europe. 1995 gab es dann den World Bowl als Zuckerl obendrauf. 2006 starb er schließlich und hinterließ fünf Töchter. "Er liebte seine Jungs", sagte seine Frau Jill, "er liebte sie allesamt. Wenn sie bereit waren zu arbeiten, hat er sie geliebt."

In der kommenden Woche folgt Teil 2.

Der NFL-Schedule für 2016 im Überblick

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