Donnerstag, 04.12.2014

SPOX Red Zone zum Saison-Endspurt

"Jeder verdient eine zweite Chance"

Nur noch vier Spieltage bis zu den Playoffs - die heiße Phase der NFL-Saison ist eingeläutet. Stehen die Green Bay Packers mit Quarterback Aaron Rodgers bereits sicher im Endspiel? Wer sichert sich die Wild Cards, wer hat die Postseason dagegen nicht verdient? Und was ist mit Ray Rice? Im Panel bewerten die SPOX-Redakteure Stefan Petri, Marcus Blumberg, Adrian Franke und mySPOX-User Butfumlbe93 fünf Thesen zur aktuellen NFL-Saison.

Ray Rice (r.) darf nach dem Aufheben seiner Sperre zurückkehren - doch will ihn überhaupt jemand?
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Ray Rice (r.) darf nach dem Aufheben seiner Sperre zurückkehren - doch will ihn überhaupt jemand?

These: Kein NFC-South-Team sollte in die Playoffs kommen

mySPOX-User Butfumlbe93: Natürlich ist das diesjährige Szenario absurd. Stand jetzt führt der Divison-Leader mit einem Record von 5-7, sogar die Buccs (2-10) haben noch theoretische Chancen auf die Postseason. Trotzdem spreche ich mich hier klar für den Divisionsieger als gesetzten Playoff-Teilnehmer aus. Wieso? Meiner Meinung nach ist das Playoff-Rennen in der NFL schon undurchsichtig genug. Den Fans, aber auch den Mannschaften sollte klar sein: "Wenn wir am Ende in der Tabelle oben stehen, dürfen wir nochmal ran." Dazu kommt die Irregularität des Spielplans. Jede Mannschaft hat gegen unterschiedliche Gegner zu spielen, so können auch Kleinigkeiten abseits des Sportlichen auf den Ausgang eines Spiels entscheidend einwirken. Beispielsweise muss die NFC South in diesem Jahr gegen die AFC North und die NFC North ran. Das sind gleich sieben sehr unangenehme und kalte Spielstätten - besonders schwierig für die Teams die ihre Heimspiele in einem Dome oder im kuschlig warmen Florida austragen. Das alles soll keine Entschuldigung sein, die Leistung der vier Mannschaften ist peinlich und eigentlich nicht reif für die Postseason. Trotzdem sollte auch weiterhin der Divisionsieger die Chance auf den ganz großen Wurf haben. Mein Tipp: Qualität und Erfahrung setzten sich trotz Inkonstanz durch. Brees, Graham und Co. bestreiten im Januar ein WC-Game und haben im eigenen Superdome dabei gar keine schlechten Chancen aufs Weiterkommen.

Trend

Der MVP in dieser Saison wird...

Tom Brady
Derek Carr
Ezekiel Elliott
David Johnson
Matt Ryan
Ein anderer Spieler

Adrian Franke (SPOX): So weit würde ich an dieser Stelle nicht gehen. Die Divisions müssen ihren Status behalten, allein wegen der zwei packenden Duelle pro Saison. Dass ein Team pro Division in die Playoffs kommt, steht für mich persönlich nicht zur Debatte. Was meiner Meinung nach aber geändert werden sollte, ist das in der NFL so unfassbar wichtige Heimrecht: Division-Sieger sollten nicht länger automatisch ihr erstes Playoff-Spiel zuhause absolvieren dürfen. Das hat mich letztes Jahr schon geärgert, als die San Francisco 49ers (12-4) zu den Packers (8-7-1) mussten - und ein ähnliches Schicksal wird wohl auch dieses Jahr ein Team ereilen: Acht Siege dürften am Ende in der ansonsten starken NFC reichen, um die schwache NFC South zu gewinnen.

Marcus Blumberg (SPOX): Ich sehe das wie Adrian: Der Sieger einer Division sollte schon in die Playoffs kommen. Sonst könnte man Divisionen auch abschaffen und Spielpläne losen. Aber wenn eine Division so schwach auftritt wie die NFC South - Atlanta, das die South aktuell anführt, hat gerade sein allererstes Spiel außerhalb der Division gewonnen - muss vielleicht doch mal an der Setzliste geschraubt werden. Es kann ja nicht sein, dass ein potentielles 6-10-Team in der Wildcard-Runde ein 11-5-Team empfängt. Die NBA hat vor einer Weile immerhin dem besten Zweitplatzierten einer Division einen Platz unter den Top Four der Conference eingeräumt. So etwas sollte doch auch in abgewandelter Form in der NFL möglich sein. Ein Setzmodus streng nach Bilanz erscheint fairer als ein Pflicht-Heimspiel für den Gewinner einer unfassbar schlechten Division. Aber immerhin liefern Atlanta, New Orleans und Co. ein super Argument gegen die angedachte Erweiterung der Playoffs.

Record Breakers: Die NFL-Rekordhalter
Die Pro Football Hall of Fame in Canton, Ohio. Warum wir sie zeigen? Weil die meisten unserer Rekordhalter entweder schon drin sind - oder bald sein werden
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Die Pro Football Hall of Fame in Canton, Ohio. Warum wir sie zeigen? Weil die meisten unserer Rekordhalter entweder schon drin sind - oder bald sein werden
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Die meisten Touchdowns hat Peyton Manning auf dem Konto - schon über 520 sind es, Tendenz steigend. Den Rekord in einer Saison hält er mit 55 ebenfalls (2013)
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Die meisten Touchdowns hat Peyton Manning auf dem Konto - schon über 520 sind es, Tendenz steigend. Den Rekord in einer Saison hält er mit 55 ebenfalls (2013)
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Mehr als 5477 Yards hat übrigens noch kein QB geworfen - der Rekord geht also auch an Manning. Oh, und fünf MVP-Awards sind ebenfalls Rekord
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Mehr als 5477 Yards hat übrigens noch kein QB geworfen - der Rekord geht also auch an Manning. Oh, und fünf MVP-Awards sind ebenfalls Rekord
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Die meisten Playoff-Spiele als Quarterback gewonnen hat Tom Brady mit bisher 18. Zudem bringt es niemand auf mehr Passing Yards in einem Quarter als er (252)
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Die meisten Playoff-Spiele als Quarterback gewonnen hat Tom Brady mit bisher 18. Zudem bringt es niemand auf mehr Passing Yards in einem Quarter als er (252)
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Brett Favre ist schon einige Rekorde los. Ihm bleiben die meisten Fumbles (166) und Interceptions (176) aber auch insgesamt 298 Spiele und unglaubliche 71.838 Passing Yards
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Brett Favre ist schon einige Rekorde los. Ihm bleiben die meisten Fumbles (166) und Interceptions (176) aber auch insgesamt 298 Spiele und unglaubliche 71.838 Passing Yards
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Vor ihm hatte jeder Quarterback Respekt: Bruce Smith. Spitzname: The Sack Man. Seine 200 Karriere-Sacks für Buffalo (1985-1999) und Washington (2000-2003) sind NFL-Rekord
© Getty
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Vor ihm hatte jeder Quarterback Respekt: Bruce Smith. Spitzname: The Sack Man. Seine 200 Karriere-Sacks für Buffalo (1985-1999) und Washington (2000-2003) sind NFL-Rekord
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Michael Strahan ist der Mann, der den Rekord für die meisten Sacks in einer Saison hält. 22,5 waren es in der Saison 2001 für die NY Giants
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Michael Strahan ist der Mann, der den Rekord für die meisten Sacks in einer Saison hält. 22,5 waren es in der Saison 2001 für die NY Giants
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Der beste Receiver heißt Jerry Rice. Die 49ers-Legende fing in seiner Karriere 197 Touchdown-Pässe. Außerdem hat er die meisten Receptions (1549) und Receiving Yards (22895)
© Getty
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Der beste Receiver heißt Jerry Rice. Die 49ers-Legende fing in seiner Karriere 197 Touchdown-Pässe. Außerdem hat er die meisten Receptions (1549) und Receiving Yards (22895)
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Die meisten All-Purpose-Yards in einer Saison - also Rushes, Pässe und Returns zusammengerechnet - sammelte Darren Sproles in der Saison 2011 für die Saints. Er brachte es auf 168,5 pro Spiel - Respekt!
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Die meisten All-Purpose-Yards in einer Saison - also Rushes, Pässe und Returns zusammengerechnet - sammelte Darren Sproles in der Saison 2011 für die Saints. Er brachte es auf 168,5 pro Spiel - Respekt!
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Der fleißigste Running Back der NFL-Geschichte ist Emmitt Smith: 18.355 Yards sammelte der ehemalige Cowboys- und Cardinals-Star von 1990 bis 2004
© Getty
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Der fleißigste Running Back der NFL-Geschichte ist Emmitt Smith: 18.355 Yards sammelte der ehemalige Cowboys- und Cardinals-Star von 1990 bis 2004
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Barry Sanders ist Mr. Konstanz. 1997 erlief der Lions-Running-Back in 14 Spielen hintereinander mehr als 100 Yards, bis heute unerreicht!
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Barry Sanders ist Mr. Konstanz. 1997 erlief der Lions-Running-Back in 14 Spielen hintereinander mehr als 100 Yards, bis heute unerreicht!
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404 Yards in einem Spiel. Dabei kam Glyn Milburn für die Broncos als Running Back (131 Yards), Receiver (45 Yards), Punt (95 Yards) und Kick Returner (133 Yards) zum Einsatz
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Der Return-Mann schlechthin ist Devin Hester. Auf 19 Kick- und Punt-Return-Touchdowns insgesamt bringt er es
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Der Return-Mann schlechthin ist Devin Hester. Auf 19 Kick- und Punt-Return-Touchdowns insgesamt bringt er es
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An ihm kommt allerdings niemand vorbei: Kicker Morten Andersen. Der Däne hält den Rekord für die meisten Karriere-Punkte 2544 (Punkte), Spiele (382) und Field Goals (565)
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An ihm kommt allerdings niemand vorbei: Kicker Morten Andersen. Der Däne hält den Rekord für die meisten Karriere-Punkte 2544 (Punkte), Spiele (382) und Field Goals (565)
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Stefan Petri (SPOX): Nicht unbedingt, Blumi - die dritte Wild Card würde ja schließlich nicht aus der NFC South kommen. Was den Playoff-Spot angeht: Wir gehen alle insofern konform, als dass das Heimspiel ein schlechter Scherz ist. Aber mir schmeckt auch die garantierte Playoff-Teilnahme nicht. Ist doch nicht das erste Mal, dass so ein weit besseres Team auf der Strecke bleibt: 2008 zum Beispiel mussten die Patriots (11-5) zuschauen, während die Chargers (8-8) in die Postseason einzogen - wer weiß, vielleicht wäre Belichick damals mit Matt Cassel Champion geworden! OK, wahrscheinlich nicht. Aber auch die Tatsache, dass die Saints oder Falcons mit ihrem Heimspiel dann konkurrenzfähig sein könnten, ist für mich kein Argument. Ich wäre für ein anderes System, das zugegebenermaßen keine großen Aussichten auf Erfolg hat: Ein Playoff-Teilnehmer darf keine negative Bilanz aufweisen. Sorry, aber wenn man schon sechs Spiele gegen die Pfeifen der eigenen Division austragen darf und dann trotzdem nicht mindestens acht Partien gewinnt, dann hat man es einfach nicht verdient. Dieser Fall sollte zudem so selten eintreten, dass man mit der betreffenden Franchise ruhig ein Exempel statuieren darf. Klar, ist irgendwo auch Wilkür - warum nicht gleich eine positive Bilanz fordern? - aber immer noch besser, als einen kostbaren Playoff-Spot an eine derartige Gurkentruppe abzutreten.

These 1: Kein NFC-South-Team sollte in die Playoffs kommen

These 2: Ray Rice sollte - und wird - eine neue Chance bekommen

These 3: RG3 hat sein letztes Spiel für die Redskins bestritten

These 4: Die Green Bay Packers spielen im Super Bowl

These 5: Die vier Wild Cards gehen an...

Stefan Petri / Marcus Blumberg / Adrian Franke

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Stefan Petri(Redaktion)

Stefan Petri, Jahrgang 1983, ist seit 2012 für SPOX.com tätig. Aufgewachsen in Hemsbach an der schönen Bergstraße, verschlug es ihn nach seinem Anglistik- und Geschichtsstudium in Heidelberg nach München. Festes Mitglied im NFL- und im NBA-Ressort, kümmert sich als Sports-Allrounder u.a. auch um Tennis, Baseball, Snooker, Wintersport, etc.

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